Gelesen > A Dance with Dragons


Ab Seite 500 geht er dann doch ab, der Tanz mit den Drachen. Das heißt, so ziemlich nach der Hälfte der lang ersehnten Fortsetzung von George R. R. Martins „Song of Ice and Fire“-Epos kommt langsam so etwas wie Spannung auf. Ach.

Was hatte ich mich gefreut! Fünf Jahre habe ich auf „A Dance with Dragons“ (ADWD) gewartet. Meine Begeisterung für die SIF-Serie habe ich damals ja schon zum Ausdruck gebracht. Nun, bei ADWD muss zumindest niemand befürchten, lesenderweise den Geburtstag seiner Mutter zu verpassen. Oder diesen langweiligen Film im Fernsehen.

Na gut, besser als Fernsehen ist es doch, vor allem in der zweiten Hälfte. Da entwickelt das Buch auch wieder Schmöker-Qualitäten. Vorher aber ist es nur mit kognitiver Dissonanz zu ertragen. Ihr wisst ja: wenn man schweine viel Geld für etwas bezahlt hat, oder seinen Jahresurlaub opfert, dann muss das einfach toll sein. Auch wenn das Auto ab der zweiten Woche dauernd in die Werkstatt muss oder die Fiji-Inseln kein Südseeparadies sind, sondern ein Moskito verseuchter Alptraum aus Beton, unfreundlichen Menschen und 42° im Schatten bei 150% Luftfeuchtigkeit.

Natürlich kann das auch ins Gegenteil umschlagen, in übertriebene Enttäuschung. Ähem.

Also von vorne. Ich versuche, so wenig wie möglich zu spoilern, aber wer bisher nur die „Game of Thrones“-Fernsehserie kennt und sich die Spannung nicht verderben will, sollte zum Fazit vorscrollen.

Wer sich mit der SIF-Serie befasst, weiß natürlich, dass ADWD nicht Teil 5 ist, sondern Teil 4.2. 4.1 war das vor fünf Jahren erschienene „A Feast for Crows“ (AFFC). In AFFC erzählt Martin, wie es im Süden der Seven Kingdoms nach dem Ende des „War of the five kings“* weiter geht. ADWD sollte den gleichen Zeitraum umfassen, nur im Norden und jenseits der narrow sea. Allerdings führt Martin die Geschichte dann doch weiter (etwa ab Seite 500) und man erfährt z.B. wie es mit Arya, Cersei, dem Kingslayer und anderen Figuren aus AFFC weiter geht. Also ist ADWD eher zwei Bücher. Dick genug ist es.

Wer aufgepasst hat merkte, dass das Buch etwa zu dem Zeitpunkt spannend wird, als es wirklich zum fünften Teil der Serie wird. Vorher liest es sich wie Melasse. Das liegt vor allem daran, dass Martin einfach nichts einfallen will. Man kann dabei zusehen, wie er mit der Schreibblockade ringt.

Inhaltlich äußert sich das im völligen Stillstand der Geschichte. An den beiden Hauptschauplätzen, der Mauer und Mereen, geht nichts mehr. Jon Snow ist von Stannis und seinen eigenen Leuten blockiert und als er einen Befreiungsschlag unternimmt, endet das … nicht so gut. Daenerys sitzt auf ihrem Thron und zagt und zaudert. Ihre Drachen werden bald weg gesperrt und so tanzt nichts und niemand mehr. Selbst eine meiner Lieblingsfiguren, Tyrion Lannister, wird zu einem langweiligen Säufer degradiert. Und weil ihm nichts einfällt, wiederholt Martin immer und immer wieder das, was mal gut an seinen Büchern war.

Als ich das erste Mal „… for the night is dark and full of terrors“ las, lief mir ein Schauder den Rücken runter. In ADWD wir R’hllor so oft angerufen, in endlosen langweiligen Litaneien, dass ich angefangen habe, ganze Seiten zu überspringen. Martins wenig zimperliche Art, Gewalt nicht zu beschönigen, wird durch die Reek-Figur und den Winterfell-Schauplatz zu einer Art Folter-Porno. Und der eine gute Einfall, Reek, halb wahnsinnig, mit seiner Identität ringen zu lassen, wird ad absurdum geführt durch die ständige Wiederholung von „My name is Reek, it rhymes with [weak/freak/meek/etc.]“.

So, das war genug Enttäuschung. Es gibt auch Gutes zu sagen über ADWD. Die Storyline an der Mauer war schon spannend, auch im ersten Teil. Und als Martin dann doch eingefallen ist, wohin er mit der Geschichte will, konnte ich stellenweise das Buch nicht aus der Hand legen und rief ein paar Mal „Lapis‘ gewölbte Augenbrauen des Todes“ hervor.

Leider fiel ihm dann aber zu viel ein. Der zweite Teil ist stellenweise ein Teppich, der am Rande ausgefranst ist. Überall lose Enden. Statt diese aber abzuschneiden oder einzuweben, ribbelt Martin das Gewebe weiter auf.

