9.3.2011: Komm‘ ich getz ins Fernsehen?


NEIN!  (Aber in die Zeitung)

Suchbild. Wo ist ist der Miszellator?

Wo bin ich?
(c) Coburger Tageblatt 2011

Das war vor anderthalb Wochen bei der Coburger Probe für die große Menschenkette gegen den Ausstieg vom Atomausstieg an diesem Samstag. Weitere Infos

Es war arschkalt im Schatten und ich habe natürlich meine Handschuhe vergessen. Aber was macht man nicht alles, wenn einer Regierung ihre Vernunft beim Buckeln vor der Industrie irgendwie abhanden gekommen ist?

Wer mich findet, gewinnt 1 Internet 🙂

21.2.2011: Yes, it’s fucking political!


Moin.

Wie ihr ja wisst, bin ich seit neuestem Mitglied bei den Grünen in Coburg. Mein Freund S. und Lapis hatten sich verschworen, damit ich a) etwas Sinnvolles aus meiner vielen Zwangsfreizeit mache und b) mal aus dem Haus und c) unter echte Menschen komme.

Das erste Treffen der Partei habe ich hinter mich gebracht. Es gab zwar keine Untertitel, aber S. hat hin und wieder aufgeschrieben, worum es ging. Das interessiert hier niemanden, aber mein erster Eindruck war, dass Parteiarbeit sehr, um es mal euphemistisch auszudrücken, „nah an der Realität“ ist. Ich war an der viel zitierten „Basis“ angekommen.

Zum Glück musste ich nicht, wie S. angedroht hatte, die Website der Grünen hier „machen“, denn in der Tat „machen“ das andere Leute, die viel profesioneller sind als ich das könnte. Dafür wurde ich in das Orts-Pendant eines Ausschusses gesteckt, der hier „Arbeitskreis“ heißt. Und zwar in den AK „Öffentlichkeitsarbeit“.

Der traf sich auch in der letzten Woche bei uns in der Küche. Sagte ich schon „nah an der Realität“? Die sah dann auch so aus, dass alle möglichen Ideen, die ich mir zurecht gelegt hatte, and der Klippe des Machbaren zerschellten. Die Klippe besteht vor allem aus zwei Materialien: Geld (und das Fehlen des selben) und Menschen (und das Fehlen der selben). Ich musste erfahren, dass die Grünen in Coburg (~50.000 Einwohner) in eine normale Oberstufenklasse passen würden. Aber wie sagte schon der Herzog von Rochefoucault im 17. Jahrhundert? „In der Politik soll man weniger versuchen, neue Gelegenheit zu schaffen, als die sich bietenden zu nutzen.“(ZITAT!!!!!)

Also habe ich mein hochtrabenden Pläne eingepackt: die großen Paraden durch die Fußgängerzone, die ganzseitigen Anzeigen in beiden Coburger Tageszeitungen und das Projekt, die Veste grün zu verhüllen und mich in das Klein-Klein gestürzt, das machbar ist. Und es macht schon Spaß und gibt mir das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun. Und weil es wirklich REAL ist, was wir machen, drängt es das Gefühl zurück, welches ich schon länger mit mir herum trage: Irrealität. Ich gehe vielleicht näher darauf ein, wenn ich über Kulturschocks schreibe.

Dass meine beiden Parteifreunde nette Menschen sind, hat mir natürlich  geholfen, meine absurde Nervosität vor dem AK zu überwinden. K. hat mir auf dem Laptop alles aufgeschrieben und beide haben zugehört, als ich meine Ideen, auch die absurdesten, vorschlug und haben nur ganz sanft gesagt:

„Die Coburger Grünen haben gar kein Flugzeug.“

So viel zu meinem Himmelsschreiber-Plan 😦

Ich habe eine neue Kategorie eingeführt: It’s fucking political. Zur Feier des Tages gibt’s ein Video:

4.2.2011: Skeltem in Grün


Hallo Alle.

Nach einigem Zagen und Zaudern bin ich dann doch bei Bündnis90/Die Grünen eingetreten. Vor allem nachdem ein Freund, der schon lange Parteimitglied ist mir den Antrag in die Hand drückte und Lapis meinte: „Tritt ein. Kommste mal aus dem Haus.“

Ich bin zwar schon ewig ein Sympathisant, ich habe nur ein Mal nicht grün gewählt, aber eintreten wollte ich nie. Ich bin nicht so ein Gruppentyp. Aber ist eigentlich Quatsch. Ich habe (zu) viel Zeit, ich kann das Programm der Grünen nur unterstützen und bei dem Zuspruch, den Partei gerade bekommt wird die Personaldecke schon dünn.

Für die Miszellen ändert sich nichts, das hier ist mein Blog und kein Parteiorgan. Vielleicht bin ich in Zukunft etwas besser darüber informiert, wie Politik gemacht wird. Sprich: noch zynischer.

Im Ernst. Es wird sicher interessant zu sehen, wie Politik „gemacht“ wird und ein bisschen daran teil zu haben. Ich stelle mir aber die Parteiarbeit recht schwer vor, wenn man die Kollegen nicht hören kann. Die Ortsgruppe trifft sich in einem Lokal. Ich hoffe auf Untertitel.

Meine weit reichende Kompetenz in Internet-Fragen (ein Blog!) hat mir schon die erste Drohung, äh, das erste Anliegen der Partei eingebracht. Ich soll wahrscheinlich die Website der Coburger Grünen „machen“.

Ich bin entzückt. Nein, wirklich.

Grüne Grüße,
Skeltem