Der große Spießertest!


Nochmal Spießer. Mit meiner grenzenlosen philanthropischen Art gebe ich euch hier und exklusiv die Möglichkeit nachzuprüfen, ob und welcher Spießer in euch steckt. Macht den großen Miszellen-Psychotest. Garantiert einmal kurz von einer Diplom-Psychologin überflogen.

Frage 1: Arbeit

Ich arbeite …

A: … um zu leben. Und damit ich mir die Wohnung in dem Szeneviertel leisten kann. Dann beschwere ich mich über die Szene.

B: … um zu arbeiten. Arbeit gibt dem Leben Sinn. Vor allem, wenn sie einem eine gewisse Machtposition gibt. Zum Beispiel als Hausmeister oder in der Agentur für Arbeit.

Frage 2: Familie

Familie ist …

A: … mir unglaublich wichtig, ne? Klar, ich habe schon seit 5 Jahren nicht mehr mit dem Lutz, meinem Dad geredet, aber mein Mann/Frau, meine Kinder und ich halten voll zusammen. Vor allem seit die Maria im Altersheim ist.

B: … der Grundpfeiler einer jeden Gesellschaft. Die Ehe zwischen Mann und Frau ist das Heilige Band, das unser Vaterland verbindet. Die Frucht, die Kinder, sind der Samen, aus dem unsere Zukunft wächst. Manchmal muss man liebevoll zuschlagen, um die Familie auf die rechte Bahn zu bringen. Außerdem soll man seine Eltern ehren. Deswegen haben wir ihnen das beste Heim ausgesucht, das von ihrer Rente zu haben war.

Frage 3: Kinder

Was tust du für deine Kinder?

A: Also Thorben und Lena-Sophie gehen jetzt beide auf ein Top-Gymnasium. Internat mit Reitunterricht, Musiktherapie und Hochbegabtenförderung. Null Kinder mit Migrationshintergrund, nur Top-Elite als Eltern. War nicht einfach, den beiden 6 Stunden Nachhilfe seit der ersten Klasse schmackhaft zu machen, das können Sie glauben. Wenn sie mit ner schelchten Note nach Hause kommen, sage ich nichts. Aber wir diskutieren dann ganz ruhig über meine Gefühle als enttäuschter Elternteil.

B: Ludwig und Annelie sind wohlerzogene Kinder. Die kannst du überall hin mitnehmen. Keinen Mucks sagen die. Und fleißig in der Schule. Wenn einer mal mit ner ‚5‘ nach Hause kommt, sag ich auch nichts. Aber den Gürtel gibt’s. Auf den nackten Arsch.

Frage 4: Umwelt

Schützt du die Umwelt?

A: Umweltschutz ist wahnsinnig wichtig. Gerade jetzt mit dem Klimawandel und so. Man will seinen Kindern ja einen intakten Planeten hinterlassen. Also wir fliegen deswegen immer nach Costa Rica in so ein Naturreservat, wo wir mit den Kindern was für die Umwelt tun. Und unser Phaeton bleibt jetzt auch öfter mal in der Garage.

B: So ein Quatsch. Das haben sich wieder so linke Spinner ausgedacht. Früher gabs auch schon Autos und Flugzeuge und trotzdem wars im Sommer warm und im Winter kalt. Und davor gabs Eisenbahnen. Und? Wachsen jetzt in Hamburg Palmen? Eben.

Frage 5: Ausländer

Was hältst du von Menschen mit Migrationshintergrund?

A: Also ich bin ja mit Türken befreundet, das sind ja total andere Menschen als wir. Sowas von freundlich und zuvorkommend. So warm. Das gibt’s bei uns ja nicht mehr. Außerdem gehen wir andauernd chinesisch und vietnamesisch essen und ich habe mir sogar ein paar Brocken der Landessprache angeeignet, um mich mit den Leuten zu unterhalten. Schade eigentlich, dass in unserer Gegend keine Ausländer wohnen. Andererseits müssten deren Kinder dann auch so weit zur nächsten Hauptschule.

B: Ich hab nichts gegen Ausländer. Ehrlich nicht. So lange sie hart arbeiten und Deutschen keine Arbeitsplätze weg nehmen. Von mir aus soll jeder leben, wie er will. Nur muss ich das ja nicht mit ansehen, oder? Oder riechen. Aber sie sollen sich gefälligst anpassen, wenn sie schon hier wohnen. Nix mit 5 Frauen 20 Blagen ums Haus. Nicht mal ein Bier wollte dieser Ali mit mir trinken.

Frage 6: Religion

Wie hältst du es mit der Religion?

A: So organisierte Religion, da halte ich ja nichts von. Gott ist doch irgendwie in uns allen, oder? Für mich ist ein spirituelles Leben im Einklang mit dem Universum viel wichtiger. Die Gebote und Verbote sind ja nur da, um überkommene Machtstrukturen zu zementieren. Also kein Zwang, ne. Ich sag immer: Jesus, Buddha, Mohammed – alles gleich. Hauptsache man lebt bewusst.

B: Natürlich glaube ich an Gott. Natürlich gehe ich jeden Sonntag mit meiner Familie in die Kirche. Das gehört sich so. Die Kirche ist wie die Familie ein Grundbaustein der Gesellschaft. Die Zehn Gebote sind das Grundgesetz für jeden zivilisierten Umgang miteinander. Das Christentum ist für jeden vernünftigen Menschen ersichtlich dir fortschrittlichste Religion. Jenseits der Christenheit lauern Unmoral und Barbarei.

Frage 7: Moral

A propos Unmoral: Was ist mit Moral?

A: Frieden, Toleranz, Liebe – das ist so meine Moral. Wenn mich einer anmacht, dann gehe ich gar nicht auf Konfrontation, sondern zeige dem voll mein Verständnis. So der Kern von allen Kriegen ist ja, dass viele denken, wir sind total verschieden. Dabei sind wir alle gleich. Irgendwie, ne? Wenn wir uns mit Liebe begegnen, wird alles gut.

B: Moral und Anstand – das ist wichtig. Das kann nur sein, wenn jeder sich an die Spielregeln hält. Wer sich nicht dran hält, den sollten alle anständigen Menschen spüren lassen, dass er oder sie nicht erwünscht ist. Homos zum Beispiel. Oder Mohammedaner, die ihre Frauen und Töchter verschleiern. Oder den Bastardsohn unseres Nachbarn, der schon wieder den Lack meines Phaetons angekratzt hat.

Auflösung:

Überwiegend Antworten der A-Kategorie:

Gratuliere, du bist ein liberaler Öko-Spießer. Deine Art stammt im Großen und Ganzen aus dem Umfeld der so genannten „68er“ und ihrer Kinder. Du bist so tolerant, dass du selbst für einen Selbstmord-Attentäter Verständnis hast, der sich vor dir in die Luft sprengt. Die Umwelt liegt dir so am Herzen, dass du um den halben Globus fliegst, um sie zu retten. Politische Korrektheit ist deine Philosophie, obwohl du irgendwie ahnst, dass sie vor allem deinem Mangel an Rückgrat entspringt.