Im Vorwort äußert er die Hoffnung, in „Winds of Winter“, dem nächsten Buch, alle Personen und Schauplätze wieder unter einem Deckel zu versammeln. Nach der Lektüre von ADWD bin ich skeptisch, ob ihm das gelingt. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Ich werde die nächsten Teile sicher lesen. Nur wie ein kleiner Junge an Heiligabend, werde ich bestimmt nicht mehr auf George R.R. Martin’s Bescherung warten.

 

 

 

 

 

 

*Ich benutze die englischen Begriffe, weil ich die Serie nur auf englisch gelesen habe und Verwirrung vermeiden will.

 

Gelesen > Sexualität und Christentum (soweit ich es ertragen habe)


Vor vielen Jahren, es waren die lahmen 80er, fiel mir in der Stadtbücherei ein dickes Buch in die Hände, das verkündete, das Wissen und die Macht eines geheimen Ordens zu kennen. Der Orden: die Tempelritter (natürlich!). Der Gral war das Geheimnis, Jesus Christus sei als Pater Familiaris in einem Ashram in Indien im hohen Alter gestorben. Im Kreise seiner Kinder und seiner Frau Magda.

Ehrlich gesagt, die Pointe des Buches war ein ziemlicher Antiklimax. Ich hatte irgend etwas im Stile der Illuminaten erwartet. Jesus interessierte mich nicht so. Und ob er nun am Kreuz gestorben ist oder – leicht übergewichtig, das schüttere Haar immer noch lang, ab und zu kichernd im Neuen Testament blätternd – auf Goa, war mir egal. Immerhin war das Buch recht spannend geschrieben. Eine Ritterpistole, die auf echten Mythen beruht, die lose auf historischen Fakten basieren. Viel „man könnte sagen“ und “wenn man davon ausgeht, dass ..“ und natürlich auch „Aber was war auf dem Heuwagen? Forscher sagen heute ….“ Man kennt das aus „Galileo“.

Als ich die ersten ca. 20 Seiten von Dan Browns „Da Vinci Code“ gelesen hatte, wusste ich, worauf es hinaus läuft. Das Buch war trotzdem in der ersten Hälfte kurzweilig, dann übertrieb er es einfach mit immer neuen Wendungen, die nicht wirklich überraschend waren. Ein Trivialroman, der auf einem vergessenen populär“wissenschaftlichen“ Buch beruhte. Das einzige, das mich ärgerte, was der Erfolg Browns, bzw. dass er diesen mit so einem mittelmäßigen Roman erzielte. Aber die meisten erfolgreichen Dinge sind ja im besten Fall Mittelmaß.

Jetzt habe ich so viel zu anderen Büchern geschrieben und erwähne hier zum ersten Mal „Sexualität und Christentum“. Genau darum:

Dan Brown erregte […] gewaltiges Aufsehen. Er vertritt [in „Sakrileg“], Jesus sei verheiratet gewesen und habe Kinder gehabt. Dieses Buch ist […] als Roman klassifiziert, aber die Ausgangsposition dieser phantasievollen Erzählung ist […] plausibel.“ (19)

Dann ergeht sich der „Professor für Pastoraltheologie“ Raymond J. Lawrence Jr. Darin, dass die „Mutmaßung“ Browns hinsichtlich des Familienstandes JC’s „vermutlich“ „am ehesten“ zutreffe. In der Bible finden sich zwar keine Belege, aber „außerkanonische Texte“ (er nennt das Philippusevangelium) erwähnten eine „besondere Beziehung“ zu Maria Magdalena. Man könne das nicht so einfach als unhistorisch abtun.

Doch kann man. Genauso wie den Rest zumindest der ersten beiden Kapitel, die zu lesen ich ertragen habe. Es gibt keine Quellenarbeit oder zumindest Bibelexegese nach der historisch-kritischen Methode. Es gibt viele Vermutungen, Auslegungen und vor allem absolut unwissenschaftlichen Induktionen. Lawrence hat eine Agenda: die christliche Sexualmoral sei „falsch“ und beruhe auf willkürlich missverstandenen Lehren, bzw. kulturellen Traditionen, die nichts mit Jesus zu tun hätten. Diese Agenda bestimmt seine Argumentationslinie und, Mann, ist das eine miese Argumentation. Seine Quellen würden in eine Proseminarsarbeit passen, aber nicht zu einem ernst gemeinten Beitrag zur Religionsgeschichte. Seine Bibelzitate zum Beispiel stammen aus einer Übersetzung. Natürlich ist ein amerikanischer „Professor“ ein etwas besserer Lehrer, aber ich musste für meinen Magister in Religionsgeschichte mein Latinum (nach)machen und jeder Theologe muss

die „drei Sprachen der Kreuzesinschrift“ (Latein, Altgriechisch, Hebräisch) kennen. Jeder Historiker, Religions- und andere, ist vor allem von Quellen abhängig. Wenn man nicht eng an den Quellen arbeitet, kommt so etwas wie „Sexualität und Christentum“ heraus: ein spekulatives, von persönlichen Interessen geprägtes Schein-Sachbuch.

Wie gesagt: es ist mir persönlich egal, ob Jesus nun Single, Familienvater oder schwul war. Mich interessiert das Thema als Religionswissenschaftler, der plötzlich feststellen musste, dass er mehr über den Buddhismus als über das Christentum weiß und diesen Makel beheben will. Aber ich kann es auf den Tod nicht ausstehen, verarscht zu werden. Und nach der Lektüre der Einleitung, der ersten beiden Kapitel und dem Schluss des Machwerkes komme ich mir unglaublich verarscht vor.

Und ich habe den Vorteil, mich auszukennen. Die Fehlleistung „Professor“ Lawrences wäre mir zumindest nicht so krass ins Auge gefallen, wenn ich nicht parallel Diarmaid McCullochs „Christianity: The First Three Thousand Years“ lesen würde. Kein unumstrittenes Buch, aber etwa 10.000 mal besser recherchiert als „Sexualität und Christentum“ mit einem Apparat den man auch benutzen kann.

Was mich besonders wütend macht, ist dass Laien meistens nicht zwischen den gut recherchierten, wissenschaftlichen Büchern und dem Schrott unterscheiden können. Meine Mutter wollte sich über den Islam informieren und fragte mich, ob „dieses Buch“ gut sei. Ich schlug die erste Seite auf, las der ersten Absatz, in dem der einzig „erfolgreiche“ Kreuzzug (der erste) als Misserfolg abgetan wurde und konnte sofort sagen: „Nein“. Manchmal frage ich mich, ob die Sachbuchverlage mittlerweile die Position von Lektoren an Gymnasiasten vergeben.

McCulloch hat übrigens auch etwas zu Dan Brown gesagt:

Some overexcited modern commentators and mediocre novelists have even elevated her [Maria Magdalena] (on no good ancient evidence) to the status of Jesus’s wife“. (116)

Gesehen > Keine deutschen Filme auf DVD


Ok, ich hätte auch schreiben können, dass ich keine DVDs mit kasachischen Filme mehr sehe. Allerdings habe ich die Vermutung, dass Kasachstan bessere Filme macht und, vor allem, sie untertitelt. In bekannten Sprachen. Wie uigurisch.

Ne, im Ernst. Ich bin wirklich sauer auf die deutschen Filmfirmen. Die meisten davon sponsore ich sogar noch mit GEZ-Gebühren, weil da die Öffentlich-Selbstgerechtlichen ihre Finger im Spiel haben. Da will man dann den einen oder anderen sehenswerten „deutschen“ Film sehen, wie „Gegen die Wand“ oder „Soul Kitchen“ oder „Alle Anderen“ und stellt fest, dass man zwar mit zwei Jahren Türkisch lernen alle Untertitel von Fatih Akins großem Erfolg lesen kann, aber alle anderen genannten sind wieder typisch deutsch-arrogant nur in einer (Laut)sprache zu bekommen.

Als kleinen Exkurs könne ich mich auch endlos darüber aufregen dass zum Beispiel in den Fernsehfilmen, und nicht nur im Degeto-Schund, alle Menschen auf der Welt wie selbstverständlich deutsch reden. Erst vor zwei Wochen gab es einen an sich ordentlichen Film mit dem Noethen, der in Schweden spielte. Wo natürlich jeder Schüler deutsch sprach. Das sind Details, aber mich macht so etwas sauer, weil das einfach von Faulheit zeugt. Bei den Produzenten und beim Publikum.

Zurück zu den DVDs. Ich habe ein Abo bei Love-Film. Das ist bequem, vor allem seit die letzte Videothek in Reichweite dicht machte. Nach der ersten Pleite mit einem deutschen Film ohne Untertitel, achtete ich dann darauf, ob in der Beschreibung Untertitel aufgeführt waren. Vorher war ich, zugegeben, ein wenig naiv. Da bin ich doch davon ausgegangen, dass es auf jeder DVD die Untertitel zum Film gibt. Trotzdem kommt es immer wieder vor, dass Untertitel angegeben werden, die dann aber nicht auf der DVD sind. Oder, wie bei „Gegen die Wand“, es sind nur Passagen untertitelt, die nicht auf deutsch gesprochen werden. Oder türkisch.

Leider ist es im Moment so, wie damals, als die CD die Schallplatte ablöste. Erinnert sich jemand? Zuerst gab es auf den CD wunders was für Bonus-Tracks und manchmal sogar Dateien, die man man auf dem PC ansehen konnte, wie Musikvideos. Aber sobald die Platten so gut wie tot waren, hörte das schlagartig auf. Und natürlich wurden die CDs dann auch gleich mal teurer. Heute kann man das Gleiche bei den Blue-Rays beobachten. Inzwischen bin ich froh, wenn auf den DVDs wenigstens deutsche Untertitel sind.