Überwiegend Antworten der B-Kategorie:

Ah, ein Spießer der alten Schule. Jeglicher Veränderung abhold, ein Freund der ‚Ordnung muss sein‘-Lehre. Koste es, was es wolle. Du kümmerst dich zuerst mal um dich selber und dann kommt vielleicht irgendwann dein Haustier. Dein Geschmack ist der deiner Eltern und Großeltern. Das Ausland magst du nicht, genauso wenig wie alle Erfindungen, die seit deiner Geburt gemacht wurden. Dein größtes Anliegen ist es denjenigen zu schaden, deren Leben weniger freudlos ist als deines. „Was die Leute sagen“ ist für dich der Kompass deiner Moral. Dementsprechend ungehemmt bist du hinter geschlossenen Vorhängen.

FDP-Kurzwahlprogramm, übersetzt


tl;dr: Der gleiche Scheiß, den wir seit Jahrzehnten predigen. Wähl dich reich!

Freie Deutsche Partei (FDP) Deutschlandprogramm, Kurzwahlprogramm:

1. Mehr Netto vom Brutto
Die marktwirtschaftliche Erneuerung bietet viele neue Zukunftschancen.
Dafür brauchen wir eine echte Steuerstrukturreform. Unser Ziel sind einfache, niedrige und gerechte Steuern: für mehr Netto vom Brutto.
Unser Stufentarif mit niedrigen Steuersätzen (10%,25%, 35%) entlastet die Bürger. Dann können Sie sich mehr leisten und Unternehmen mehr investieren. Entlastung ist die Voraussetzung für Wachstum und Arbeitsplätze – und nicht nur die Folge davon.
Übersetzt: Die niedrigen Einkommen entlasten wir um 4%, die hohen um mehr als 12%. Das Problem der „kalten Progression“ fassen wir gar nicht erst an. Und die zig Miliarden Steuerausfälle, die der Staat durch die Entlastung gerade der hohen Steuerklassen, die einen höheren Anteil an den Steuereinnahmen des Bundes haben als die kleineren interessieren uns auch nicht. Wir (und unsere Wähler) haben es ja.

2. Gute Wirtschaftspolitik ist die beste Sozialpolitik
Der Staat soll sich auf seine Kernaufgaben konzentrieren. Wir werden die Fehler der Unternehmensteuerreform beseitigen. Die deutschen Unternehmen brauchen weniger Bürokratie für mehr unternehmerische Handlungsfreiheit. Wir wollen die Verschwendung von Steuergeldern
beenden und Subventionen abbauen.
Übersetzt: Lasst die Unternehmen machen, was sie wollen. Am Ende wird schon irgend etwas Gutes dabei rum kommen. Geld brauchen wir auch nicht, denn der Staat muss ja nichts mehr machen als Außenpolitik (können wir die nicht auch privatisieren?) und, eh, Hungeraufstände niederschlagen. Soziale Netze sind ja so 20. Jahrhundert.

3. Neues Vertrauen in das Finanzsystem
Bürger und Unternehmer müssen Vertrauen in das Finanzsystem haben können. Dieses Vertrauen ist erschüttert. Wir wollen es wiederherstellen. Dies gelingt uns nicht durch mehr, sondern durch bessere und wirksamere Regeln für den Finanzmarkt. Die Bankenaufsicht auf nationaler und internationaler Ebene muss effektiver und professioneller werden.
Übersetzt: Das war jetzt irgendwie Scheiße mit der Bankenkrise und alles. Liebe Banker, dafür geht ihr heute Abend ohne Hupferl ins Bett. Und morgen denken wir zusammen darüber nach, wie so was nicht nochmal vorkommt. Wenn ihr Lust habt.

4. Energie- und Umweltpolitik für mehr Lebensqualität
Die FDP steht für eine Umwelt- und Energiepolitik mit Verstand. Der Wettbewerb der Ideen führt zu neuen Lösungen, um unsere Zukunft zu meistern. Technischer Fortschritt sorgt dafür, dass Umweltschutz, Mobilität und Energie kein Luxus sind.
Übersetzt: Bloß keine Verpflichtungen für die Industrie! Außerdem hat Guido Westerwelles Friseur gesagt, dass der Klimawandel eh mit Erdstrahlen zu tun hat. Mit uns an der Regierung muss sich niemand vor den Folgen seiner Verschwendungssucht fürchten. Und Eisbären sind doch am schönsten im Zoo, oder?

Wahlprogramm der LINKEN, Auszüge. Kommentiert.


Die „Miszellen“ sind ja bekanntlich auch eine Service-Seite. Weil die Wahl kurz vor der Tür steht, habe ich mir die Mühe gemacht, mir die Wahlprogramme der einzelnen Parteien mal anzuschauen. Leider schwafelt die LINKE wie ein Soziologiestudent im 16. Semester. Es gibt zwar auch eine Kurzfassung ihres Wahlprogrammes, aber ich habe mir die volle Dröhnung gegeben. Alles für euch.

Die Linke (Linke), Wahlprogramm (Auszüge):

1. Wer die aktuelle Krise bekämpfen will, muss mit Sofortmaßnahmen beginnen, die 
mit einem Zukunftsfonds Arbeitsplätze sichern und mit einem öffentlichen Investitionsprogramm neue Arbeitsplätze schaffen,
die sozialen Sicherungssysteme wieder befestigen und das öffentliche Eigentum stärken,
eine Millionärssteuer einführen, die Banken vergesellschaften und staatliche Hilfen nur im Tausch gegen entsprechende Eigentumsanteile und Entscheidungsrechte der öffentlichen Hand und Belegschaften vergeben.
– Liest sich ja knorke, wa? Ich sehe, dass die LINKE in den von ihr regierten Bundesländern schon mit dem Investitionsprogramm … nicht? Weil kein Geld da ist? Ach was! Und zum Glück wissen wir alle noch genau, wie unglaublich effektiv staatlich kontrollierte Betriebe sind. Immerhin war die DDR DIE Wirtschaftsmacht in Europa. Und gegen eine Landflucht der Reichen bauen wir am besten eine Mauer um Deutschland, hm?

2. DIE LINKE unterstützt den Kampf der Gewerkschaften und Sozialverbände im „Bündnis soziales Deutschland“ für eine sofortige Anhebung der Regelsätze für Hartz IV-Empfängerinnen und -Empfänger. Wir fordern für die nächste Wahlperiode die Anhebung auf 500 Euro. Es muss nach französischem Vorbild ein existenzsichernder, flächendeckender, gesetzlicher Mindestlohn eingeführt werden, der in der nächsten Wahlperiode auf 10 Euro erhöht wird.
– Würde ich ja sofort unterschreiben. Aber, liebe LINKE, schreibt ihr nicht ein paar Absätze über diesem: „Ob nach der Rettung der Banken noch ausreichend Mittel bereitstehen, Arbeitsplätze und Einkommen zu schützen, ist ungewiss. Im Herbst und Winter werden die Auswirkungen der Krise auf den Arbeitsmarkt in voller Konsequenz durchschlagen. Erst dann wird sich zeigen, unter welch massiven finanziellen Druck die Sozialsysteme geraten werden.“ Sprich: Kein Geld da! Und die ganzen tollen Pläne mit Millionärssteuer etc. würden, wenn sie denn realistisch wären, sowieso erst frühstens 2011 greifen. So lange müsste das alles auf Pump finanziert werden. Und dass wo vorsichtige Schätzungen davon ausgehen, dass Deutschland sich auch ohne LINKE Regierung im nächsten Jahr mit fast 90 Milliarden Euro neu verschulden wird. Aua!

3. Für die Große Koalition sind Wissenschaft und Forschung in erster Linie ein Standortfaktor, vor allem für die Exportwirtschaft. […] Neue Erkenntnisse und Technologien müssen dem Gemeinwohl dienen und zur Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen wie der Überwindung von sozialer Ungleichheit, der Bewältigung des Klimawandels und der Ressourcenknappheit beitragen. Das geht nur, wenn über Chancen und Risiken von Innovationen transparent und mit öffentlicher Beteiligung verhandelt wird. Deshalb sind die Entscheidungen über die öffentliche Forschungsförderung aus den geschlossenen Zirkeln der Ministerien, Kuratorien und Industriekonsortien zu befreien. DIE LINKE steht der öffentlichen Förderung neuer Technologien aufgeschlossen gegenüber, wenn ihr Nutzen nachgewiesen und die Risiken für Menschen und Natur niedrig sind.
– Äh was? Die LINKE möchte gerne bestimmen, wozu geforscht wird. Sie will die „Öffentlichkeit“ an der Entscheidung beteiligen, was gefördert werden soll und nicht, sagen wir, Leute, die wissen wovon sie reden? Und gefördert werden soll, was nützt und ungefährlich ist? Hakt es? Arme Orientalisten. Arme Physiker. Armes (Forschungs-) Deutschland.

4. Die LINKE fordert:

    die Bundeswehr sofort aus Afghanistan abziehen;
    keine Auslandskriegseinsätze der Bundeswehr zulassen – auch nicht unter UN-Mandat: keine Militärberater zur Unterstützung autoritärer Regimes entsenden;
    den Verteidigungsetat verkleinern und den zivilen Friedensdienst ausbauen;
    sofort auf die Pläne zur militärischen Nutzung der Kyritz-Ruppiner Heide als Bombodrom verzichten: Kein Bombodrom nirgendswo (sic!)!;
    die NATO auflösen und ersetzen durch ein kollektives Sicherheitssystem unter Beteiligung Russlands:  die Errichtung des „Raketenabwehrschildes“ in Polen und Tschechien verhindern; die zivilen Partnerschafts- und Kooperationsabkommen zwischen EU und Russland ausbauen; die Östliche Partnerschaft mit Staaten aus der früheren Sowjetunion unter Berücksichtigung der Sicherheitsinteressen Russlands gestalten;
    noch ein paar super friedfertige und voll realistische Forderungen. Gummibärchen für alle!

– Ja, danke. Das wars. Im LINKE-Programm sind ja viele Sachen, die mich als linksliberalen Intellektuellen ansprechen würden. Leider zeigen Ausschnitte wie die oben, dass offenbar niemand die vielen vielen Forderungen der LINKEN zu Ende gedacht hat. Niemand, der in diesem Land und zu dieser Zeit lebt, jedenfalls.
Schade, aber vielleicht kommt die LINKE auch noch an den Punkt, ab dem man sie wählen kann. Ich würde es Deutschland gönnen.

SPD-Wahlprogramm, übersetzt


Die „Miszellen“ sind ja bekanntlich auch eine Service-Seite. Weil die Wahl kurz vor der Tür steht, habe ich mir die Mühe gemacht, mir die Wahlprogramme der einzelnen Parteien mal anzuschauen. Leider sind die meisten recht unklar geschrieben. Deshalb habe ich mir die Freiheit genommen (solange ich sie noch habe), die Programme in richtige Sprache zu übersetzen.

Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD), 8 Ziele:

1. Gute Löhne für Gute Arbeit- und zwar Alle! 1. Vollbeschäftigung? Check. Mindestlohn? Check. Soziale Gerechtigkeit? Check. Amnesie die „Agenda 2010“ betreffend? Check.

2. Erstklassige Bildung ohne Gebühren! 2. Zum Glück regieren wir kaum noch Bundesländer. Deswegen haben wir in Bildungsfragen kaum noch etwas zu sagen. Aber fordern ist billig. Deswegen fordern wir alles mögliche und vergessen darüber, dass es heute schon kaum genug Erzieher, Lehrer, Professoren usw. gibt.

3. Klimaschutz mit sicherer Energie statt gefährlicher Atomkraft. 3. Und Braunkohle strahlt ja schließlich auch nicht, oder?

4. Unterstützung für unsere Familien! 4. Denn wir Politiker leben von der Hand in den Mund und können unsere Familien kaum ernähren.

5. Echte Gleichstellung für Frauen! 5. Deswegen haben wir in unsere Parteispitze zwei Frauen und fünf Männer. Die sind aber echt gleich. Irgendwie.

6. Ein tolerantes Land für alle. Vielfalt statt Einfalt! 6. Wir sind bald so wenige, dass wir unter den Minderheitenschutz fallen.

7. Eine menschliche Gesellschaft statt ungezügelten Kapitalismus! 7. Diesen super Slogan hat uns der Gerd von einer Gazprom-Sitzung zugefaxt. Wie der immer auf sowas kommt.

8. Fortschritt durch Arbeit, Bildung, Nachhaltigkeit. 8. Zum Abschied noch’n paar Seifenblasen.

(Anmerkung: Die längere Fassung der „8 Ziele“ war nicht kopierbar und abschreiben wollte ich den Schmu nicht. Wer sich genauer informieren mag, soll den Link klicken)

CDU-Wahlprogramm, übersetzt


Die „Miszellen“ sind ja bekanntlich auch eine Service-Seite. Weil die Wahl kurz vor der Tür steht, habe ich mir die Mühe gemacht, mir die Wahlprogramme der einzelnen Parteien mal anzugucken. Leider sind die meisten recht unklar geschrieben. Deshalb habe ich mir die Freiheit genommen (solange ich sie noch habe), die Programme in richtige Sprache zu übersetzen.

Christlich-Demokratische Union (CDU), 10 Punkte „Regierungsprogramm“:

1. Wir brauchen nachhaltiges Wachstum, um die Folgen der Krise zu überwinden. 
Um dieses zu erreichen, müssen wir den Haushalt konsolidieren, in unsere Stärken wie Bildung und Innovationen investieren sowie die Bürgerinnen und Bürger entlasten. – 1. Trotz dem der Kapitalismus Billionen Euro und zigtausend Arbeitsplätze vernichtet hat, fällt uns nichts anderes als „Wachstum“ ein, um die Folgen unserer missratenen Finanzpolitik zu beheben. Wir erzählen den Leuten etwas von Bildung, Innovation und hoffen, sie merken nicht, dass wir mit dafür verantwortlich waren, dass Forscher ins Ausland gehen statt im Land zu bleiben und zunehmend nur noch die Kinder reicher Leute studieren können. Außerdem machen wir lächerliche Versprechungen, die wir nicht mal vorhaben, zu halten.

2. Wir stehen weiter ein für unser Ziel „Arbeit für Alle“. Alle müssen ihren Beitrag leisten, damit Arbeitsplätze erhalten und geschaffen werden. 2. „Vollbeschäftigung“ ist immer ein gutes Schlagwort, leider ist das irgendwie links. Aber wir können wenigstens durch die Blume andeuten, dass wir vorhaben, Arbeitnehmerrechte weiter einzuschränken. „Alle“ sind schließlich auch die Malocher.