Überhaupt: Deutsche und Untertitel. Als Junge habe ich unheimlich gerne das holländische Fernsehen geguckt. Die haben nicht nur die ganzen coolen englischen Serien wie „The Young Ones“ gezeigt. Die waren auch noch im Orginal und gerade Humor leidet wahnsinnig unter der üblicherweise mittelmäßigen Fernseh-Übersetzung. Das letzte, mir bekannte Opfer war die genial-komische britische Serie „Coupling“, die auf deutsch zu Recht floppte. Als Halbwüchsiger am Niederrhein verstand ich natürlich bei weitem nicht alles. Aber da halfen die holländischen Untertitel. Das puzzelte ich mir dann das meiste, whrscheinlich falsch, zusammen. TV aktiv.

Ich sollte vielleicht auch noch zwei Dinge erwähnen, der Fairness halber: Ich gucke auch keine englischen TV-Serien mehr auf DVD. Gerade Dienstag hate ich mit die erste DVD von „Skins“ bestellt. No fucking subtitles, man. Dito „Life on Mars“. Uncool.

Und: Es gibt natürlich auch absolut hervorragende deutsche Filme, einige sogar auf DVD und ein paar davon auch mit Untertiteln: „Das Leben ist eine Baustelle“ z.B. Oder der überraschend gute deutsche Zombiefilm „Rammbock“ oder „Jerichow“.

Natürlich gibt es immer noch Tv4user.de, wo man Untertitel zu fast allen Filmen und Serien herunterladen kann. Legal, denn die sind von enthusiastischen Fans selber gemacht. Aber die dazu gehörigen Filme und Serien muss man illegal aus dem Internet downloaden. Und es ist irgendwie scheiße, dass man als Behinderter seinen kulturellen Fix nur auf dem Bahnhofsklo bekommt und sich dabei vielleicht sogar wer weiß was holt.

Andererseits: Ich werde auch ohne deutsche Filme überleben. Es ist ja nicht so, als würden die mein Geld brauchen.

Gelesen > Noch einmal: „Blue Ant“


Vor drei Wochen habe ich die „Blue Ant“ Trilogie von William Gibson vorgestellt. Allerdings musste ich mir bis auf eine kurze Inhaltsangabe und ein „Gefällt mir! Kaufen!“ tiefer gehende Kommentare verkneifen. Das hat Gibson nicht verdient. Deswegen schreibe ich heute, warum genau mich die Romane so beeindruckten.

„Five hours‘ New York jet lag and Cayce Pollard wakes in Camden Town to the dire and ever-circling wolves of disrupted circadian rhythm.“ So beginnt es.

Als Cayce Pollard in London, in einer fremden Wohnung, seelenlos (die reist ihr über den Atlantik nach), in der „Spiegelwelt“ aufwacht, schickt Gibson sie in eine fremde Welt, in der ihr einziger Halt die vertrauten Muster der virtuellen Welt, dem Internet, sind. Cayce ist eine Fremde, und der Leser folgt ihr durch die fremde Welt, die Spiegelwelt, die eigentlich zuerst nur Europa umfasst, aber zusehends eine Metapher wird für ihre Reise. „Durch den Spiegel“, wie Alice’s zweites Abenteuer.

Und wie Cayce sich an vertrauten Mustern entlang hangelt, so ist man als Leser angehalten, das Unvertraute, das Fremde zu erleben. Das ergibt vollkommen Sinn, wenn man bedenkt, dass die Umrisse von Dingen andere Dinge formen.

Das erste Element der Fremdheit dürfte für die meisten Leserinnen und Leser eine Welt sein, in der Geld buchstäblich keine Rolle mehr spielt. Was die Protagonistinnen von Blue Ant brauchen, ist einen Telefonanruf entfernt. Bei mir hat dieser Reichtum eher Unwillen ausgelöst. Allerdings ist er ein wesentliches Element für die Motivation von Hubertus Bigend. Er macht sich keine Gedanken mehr über die Profite seiner Unternehmungen, er kann es sich leisten, mit seinem Geld zu spielen. Er spielt, indem er faszinierenden Ideen nachgeht und dafür Leute anstellt, die seiner Meinung nach „den Job hinbekommen“. Bigend ist nicht der sinistre Bösewicht, der Menschen manipuliert, um Ruhm, Macht oder andere „klassische“ Belohnungen zu bekommen. Er ist ein großes Kind, das zum Spaß Menschen rund um den Globus schickt, um zu sehen, was dabei heraus kommt. Allerdings hat er, wie Kinder, wenig Skrupel.

Ein anderer Aspekt der „Spiegelwelt“ ist das Unsichtbare. Es ist die Welt des Verborgenen, der Geheimdienste: „Spook Country“. Hinter den Fassaden der globalisierten Warenwelt liefern sich die Überlebenden des Kalten Krieges Spiegelgefechte, deren Sinn man, wenn man Glück hat, nachvollziehen kann. Aber die nächste Generation der Spooks wächst heran und deren geheime Manöver sind schwer mit den klassischen Schemata der Spionage-Thriller zu vereinbaren und reichen eher in den Bereich der Kunst.