3. Unser Land soll Bildungsrepublik werden. Bildung darf keine Frage des Einkommens der Eltern sein. Wir wollen unser Bildungsangebot weiter ausbauen. 3. Zum Glück ist Bildung hauptsächlich Ländersache und da haben unsere Provinzfürsten etwas zu sagen. Deshalb können wir das ohne rot zu werden schreiben, während unsere Parteifreunde Studiengebühren einführen.

4. Wir werden Ehe und Familie weiter stärken. Die Familien sind der Kern unserer Gesellschaft. Es ist unsere Politik, Eltern noch bessere Wahlmöglichkeiten zwischen Familie und Beruf zu schaffen. 4. Die wirtschaftliche Benachteiligung von Frauen ist gottgewollt, denn die sollen zu Hause bei den Kindern bleiben. Wir geben den Männern was fürs gute Gewissen, um modern auszusehen.

5. Deutschland braucht starke ländliche Räume. Wir erkennen die Leistungen der Menschen in ländlichen Räumen an und werden ihre Chancen für die Zukunft sichern. Faire Rahmenbedingungen für die Landwirte sorgen für Versorgungssicherheit und faire Preise. 5. Wir brauchen dringend die Stimmen der Bauern, die nicht CSU oder grün wählen. Und fragt uns um Gottes Willen nicht nach Milchpreisen!

6. Wir setzen uns weiter für verantwortungsbewussten Umgang mit knappen Ressourcen und für die Bekämpfung des Klimawandels ein. Unsere Energiestrategie umfasst Energiesicherheit, ökologische Verträglichkeit, bezahlbare und wettbewerbsfähige Energiepreise sowie Unabhängigkeit. 6. Wir legen uns auch weiterhin nicht fest, sondern verstecken uns hinter Blabla. Letzten Endes glauben wir, dass gut für Deutschland ist, was gut für die Wirtschaft ist. Also kein Öko-Schmarrn.

7. Wir wollen die Chancen- und Lohngleichheit von Frauen verwirklichen und fordern eine ausgewogene Berücksichtigung von Frauen in Führungsfunktionen. 7. Also entscheidet euch, Mädels: Familie oder Karriere!

8. Wir wollen ein gutes Zusammenleben von Einheimischen und Migranten ermöglichen. Wer die Werte unserer Gesellschaft und Deutschland als Heimat annehmen will, wird seine Chance in unserem Land bekommen und ist uns herzlich willkommen. 8. Was „unsere Werte“ genau sind, entnehmen Sie bitte der „Bild“ und der „BamS“.

9. Wir werden die Sicherheit in unserem Land bewahren. Jeder muss die Möglichkeit haben, sich jederzeit ohne Angst und Befürchtungen auf Straßen und Plätzen bewegen zu können. 9. Dafür werden wir noch mehr Kameras aufstellen. Es ist geplant, so genannte „Televisoren“ in jedem Haushalt zu installieren um Verbrechen schon im Vorfeld der Tat zu verhindern.

10. Deutschlands und Europas Selbstständigkeit und Einfluss sind in der Krise gewachsen. Wir wollen, dass die Soziale Marktwirtschaft weltweit zum Modell wird – damit auf den Märkten klare Regeln gelten. 10. Was soll man dazu noch sagen? „Die Maus die brüllt“, vielleicht.

Morgen morgen, nur nicht heute …


Gehören Sie auch zu den Menschen, die gnadenlos alles durchziehen, was sie sich vornehmen? Und das am besten noch gestern? Leute, die geradezu krankhaft erfolgreich sind? Die ihr Leben auf die Reihe bekommen und dabei auch noch gut aussehen? Wenn die Antwort „ja“ lautet, dann habe ich da doch eine Frage an Sie: Warum verschwenden Sie Ihre Zeit mit dem Lesen eines mäßig interessanten Blogs?

Da Sie also genau wie viele, sehr viele Menschen zu den Losern des digitalen Zeitalters gehören, will ich Ihrem armen Leben ein wenig auf die Sprünge helfen. Ich habe keine Ahnung, wie man reich und erfolgreich wird. Aber vom Prokrastinieren weiß ich eine Menge. Deswegen heute in der Miszellen „Lebenshilfe“ Rubrik: Wie slacke ich richtig?

Zuerst einmal gilt es herauszufinden, welcher Typ von Prokrast Sie sind. Grundsätzlich unterscheidet man zwei Sorten: den Überspringer und die Pro-Krast. Überspringer sind allenfalls Hobby Prokrastiker. Sie haben wichtige, aber unangenehme Dinge zu erledigen, wie eine schwere Prüfung, für die sie lernen müssen, eine wichtige Präsentation oder einen Scheidungstermin. Weil sie die wichtige Sache nicht machen wollen, können oder sie sich danach umbringen müssen, schieben sie sie hinaus. Immer weiter. Das ist natürlich das Mantra des wahren Prokrastikers: „Was ich heute kann besorgen, das kann ich auch noch morgen.“ Aber Überspringer schieben nicht nur lustvoll auf. Sie bestrafen sich dafür, indem sie andere Dinge machen, die meistens nicht angenehmer sind als das Aufgeschobene. Hausarbeit etwa. Oder diese unglaublich wichtigen Reparaturen, die sie eigentlich schon vor Monaten hatten machen wollen. Oder ihr Abitur nach, bloß um nicht für diese Meisterprüfung lernen zu müssen. Aufschieber bringen die protestantische Ethik in das sinnliche, Schuld erzeugende und deswegen fast sexuelle, Vergnügen des Aufschiebens.

Überspringer können zwar echte Prokrastiker werden. Aber meistens entwickeln sie sich entweder zu den Leuten, die dann doch alles auf die Reihe kriegen. Oder einen Zwang. Es ist zwar beeindruckend die porentief reine Wohnung eines zwanghaften Putzers zu sehen, aber gesund ist es nicht. Zumindest nicht, wenn man eine Vorliebe für tropfendes Speiseeis und der Putzer einen schweren stumpfen Gegenstand zur Hand hat. Nein, Überspringer sind nur Prokrastiker pro tem. So oder so.

Der wahre Künstler des Prokrastinierens ist der Pro-Krast. Der Unterschied zwischen einem Pro-Krast und jemandem, der einfach nichts auf die Reihe kriegt ist, dass der Pro-Krast eben doch alles schafft, was er machen muss. Oder zumindest das meiste. Nur zum spätest möglichen Zeitpunkt. Wenn Sie Ihre Diplomarbeit einen Tag vor Abgabeschluss eingereicht haben, sind Sie kein Pro-Krast. Wenn Sie 5 Minuten vor Schluss im Copyshop, der sie Ihnen gebunden hat losrennen, auf dem Weg noch Ihre Unterschrift unter die eidesstattliche Erklärung kritzeln, ihren Fuß in die sich schließende Tür rammen und alles triumpherend auf den Tisch legen und noch eine gute Note kassieren, sind Sie auf bestem Wege, ein Meister des Aufschiebens zu werden.

Viele denken Prokrastination sei einfach. Man müsse einfach nichts machen, bis es fast zu spät sei und dann hektisch durchstarten. Amateure machen das so und wundern sich, warum sie nach ein, zwei Jahren entweder mit Depressionen am Fuß eines hohen Gebäudes liegen (dann natürlich sans Depression) oder Hartz IV beziehend Dosenravioli auf einem Feuer aus Hündekötteln erwärmen müssen.

Wichtig ist es, immer etwas zu tun, ohne zuviel zu tun. Beispiel: Wenn man lästige Hausarbeit machen muss, kann man sich die Qual sehr gut verlängern, indem man zum Beispiel giftigen Haushaltsreiniger versprüht. Bis die Gase unter den Grenzwert fallen ab dem man noch zeugungsfähig ist, kann man mit guten Gewissen andere Sachen machen. Solitaire spielen zum Beispiel (erfunden von Meister Pro-Krasten und garantiert Prokrastination fördernd) oder die gleiche Website 5-1000 mal neu laden.

Der PC ist sowieso der Traum jedes Pro-Krasten und das Internet das Paradies. Ohne diese beiden Zeitverscwendungs-Mittel kommt ein Verschieber und Verschwender, der etwas auf sich hält heute gar nicht mehr aus. Mit nichts anderem kann man so tun, als würde man arbeiten und trotzdem nichts tun. Wenn man dann tatsächlich eine Aufgabe hat, ist die Prokrastination immer eine Alt-Tab entfernt. Die pure Lust.

Eine gewisse Brillianz ist allerdings nie verkehrt als Pro-Krast. So muss man fähig sein, eine Hausaufgabe, bis zum Ultimo aufgeschoben, in den 5 Minuten vor dem Unterricht zusammen zu lügen und dabei auch noch zu beeindrucken. Ein Nobel-Prokrast hat Gerüchten zufolge seine Promotion, seine Habilitation und die Rede vor dem Stockholmer Komitee eine Minute vor dem jeweiligen Termin auf eine Serviette geschrieben. Das sind allerdings Sphären, in die wir Otto-Normal Prokrastiker nie vorstoßen. Trotzdem darf man nie vergessen, dass das, was einem vom gemeinen Penner trennt ein sehr schmaler Grat ist.

Das einzige Problem, das durch die ganze Ablenkerei und Aufschieberei auftut ist, dass die Konzentration flöten geht. Zum Beispiel fällt einem kaum ein guter Schluss für einen Blog-Eintrag ein, wenn man den Flow die ganze Zeit unterbricht, um im Internet zu surfen.

Die Hölle, das sind die, die was von mir wollen!


Nachdem uns zahlreiche Zuschriften aufgebrachter Servicekräfte erreicht haben und S. von einer Bäckereiverkäuferin mit einem alten Croissant attackiert wurde, fühlt sich die Miszellen-Redaktion genötigt, auch den tapferen Männern und Frauen auf der anderen Seite des Tresens oder der Telefonleitung eine Ausgabe zu widmen. Die Drohung eines anonymen LibertyNetz-Mitarbeiters, die Miszellen zu löschen und unsere Telefonleitung auf Jahre zu stören hat damit selbstverständlich nicht den geringsten Einfluss gehabt.

Wenn der Kunde König ist, sind Sie Republikaner. Sind Sie schon länger im Kundendienst, entwickeln Sie wahrscheinlich schon Fantasien von Revolution und Guillotinen. Geben Sie diesen Fantasien NICHT nach! Rächen Sie sich vielmehr für die vielen kleinen Demütigungen durch den Souverän, indem sie die Waffen der Servicekräfte einsetzen.

Seien Sie grundsätzlich und zu jeder Tageszeit müde und gelangweilt. Kommen Sie Forderungen von Kunden widerwillig und unbegeistert nach. Die alte Beamten-Weisheit, man sei auf der Arbeit und nicht auf der Flucht sei Ihre oberste Maxime. Wenn Ihr Vorgesetzter ein „Service-Lächeln“ von Ihnen fordert und Sie schon einmal abgemahnt hat, lassen Sie den Kunden wissen, dass das Lächeln, das Sie ihm oder ihr schenken so falsch ist wie ein 6-Euro-Schein. Ihr Lohn reicht sowieso hinten und vorne nicht, warum sich also anstrengen?

Begreifen Sie, dass Sie sich im Service-Krieg befinden. Der Kunde ist der Feind, dem Sie bei jeder Gelegenheit eine Niederlage beibringen müssen. Arbeiten Sie in einem Restaurant und die Gäste lassen sich mal wieder endlos Zeit mit dem Studieren der Karte obwohl klar ist, dass sie sowieso wieder „Spaghetti Bolognese“ bestellen, erfreuen Sie sich an dem Gedanken, woraus das Hackfleisch ist. Wenn Sie dann lächeln müssen, glaubt der Gast vielleicht sogar, dass es ihm gilt. Wenn, vornehmlich männliche, Gäste mit angeblichem Insiderwissen („Statt eines Clarets lieber einen Bordeaux“) auftrumpfen wollen, lassen Sie kalt lächelnd Bemerkungen wie „Mein Herr, Claret ist ein Bordeaux“ auflaufen.

Idioten, die aus plumper Kumpelei meinen, sich anbiedern zu müssen, sind ein besonderer Graus. „Hallo, wie geht es uns heute?“ oder „Ich war jetzt schon 234 Mal in Ihrer Filliale. Mein Name ist übrigens Günther“ beantworten Sie mit: „Wie es Ihnen geht, weiß ich nicht und wie es mir geht, geht Sie vor allem nichts an“ und „Ich bin jeden Tag hier und heiße Frau Schmidt“. Fraternisieren Sie bloß nicht mit dem Feind! Der glaubt dann, bevorzugt behandelt werden zu müssen, nur weil er sich Ihren Nachnamen merken kann.

Ein ganz besonderes Kapitel der Hölle Dienstleistung ist es, bei einer Service-Hotline zu arbeiten. Da kann Ihnen der Verdacht kommen, dass in wenigen Tagen die geballte Dummheit der Menschen ein Eigenleben entwickeln und den Planeten in einer Wolke der Geistlosigkeit implodieren lassen. Lassen Sie die Irren, die bei Ihnen anrufen auch genau das spüren. Wenn die nicht mal das Problem definieren können, ist das schließlich nicht Ihre Schuld!

Wahrscheinlich arbeiten Sie für einen Lohn, der Hartz IV-Empfänger zu mitleidigen Bemerkungen veranlassen würde. Vielleicht wurden Sie gerade ge-outsourced und machen Ihren alten Job für die Hälfte Ihres ursprünglichen Gehaltes. Oder sie sind Informatik/BWL/Jura/wasauchimmer-Student, der sich die Abzockgebühren verdienen muss. Vielleicht sind Sie auch einfach nur ein Menschenfeind, der das Callcenter als den idealen Ort zum legalen Quälen seiner Mitmenschen erkoren hat. Wie dem auch sei, Sie haben Grund, die Anrufer zu hassen, die sie beim Surfen im Internet stören.