Letztendlich hetzen die Protagonisten durch eine entkulturierte, beliebige Umgebung, in der die einzelnen Länder, die sie besuchen wie Bühnenbilder wirken, vor deren austauschbaren Hintergründen gelangweilte, saturierte, reiche Menschen ihre Geschäfte betreiben. Nationen spielen vor allem durch ihre Produkte eine Rolle (die meisten Haushaltsgeräte sind deutsch) oder in den Absätzen, in denen die „alte Welt“ als scharfer Kontrast zur neuen Globalkultur beschworen wird. Meist von den wenig vermögenden Figuren. Die De-Kulturierung nimmt von Band zu Band zu, bis wirklich „Zero History“ erreicht wird, die geschichts- und gesichtlose Welt von morgen. Und diese Zukunft gehört Hubertus Bigend. Es gruselt einen.

Was Gibson als Endpunkt der Zivilisation in der Neuromancer-Trilogie gezeichnet hatte, könnte in unserer Welt und unserer Zeit beginnen, wenn sie so wäre wie in Cayce Pollards Spiegelwelt. Das Ende der Geschichte, diesmal endgültig. Das Ende der nationalen Regierungen zu Gunsten der Herrschaft von Witschaftsunternehmen. Das verschwinden der Mittelschicht und die Aufteilung der Gesellschaft in die armen Massen und eine superreiche Elite mir privilegiertem Zugang zu Technologie.

Aber zum Glück ist das alles nur Erfindung.

Oder?

Geklickt > The Book of Evil II


Eigentlich war ich ja fertig mit Facebook. Aber dann kam ich auf die Idee, eine Miszellen-Gruppe zu gründen, loggte mich kurz in meinen FB Konto ein und, puff, alles war wieder da.

Es ist ja schon oft erwähnt worden, dass es unmöglich ist, seine Facebook-Daten dauerhaft zu löschen und das war unter anderem ein Grund, warum ich keine neuen hinzufügen wollte. Und es nervt mich immer noch. Andererseits ist das symptomatisch für das Netz. Vielleicht lernen ja die Leute über Facebook, sensibel mit ihren Informationen umzugehen. Bwaaahahaha.

Ich mag es nicht. Ich bin nicht gerne bei Facebook. Obwohl es unbestreibar Vorteile hat. Ich verfolge, was Bekannte, Familienmitglieder und Freunde machen, wohin es sie verschlagen hat. Durch Facebook habe ich lange vermisste Schulkollegen gefunden (oder sie mich) und sogar einen Cousin, den ich über zwanzig Jahre nicht gesehen habe. Und es ist sehr viel einfacher mit meiner Mutter zu kommunizieren. Und ich kann sogar über Facebook allen Freunden anzeigen, dass eine neue Miszelle fertig ist.

Facebook ist wie ein, denken wir ‚Pilz‘ und nicht ‚Metastasen bildender Tumor‘, Gewächs über das Internet gewuchert. Überall gibt es jetzt diese „Like“ Buttons. Selbst da oben in der WordPress-Leiste. Und da fangen schon meine Probleme an. Es ist einerseits ganz gut, einfach allen möglichen Leuten zu zeigen, dass man etwas gut und wichtig findet. Aber „Like“ ist total beliebig und damit letztendlich nutzlos. Klar. Wenn ich einen lustigen Link finde, ein witziges Video oder einen treffenden Kommentar oder Blogeintrag, also etwas, was ich tatsächlich mag, ist der „Like“ Button treffend. Aber was, wen ich wie letztens einen Artikel über die Verfolgung Homosexueller in Afrika finde und eine Aktion gegen eben die Verfolgung. Und dazu den „Like“-Button. Da komme ich mir irgendwie vor, als würde ich die Gewalt gegen Schwule und Lesben mögen. Oder den Artikel über die Vertuschung des Desasters in Japan und die möglichen Katastrophalen Folgen. Das mag ich doch nicht. Warum gibt es keinen „Dislike“-Button. Oder einen „Das finde ich wichtig!“. Ich will nicht in die „Facebook ist der Untergang des Netzes“ Tröte tuten. Aber diese „Like“ – Unsitte kommt wirklich der Bequemlichkeit derjenigen entgegen, die keine Lust haben, sich mit anderen über ihre Vorlieben auszutauschen. Klick und weg. Nächstes Thema.

Überhaupt habe ich den Verdacht, dass dieses „Soziale Netzwerk“ kein Kommunikations-, sondern ein Kommunikationsvermeidungsinstrument (oooh langes Wort!) ist. Man hat zwar zig „Freunde“, aber mit wie vielen kommuniziert man wirklich? Und ist das überhaupt der Sinn der Sache? Oder schreiben die meisten nur autistisch ihre Statusupdates, wenn sie nicht gerade Bilder oder Videos verlinken oder die Statusupdates ihrer Freunde ‚liken‘? Ich bin da wirklich verwirrt. Weil es problematisch für uns ist, per E-Mail zu kommunizieren, unsere Anbieter hassen sich, schreiben meine Mutter und ich uns jetzt oft über Facebook. Aber dadurch merke ich, wie schlecht die Chat-Funktion ist und die „Nachrichten“ verstopfen meinen E-Mail Eingang. Ehrlich gesagt, AOL war ich den 90ern weiter.