Wenn Sie nicht einen Aufseher hätten, würden Sie überhaupt keinen Anruf entgegen nehmen. So aber müssen Sie von Zeit zu Zeit eine Kundenanfrage bearbeiten. Wenn Ihr Kunde bereits seit mehreren Stunden warten musste und sich dann durch ca. 700 automatisierte Filter drücken musste, ist er meistens genervt. Gut für Sie, denn dann reicht eine kleine Provokation, der Kunde flippt aus und Sie reichen ihn an Ihren Vorgesetzten weiter.

Weiterreichen ist sowieso das Beste, das man tun kann. Da diese Pinsel meistens überhaupt keine Ahnung haben, was sie wollen, verstehen Sie das Problem doch absichtlich falsch und reichen sie an ihren Kollegen im Nebenabteil weiter. Natürlich kann der auch nicht helfen und so weiter… Wenn Sie in einem großen Callcenter arbeiten, schließen Sie Wetten ab, wie oft der Kunde Sie passiert, bevor er entnervt aufgibt. Das lockert den drögen Arbeitsalltag auf.

Wenn Sie vor allen Dingen daran denken, dass es zwar Ihr Job ist, Kunden zu bedienen, aber kein Mensch von Ihnen verlangen kann, dass Sie auch noch Spaß daran haben, dann erleichtert es ihre Arbeit ungemein. Denn egal ob Sie über- oder unterfordert sind. Egal, ob Sie mit dem Verdienst gerade noch so über die Runden kommen oder Sie sich bloß den neuen Plasmafernseher verdienen wollen. Egal ob die Kunden nett, unverschämt oder hochgradig verblödet sind. Es ist immer und jeden Tag die Hölle da draußen.

Die Dienstleistungsgesellschaft kann ohne Sie nicht überleben. Wenn Sie dafür schon keine Anerkennung (oder gerechten Lohn) erhalten, dann lassen Sie sie wenigstens spüren, dass sie genau das bekommt, was Sie verdienen.

Als Kunde in der Service-Wüste


Wieder einmal ist es Zeit für wichtige Ratschläge aus der Miszellen-Redaktion. Unser Spezialist für das moderne Leben hat sich heute mit der Frage beschäftigt: Wie überlebe ich als Kunde in der Service-Wüste Deutschland?

Seien Sie sich bewusst, dass SIE der König oder die Königin sind. Wenn Sie schon ihr hart erarbeitetes Geld dem Gott des Konsums opfern, dann wollen Sie dafür wenigstens ein wenig Dankbarkeit sehen. Reden Sie also so wenig und so hochmütig wie möglich mit den Bediensteten. Sind Sie im Supermarkt, grunzen Sie höchstens, wenn die Kassiererin ein schönes Wochenende/Feiertag/“ihr Mantel steht in Flammen“ wünscht. Wenn Sie in einem Geschäft sind und auf die Mithilfe von Angestellten nicht verzichten können, versuchen sie das Beste daraus zu machen.. Es kann nicht schaden, das faule Pack in den Läden ein wenig auf Trab zu bringen. Wozu kriegen diese Leute denn ihren Mindestlohn? Geben Sie sich also schlecht gelaunt, auch wenn Sie eigentlich bester Dinge sind. Kriteln sie am ganzen Sortiment herum und schicken Sie den oder die Verkäufer durch die Gegend, um bestimmte ausgefallene Accessoires zu holen. Wenn Sie am Ende doch nichts kaufen, lassen sie es die Angestellten spüren, dass das nur ihre Schuld ist.

Im Restaurant wiederum sitzen Sie, also versuchen Sie diesen Zustand so lange wie möglich zu genießen. Studieren Sie die Speisekarte wie ein Student der Altägyptologie und Keilschriftkunde. Vornehmlich, wenn der Kellner daneben steht. Um anzudeuten, dass Sie der Herr der Lage sind, werfen Sie so fachmännische Bemerkungen wie „Also der 2005er Claret war ja wohl eine Katastrophe“ oder „Sind die Scampi frisch? Ich meine wirklich frisch. Und kommen Sie mir nicht mit dem Zeug für den Pöbel, das man erst mit Zitrone genießbar machen muss!“

Da Sie eine Majestät sind, reden Sie von sich in der Mehrzahl. Dabei hilft es immer einen Hofstaat im Form von männlichem bzw. weiblichem Lebens- oder Tagespartner dabei zu haben. „Wir suchen etwas, das zu dieser Bluse passt“, ist ein Satz, den man hervorragend sowohl herablassend als auch nach Aufmerksamkeit heischend nuscheln kann. Als Mann ist es nicht nur legitim, sondern auch sehr sexy, seine weibliche Begleitung in den „Bayern München“ Fanshop mitzunehmen und der Welt im Allgemeinen zu verkünden: „Wir schauen uns nur etwas um.“

Eine besondere Herausforderung der modernen Welt sind die Service-Hotlines. Mittlerweile ist es geradezu verpönt, in eine Geschäft zu gehen, und dort etwas zu reklamieren oder nachzufragen. Zweifellos könnten die meisten dort angestellten Hauptschul-Abbrecher Ihre komplizierten und scharfsinnigen Fragen nicht einmal verstehen, geschweige denn beantworten. Deswegen teilt sich schon seit ein paar Jahren die Bevölkerung in zwei Teile: die einen kaufen oder nehmen Dienstleistungen in Anspruch. Die anderen sitzen in Call-Centern.

Weil Sie zum privilegierten Teil gehören, ist es völlig legitim, dass Sie von den Schnöseln am anderen Ende der Leitung ein Mindestmaß an Rücksichtnahme verlangen. Egal, wie lange Sie in der Warteschleife stecken, es ist immer zu lange! Schließlich sind Sie Kunde und haben mit den 19,99 beim Geil-Markt auch den Service gekauft. Also sollte das erste sein was Sie tun, wenn Sie tatsächlich einen Menschen am Apparat haben, diesen Menschen anzuschnauzen, dass sie schon über eine Stunde in der verdammten Schleife hängen und dass Sie die Beatles zum Kotzen finden. Besonders „Yellow Submarine“ für die Bontempi Orgel. Wenn der oder die zukünftige Langzeitarbeitslose dann frech wird und sagt, dass man nach längstens einer Viertelstunde entweder verbunden wird oder aufgefordert zu einem späteren Zeitpunkt zurückzurufen, schreien Sie ihn oder sie an, dass Sie nicht lügen und überhaupt, Sie wollen den Vorgesetzten sprechen. Das reicht meist für eine kleinlaute Entschuldigung.

Es ist auch überhaupt nicht einzusehen, warum Sie sich auf Ihren Anruf vorbereiten sollten. Zeit ist schließlich Geld und Sie haben ja noch wichtigeres zu tun, als auf ihr Gerät zu schauen, um welche Marke es sich handelt. Oder ob es ein CD- oder DVD-Spieler ist. Oder ob der Fernseher flach, rund oder eckig ist. Es kann auch niemand erwarten, dass Sie, um den Service zu bekommen, den Sie verdienen, eine Elektrotechnik Studium absolvieren. Die sollen gefälligst selber wissen, wie das Ding heißt, das an dem anderen hängt. Leider sind die so genannten „geschulten Service-Kräfte“ meistens blöd wie Brot. Die können mit ihrer durchaus plastischen Fehlerbeschreibung „Das ist so ein schwarzer Kasten. Da blinken Lichter dran. Jetzt blinkt eins nicht mehr. Was ist los?“ nichts anfangen.