Ein anderes Problem ist die Sprachbarriere. Ich habe deutsche, türkische und englischsprachige Freunde. Jeder postet natürlich in seiner oder ihrer Muttersprache. Das kann ich bei englisch noch gut verfolgen, aber mein Türkisch ist nicht so gut. Und ich kann eigentlich nicht erwarten, dass alle deutsch verstehen. Soll ich meine Sachen auf englisch schreiben? Das wäre dann in höchstem Maße albern.

Ich weiß wirklich nicht so genau, was die Faszination dieses Netzwerkes ausmacht. Farmville wahrscheinlich.

16.5.2011: NDR, no points


Moin.

Also manchmal könnte ich mich echt nur aufregen.

Da wollte ich am Samstag nett mit Lapis den ESC gucken, was lustiges trinken, Flips essen und sarkastische Kommentare über schlechte Performances und Peter Urbans Gelaber abgeben (siehe). Aber erst ist Lapis malade, dann schafft es der NDR zwar ein Fußballstadion in Rekordzeit zu einer Schlagerhalle umzubauen, aber nicht, die Sendung zu untertiteln.

Aber Hauptsache, wir dürfen ab nächstem Jahr alle für Christine Neubauer und den Musikantenstadl zahlen.

Was ich dann trotzdem gesehen habe (ich habe bis zu den irischen Wichteln ausgehalten), hat mich dann auch nicht vom Hocker gerissen. Wahrscheinlich fehlte einfach die geheime Zutat, die man für den Grand Prix haben muss (Tipp: Homosexualität oder Alkohol).

Gestern habe ich mir dann Lenas Auftritt nochmal bei YouTube angesehen und finde, man muss es dem Mädchen hoch anrechnen, mit der lahmen Performance (I blame Raab!) immerhin auf Platz 10 gekommen zu sein. Die rockige „Sattelite“-Nummer vom Anfang war einfach so viel besser.

Aber was wissen schon gehörlose Freaks von Show? Peter Urban könnte es mir bestimmt erklären, was Hupfdohlen in Ganzkörperkondomen mit guter Unterhaltung zu tun haben.

Kann jemand die Untertitel einblenden?

Angepisst,
Skeltem

Gelesen > William Gibsons „Blue Ant“ Triogie


Ich schreibe heute die erste „Gelesen“-Kolumne über William Gibsons drei Romane „Pattern Recognition“, „Spook Country“ und „Zero History“. Ich schreibe über die englischen Ausgaben, die ich bereits gelesen habe. Die ersten beiden Bücher der „Blue Ant“-Trilogie (meine Schöpfung) sind auf deutsch unter den Titeln „Mustererkennung“ und „Quellcode“ erschienen. Zero History ist als „Systemneustart“ angekündigt.

Alle drei Romane spielen in der Gegenwart bzw. für uns schon jüngeren Vergangenheit. Das Genre, in dem ich sie einordnen würde, wäre also eher Thriller oder Kriminalroman als Science Fiction, womit Gibson sonst eher identifiziert wird.

Zusammengehalten werden sie durch das wiederkehrende Auftreten der „Blue Ant“ Werbeagentur und deren skrupellosen Chef, dem Belgier Hubertus Bigend (bi -JEAN – d , aber ich denke beim Lesen auch immer ‚Big End‘ mit).

In „Pattern Recognition“ erteilt Bigend, der Cool Hunterin Cayce Pollard den Auftrag, nach dem Macher oder den Machern von Filmschnipseln zu suchen, die im Internet kursieren und eine Anhängerschaft um sich gesammelt haben, die vor allem über Foren kommuniziert und Spekulationen über den Inhalt des fertigen Films austauschen oder ob es überhaupt Teile des gleichen Films sind. Ein Online-Freund bringt sie auf die Spur eines verborgenen Wasserzeichens in den Clips und sie reist nach Tokyo, um mit dem Entdecker des Wasserzeichen zu sprechen. Dieser und eine zufällige Begegnung mit einem Kryptographen in London führen sie nach Russland, wo sie hinter die Quelle der Filmschnipsel kommt.

„Spook Country“ verbindet drei Plots, die am Ende ineinander müden. Der erste Plot dreht sich um die ehemaligen Rockmussikerin Hollis Henry, die für Hubertus Bigends geplantes Magazin Node einen Artikel über lokative Kunst schreiben soll, was wir heute als „Augmented Reality“ kennen. Daneben geht es um den kubanisch-chinesischen Tito, der aus einer Familie von „Vermittlerm illegaler Güter“ stammt und einem mysteriösem alten Mann aus dem Geheimdienstmilieu hilft und um den Agenten „Brown“, der Tito mit der Hilfe des Drogen abhängigen Milgrim jagt. Alles läuft auf eine Konfrontation in Vancouver hinaus, wo schließlich der Inhalt und die Rolle eines Containers enthüllt werden, hinter dem mindestens zwei Parteien des Romans her sind.

Der neuste Roman Gibsons schließlich verwirkt Figuren aus den Vorgängern wiederum in zwei Erzählsträngen: einer aus der Sicht Hollis Henrys, der andere handelt vom inzwischen geheilten Milgrim. Es geht vordergründig um Industriespionage (Milgrim) und der Suche nach einer „geheimen Marke“ (Henry). Dass es am Ende um etwas ganz anderes und gleichzeitig viel mehr geht, erfährt man wirklich erst ganz zum Schluss, bzw. muss man aus Äußerungen schließen, die Bigend, en passant fallen läst. Zero History ist der spannendste Roman der Trilogie, wenn auch nicht der beste.

Pattern Recognition ist einer der besten Romane, die ich gelesen habe. Gibsons Prosa ist wirklich wirklich packend und auch wenn es in dem Buch kaum wirklich „Action“ gibt, ist es ein Schlafverhinderer. Cayce Pollard mit ihrer Markenallergie und ihr Leben in Internetforen ist jemand, mit dem ich mich identifizieren kann. Das Rätsel um die Filmschnipsel, die Feindschaft der unsympathischen Werbetante, die originellen Nebenfiguren und nicht zuletzt Hubertus Bigend, der Teufel in Kaschmir verschaffen ein vordergründiges Lesevergnügen. Aber die wahre Stärke des Romans finde ich die Tiefe, die sich auftut, wenn man, wie der Titel verlangt, die Muster erkennt.

Spook Country ist auch kein Zufallstitel. Geht es in dem schwächsten der drei Blue Ant Romane doch um Geheimdienstmenschen (engl.: spooks). Gibsons Sprache ist immer noch herausragend,was das Buch insgesamt rettet. Denn der Plot ist verworren und, letzten Endes, leider uninteressant. Die drei Perspektiven machen das Lesen nicht einfacher, vor allem Milgrims Plotline ist durch seine Drogenabhängigkeit schwer zu ertragen. Und Hollis Henry wird durch ihre ehemalige Bandkollegin Heidi Hyde in ihrem kurzen Auftritt mal eben „an die Wand gespielt“. Einzig Tito und sein Milieu (und sein Systema) fand ich spannend. Gibson hat lange Zeit während er das Buch schrieb nicht gewusst, worauf es letztlich hinauslaufen würde. Und das merkt man, leider. Es ist trotzdem empfehlenswert, denn auch wenn es gegen die anderen beiden Bücher abfällt, ist es ein guter Roman.

Zero History ist der Blockbuster und das Popcornkino der Trilogie. Es gibt zwar keine Explosionen und Schießereien, aber Verfolgungsjagden und Todesgefahr. Bigend hat sich jetzt wirklich Ärger eingehandelt und Hollis und vor allem Milgrim müssen darunter leiden. Das Buch ist wieder ein Schmöker wie Pattern Recognition, aber diesmal wird die Spannung eindeutig vom Plot getragen und nicht von den Figuren. Letztere sind ein gemischter Segen. Der geheilte Milgrim, der jetzt tatsächlich Initiative entwickelt ist sympathisch bis begeisternd. Hollis Henry ist noch blasser als in Spook Country, nur wird sie recht schnell von Heidi Hyde unterstützt, die im folgenden die eigentliche Hauptfigur dieser Plotline ist. Als dann noch Hollis‘ ehemaliger Lover auftaucht und das Kommando übernimmt, ist es endgültig um die Figur geschehen.

Als neustes der drei Bücher hat Zero History das größte Sci-Fi-Potenzial der Trilogie. Während die technologischen Entwicklungen der ersten beiden Bücher heute alte Hüte sind (für die „lokative Kunst“ bemüht Gibson tatsächlich noch „Cyberspace“-Helme, wo heute ein Smartphone reicht), fragte ich mich hier beim Lesen mehrmals „gibt’s das“?

Insgesamt kann ich Gibsons Bücher (alle, nicht nur die drei hier) empfehlen. Natürlich ist die Neuromancer-Trilogie inzwischen ein Klassiker und ein must-read für alle Science Fiction Fans. Die Blue Ant Romane sind „erwachsener“ als Gibsons Sci-Fi Titel. Wenn die Figuren leider nicht so lebendig sind wie die der wirklich großen Romane der letzten Jahre macht er das mehr als wett durch seine kraftvolle und packende Sprache und seine Schilderung einer Welt, in der die Grenzen verschwinden. Einer Welt in der der Cyberspace, den er erfunden hat, in das „real life“ eindringt und zu einem „Everspace“ wird.

Buchpreisfindung


Ich kann mich nicht mehr erinnern, wann ich mir das letzte Buch auf Deutsch gekauft habe. Ich glaube, es war „Die verschleierte Wirklichkeit„. Jetzt frage ich mich, ob die deutsche Buchpreisbindung nicht vielleicht eher ein Nachteil ist. Mal abgesehen davon, dass ich die englischen Titel lieber im Original lese, kaufe ich mir auch die Bücher spanischer oder skandinavischer Autoren auf englisch, weil es schlicht billiger preiswerter ist.