Lassen Sie um Himmels Willen solche Ausflüchte wie „dafür sind wir aber nicht zuständig“ oder „da müssen Sie meine Kollegen von… fragen“ auf keinen Fall gelten! Das ist der Beginn einer Odyssee, gegen die Homers Epos wie ein Ausflug ins Grüne wirkte. Bestehen Sie darauf, dass man Ihnen jetzt und sofort und auf der Stelle hilft. Wenn die Service-Kraft sich als nicht zuständig (sprich: inkompetent) erweist, drohen Sie mit Presse, Funk, Fernsehen und dem Innenminister. In 90% aller Fälle bekommen Sie ihr Recht. Oder zumindest einen Ersatz für das ausgefallene Gerät oder einen neuen DSL-Anbieter.

Sie werden sehen, was für ein zufrieden stellendes Konsum- und Service-Erlebnis Sie erwartet, wenn Sie alle unsere Tipps befolgen. In unserer nächsten Folge von „Lebenshilfe mit den Miszellen“ geht es dann darum, „Wie man Freunde gewinnt oder beim Versuch draufgeht“.

Romantik


In den frühen Neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts begab es sich, dass Skeltem, damals noch motorisiert, und seine damalige Lebensabschnittsbegleiterin Konstanze zu einem gemeinsamen Wochenende nach Süddeutschland fuhren. Auf der Höhe von Aachen überkam mich dann beim Anblick der Autobahn in Richtung Belgien eine Anwandlung von temporärer geistiger Umnachtung und ich beschloss, statt in die schöne Pfalz ins hässliche Paris zu fahren. Ehrlich, ich weiß nicht, warum. Ich hasse Paris. Das war die Wundermacht der Romantik, der wahre Grund für den Untergang des Abendlandes.

Das Wochenende in Paris war dann auch so richtig romantisch. Wir haben uns die Hacken abgelaufen, das Geld war schneller weg, als man „Baguette“ sagen kann und übernachtet haben wir dann im Auto. Das war besonders romantisch, weil es arschkalt war. So kalt, dass wir nachts schlotternd aufgewacht sind und geraucht haben in der Hoffnung die Temperaturen wenigstens über den Gefrierpunkt zu bekommen. Seitdem wird mir jedes Mal kalt, wenn ich das Wort „Romantik“ höre.

Die Epoche der Romantik war ja angeblich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts beendet, totgeschlagen von der kalten Technokratie der Moderne. Das Schwärmerische vom Patriotischen verdrängt und die Freiheit des Individuums hatte sich der Unterdrückung der europäischen Großmächte unterzuordnen. Doch was die Literaturwissenschaft kategorisch erklären kann, muss uns nicht wirklich betreffen. Die Romantik führte einen Guerillakrieg, indem sie sich tarnte und so tief in das kollektive Unbewusste der westlichen Welt einnistete, dass wir heute kaum noch erkennen, dass wir mehr oder weniger alle Romantiker sind.

Ein besonderes Kennzeichen und ich möchte es als das Bestimmende der Romantik bezeichnen, ist die völlige Unabhängigkeit des Romantikers von der empirischen Wirklichkeit. Er kann durch eine Stadt wandeln wie auf Wolken, von den Menschen dort verachtet, bespuckt, von den Abgasen erstickt, taub vom Lärm und betrogen von den Geschäftsleuten. Und trotzdem liebt er diese Stadt, weil es die „Stadt der Liebe“ ist. In seiner Vorstellung ist der gleiche Ort ein völlig anderer, ein Schleier aus Phantasien taucht die harsche Wirklichkeit in newtonsches Weichzeichnerlicht. Im Lexikon steht, dass das Gegenteil der Romantik die Klassik sei. Ich behaupte, dass das Gegenteil von Romantik die Banalität der wirklich wahren Welt ist. Wenn wir das annehmen, entdecken wir plötzlich überall die Romantiker unter uns.

Besonders das Internet ist voll von ihnen. Verschwörungstheoretikern ist es zu banal, dass es 19 Fanatikern gelungen sein soll, fast 3000 Menschen mittels entführter Passagierflugzeuge zu töten. Nein, die Regierung, die Illuminaten oder Außerirdische haben ihre Finger im Spiel. Ein Produkt ist objektiv gesehen Scheiße. Aber blitzschnell finden sich verklärende Fans, die es „ganz ok“ finden, wenn die Reifen des Wagens in einem halben Jahr nachgeliefert werden, denn immerhin kann man schon hinter dem Lenkrad sitze und „brrm, brrm“ machen.

Im Religionsunterricht hat uns der Lehrer beigebracht, dass man mit „dem Herzen sehen“ soll. Das ist sicher in Ordnung auf der Ebene eines Sonnenauf-, oder -untergangs oder Abendessen beim Kerzenschein. Aber was ist, wenn eine Supermacht der romantischen Vorstellung erliegt, dass diejenigen, die man gerade in die Steinzeit zurückgebombt hat, sie mögen und ihr System mit fliegenden Fahnen übernehmen?

Ich höre jetzt: Und was ist mit der Liebe? Liebe ist toll. Sie ist das beste auf der Welt. Aber was zum Teufel hat das mit Romantik zu tun? Die romantische Liebe ist eine Erfindung französischer (war ja klar!) Troubadoure (eine längere Abhandlung findet ihr hier) und, das ist das besondere, ist das erste mediale Phänomen, das die Wirklichkeit formte und nicht umgekehrt. Vor den Troubadouren und ihre Versen war die höfische Liebe, die „hohe Minne“ unbekannt, danach wurde sie ein Ideal der Höfe Europas. Wie man in Cervantes‘ „Don Quixote“ sehen konnte, zeichnete sich die Hohe Minne vor allem durch die Unerreichbarkeit des oder der Geliebten aus. Der Andere wurde romantisch verklärt und jede banale Alltäglichkeit hatte dort nichts zu suchen. Und das ist auch die Gefahr der Romantik für die Liebe. Bert Brecht hat seinen Herrn K. das Problem sehr schön zusammenfassen lassen. Auf die Frage, was Herr K. denn tue, wenn er jemanden liebt, antwortete er, dass er ein Bild vom Geliebten Wesen male und es dann anpasse. Das Bild? Nein, das geliebte Wesen.

Romantische Liebe verklärt. Das Negative wird im romantischen Überschwang als „Besonders“ gedeutet, wenn es überhaupt wahrgenommen wird. Die Wirklichkeit ist die größte Feindin der Romantik und wird außen vor gelassen. Und die gängigen kulturellen Muster helfe dabei natürlich enorm. Die Fiktion der Filme, Bücher oder Lieder, die sich mit Liebe beschäftigen malen entweder verkitscht euphorische oder zutiefst deprimierende (schwarze Romantik) Bilder von der Liebe. Die Arbeit, die man aufbringen muss, mit einem anderen Menschen eine Beziehung zu führen, die „wahre Liebe“, die eben nicht nur Romantik und ein Himmel voller Geigen ist, wird meist außen vor gelassen. Die Banalität des Alltags hat nichts zu suchen in der Romantik.

Die meisten Menschen werden im Laufe ihres Lebens von der Banalität der Wirklichkeit eingeholt. Und viele reagieren mit Enttäuschung und Wut. „Das habe ich mir so nicht vorgestellt“ oder „Wo ist das Leben, dass mir in den Medien versprochen wurde?“. Dabei ist die Welt nicht so banal, wie sie einem entzauberten Romantiker erscheint. Die Welt ist großartig und wenn man genau hinschaut, kann man auch die Wunder sehen, die man sich erträumt hat. Nur: sie sind da draußen und nicht in irgendeiner erdachten Wirklichkeit. „Mann kann nur mit dem Herzen richtig sehen“? Quatsch, man muss alle Sinne und seinen Verstand benutzen, um richtig zu sehen.

 

Terror


Heute möchte ich den Verwirrten, den Unsicheren und den Dummen wieder einmal wertvolle Lebenshilfe zuteil werden lassen. Es geht um das Thema: Wie erkenne ich eine terroristische Gefahr?

Zuerst einmal: Gar nicht!

Das Wesen der terroristischen Gefahr ist es, dass man sie nicht erkennt. Oder, besser gesagt, man erkennt sie zuerst, wenn es zu spät ist. Nun werden gewitzte Miszellen-Leser (oder ist das ein Pleonasmus?) einwenden, dass in der letzten Zeit oft Gefahren erkannt und abgewandt wurden. Leider ist das ein Irrglaube. Eine erkannte terroristische Gefahr ist ja im eigentlichen Sinne nicht mehr gefährlich. „Gefahr erkannt, Gefahr gebannt“, wie der Volksmund ja schon nuschelt. Und ich weigere mich strikt, von einer terroristischen „Ungefahr“ zu schreiben. Da ist es dann ganz nah zum „ungefähren Terrorismus“, von dem es nur einen Schritt zum „ungefährlichen Terrorismus“ ist. Dann implodiert das semantische Konzept und wird sind den Gefahren schuldlos ausgeliefert.

Also noch einmal von vorne: terroristische Gefahren sind unsichtbar. Man kann sich also nicht gegen sie wehren. Das ist erst einmal eine schlechte Nachricht. Es sei denn man ist Terrorist, dann ist sie gut. Aber was wir erkennen können, ist die terroristische Gefährdung! Die Gefährdung kümmert sich nicht um die (unsichtbaren) Terroristen und ihren Machenschaften, sondern bewacht vorausschauend ihre Ziele, in der Umgangssprache auch „Opfer“ genannt. Wenn wir hier ansetzen, können wir die Frage oben leicht beantworten: Man kann eine terroristische Gefahr nicht erkennen, wohl aber eine Gefährdung.

– Jetzt ist ja alles in Butter! Wir lauern halt den Gefahren an den Objekten der Gefährdung (aka Opfer) auf.

  • Ja … hm … nun … naja …

  • Was?

  • Das klappte in den 70ern und da auch nicht immer. Heute ist es etwas komplizierter.

Leider ist es so, dass die Opfer heutzutage nicht mehr so sorgfältig auswählt werden. Die früheren Terroristen waren noch echte Handwerker. Sie wollten etwas damit ausdrücken, wenn sie jemanden spektakulär abmurksten: „Nieder mit dem Schweinesystem!“, „Hoch die internationale Solidarität (ausgenommen Bankiers, deren Familien, den Leibwächtern, den Familien der Leibwächter, unschuldige Passanten und alle, die wir nicht mögen)!“, „Sag mir, wo die Blumen sind!“ usw. Um ihre Botschaft rüberzubringen und dem gemeinen Volk Furcht ins Herz zu schlagen, ermordeten sie sorgfältig ausgesuchte Menschen und wenn Unschuldige dabei umkamen, hatten sie den Anstand das peinlich zu finden. Damals war der Wettkampf zwischen Terroristen und ihren Gegnern noch so sportlich wie ein Counter-Strike Turnier. Na ja, die Opfer standen nicht mehr auf, aber irgendwas ist ja immer.

Heute sind die terroristischen Gefahren zu einer Massenware verkommen. Die Terroristen sind schrecklich nachlässig und faul geworden. Um ihre Inkompetenz zu verbergen, haben sie es zum erklärten Ziel erhoben, so viele Menschen wie möglich umzubringen. Getreu nach dem Motto: „Bringt sie alle um, Gott wird sie Seinen schon erkennen“*, haben sie die Not zur Tugend gemacht, ihren eigenen Glauben dem „Bumm“ geopfert. Deswegen ist jeder einzelne Mensch heute gefährdet. Und nicht nur das. Die Terroristen zielen heute nicht nur auf Objekte und Personen, sondern auch auf abstrakte Konzepte wie „Freiheit“, „Menschenwürde“ oder „Privatsphäre“.

Trotzdem ist die Gefährdung immer noch einzugrenzen, denn nur verwirrte Einzeltäter werden sich statt auf dem Essener Hauptbahnhof auf dem in Bad Essen in die Luft sprengen. Es mag sich merkwürdig anhören, aber wir können die Taktik der Terroristen gegen sie benutzen, indem wir möglichst allen Menschen aus dem Weg gehen.

Und heute ist das ja sehr einfach geworden. Wer geht ins Kino, wenn er eine DVD gucken kann? Wer geht in ein Lokal, wenn es „Pizza-Giuseppe“ gibt? Wer geht in die Oper, wenn die doch eh abgesetzt wird?

Im Gegensatz zu den früheren Schlagworten muss jeder eine Insel werden, um nicht mehr gefährdet zu sein. Wenn wir erst einmal isoliert sind, sind wir auch besser zu schützen. Jedem Haushalt, der bitte nicht größer als vier Personen sein sollte, wird ein Antiterrorist zugeteilt. Dessen einzige Aufgabe es sein wird, die sich enttarnende Gefahr zu neutralisieren. Dann ist es auch zu Ende mit den „Fischen im Wasser“, um den großen Vorsitzenden Mao einmal zu zitieren. Welcher anständige Terrorist kommt denn noch zum Bomben bauen, wenn auf der Couch Mike, der Antiterrorist sein Pausenbrot futtert? Ein anderer Vorteil ist, dass auf diese Art viele viele neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Die Nachteile sind vernachlässigbar, wenn man bedenkt, was durch die Vereinzelung an Geld für die herkömmliche Terrorbekämpfung gespart wird. Allein die Kosten dafür, eine Stadion zu überwachen! In Zukunft werden Sportler/Musiker zusammen mit ihren Antiterroristen vor Kameras auftreten (Antiterroristen als Backgroundsänger oder Balljungen!), und die Veranstaltungen in die sicheren Wohnungen der rundum geschützten Bürger übertragen. Außerdem kann Atommüll dann viel unauffälliger verschoben werden. Die Antiterroristen an der Strecke der Transporte schicken ihre Schützlinge einfach früher ins Bett und keiner regt sich mehr auf.

Also, liebe Ratsuchenden. Die beste Antwort auf die wachsende terroristische Gefahr ist Divide et Protegere, teile und schütze.

*Erzbischof von Narbonne, 1209 im Kreuzzug gegen die Katharer auf die Frage, wie man bei der Erstürmung der Stadt Beziers die Ketzer von den guten Christen unterscheiden soll.