Dann wiederum: deutsche Verlage teilen einfach englische Bücher in zwei Hälften und verkaufen jedes doppelt so teuer wie das Original. As seen on „Song of Ice and Fire„. Oder sie halten erfolgreiche Titel ewig und drei Tage im Hardcover-Segment.

Was sie an Leuten wie mir verlieren, die dank guter Englischkenntnisse und Online-Händlern (und Bücherei- bzw. Landesbibliotheksausweis) keine Lust auf die hohen Preise von Carlsen und Co. haben, holen sie sich drei Mal von „Normallesern“ zurück.

Es wäre vielleicht mal ein gewagtes Experiment, ein gesamtes Sortiment zu „reclamisieren“. Vielleicht bekommt man damit auch die jüngeren Deutschen wieder ans Buch.

Nicht, dass ich das glaube. Aber das hat andere Gründe und die sollen (vielleicht) in einer anderen Miszelle angesprochen werden.

Schöne Wochenende.

15.2.2011: Kennzeichen der Identität


Hallo Alle.

Weil es gerade um Kultur und Identität geht, passt das Thema hervorragend.

Der Heilbronner Volkswirt Ralf Borchert hat eine Initiative zur Liberalisierung der deutschen Autokennzeichen gestartet. Er tritt dafür ein, dass die seit der Kreisreform Anfang der 70er Jahre abgeschafften Ortskennzeichen wieder eingeführt wird.

Umfragen in so illustren Orten wie Duderstadt oder Naila haben gezeigt, dass es ein unglaubliches Verletzungsgefühl gerade bei den Männern in den betroffenen Orten gibt.

Ich, als Moerser (105.000 Einwohner, 67,69 km² Fläche, Historische Altstadt, Schloss, Schlosstheater, Saturn in der Innenstadt),  der seit 40 Jahren mit der Schmach leben muss, dass nicht nur unser Kreis aufgelöst wurde, nein, er wurde auch dem unsäglich langweiligeren Wesel (60.000 Einwohner auf 122 km², aber 200.00 Kühe und das ist schon alles, was man zu der Stadt schreiben kann) zugeschlagen, kann dem nur aus ganzem Herzen zustimmen! Gebt uns unser MO zurück! Weg mit WES!

Wenn man als Suchbegriff „Liberalisierung Kennzeichen“ in eine Suchmaschine seines Vertrauens eingibt, wird man erschlagen von all den Öhringern, Plauenern, Nailaern und Duderstädtern, die das Joch der ihnen aufoktroyierten Autokennzeichen abwerfen wollen.

Ich erwarte täglich, dass sich eine ähnlich erregte Masse vor dem Verkehrsministerium aufbaut wie auf dem Kairoer Tahrir-Platz. Einziges Hindernis könnte naürlich sein, dass es in Berlin keine Parkplätze gibt.

9.1.2011: Braaaaaaaiiiiiiinnnnnnnsssss …


Hallo alle.

Zombies sind wieder in! Nicht erst seit Resident Evil: Afterlife, das an und für sich schon untote Sequel einer Reihe, die nach einem relativ starken Auftakt ins Bodenlose fiel.

Nein, man findet sie überall. Hier z.B. oder hier und auch hier!  Ich habe irgendwo gelesen, dass die Horrorfiguren die Ängste ihrer Zeit widerspiegeln. Freddy Kruger z. B. war der beste Schutz vor AIDS, da die Überträger/innen schon im Jugendalter abgemackelt wurden und Promiskuität gilt ja spätestens seit der SCREAM-Reihe als sicherer Weg zu kurzen, heftigen Leibschmerzen mit folgendem Exitus.

Nun also mal wieder Zombies. Was will uns der Gruselfilm sagen? Wir brauchen mehr HIIIIIIRRRRRNNNNN!!!! Dass es in Deutschland im letzten Jahr den ersten Zombiestreifen aus Heimproduktion gab, war übrigens ein guter Einstieg für das diesjährige Super-Landtags-Wahljahr: Noch nie sah man in den Landeshauptstädten so viele „Dead Men Walking“.

Ich selbst passe mich hervorragend an:

Ich spiele mit Leidenschaft „Plants vs. Zombies“ und das Browserspiel zur Zombie-Apokalypse: „Die Verdammten„. Außerdem bin ich ja selbst ganz schön „deaf“. (HAHA, Gehörlosen-Humor! Umm…) Und nachdem ich letzte Nacht kein Auge zumachen konnte, schlurfe ich herum wie ein Zombie. Schließlich sollte ich Lapis das Netzwerk neu machen und merke, dass ich mehr GEHIRN brauche.

Was mich allerdings immer beschäftigt hat und vielleicht kann da ja mal jemand mit einer Theorie aufwarten: Warum greifen sich Zombies grundsätzlich nicht untereinander an?