Monatsarchiv: April 2011

Buchpreisfindung

Ich kann mich nicht mehr erinnern, wann ich mir das letzte Buch auf Deutsch gekauft habe. Ich glaube, es war “Die verschleierte Wirklichkeit“. Jetzt frage ich mich, ob die deutsche Buchpreisbindung nicht vielleicht eher ein Nachteil ist. Mal abgesehen davon, dass ich die englischen Titel lieber im Original lese, kaufe ich mir auch die Bücher spanischer oder skandinavischer Autoren auf englisch, weil es schlicht billiger preiswerter ist.

Dann wiederum: deutsche Verlage teilen einfach englische Bücher in zwei Hälften und verkaufen jedes doppelt so teuer wie das Original. As seen on “Song of Ice and Fire“. Oder sie halten erfolgreiche Titel ewig und drei Tage im Hardcover-Segment.

Was sie an Leuten wie mir verlieren, die dank guter Englischkenntnisse und Online-Händlern (und Bücherei- bzw. Landesbibliotheksausweis) keine Lust auf die hohen Preise von Carlsen und Co. haben, holen sie sich drei Mal von “Normallesern” zurück.

Es wäre vielleicht mal ein gewagtes Experiment, ein gesamtes Sortiment zu “reclamisieren”. Vielleicht bekommt man damit auch die jüngeren Deutschen wieder ans Buch.

Nicht, dass ich das glaube. Aber das hat andere Gründe und die sollen (vielleicht) in einer anderen Miszelle angesprochen werden.

Schöne Wochenende.

Die Odysee (nach Skeltem)

Und es trug sich zu ….

Dass Skeltem, unser Held, das geflügelte Pferd der Legende, genannt Pegasus, bestieg. Und es sollte ihn tragen vom Orte Nuremberge ins ferne Troja. Leider verfehlte der Gaul die Stadt irgendwie und landete in der Nähe von Aspendos. Das war dann auch in Ordnung, denn Troja ist, unter uns gesagt, ziemlich runter gekommen. Außerdem wohnt seine Mutter in der Nähe, die ihm immer dickere Wachstafeln mit der Bitte, sie endlich mal zu besuchen geschickt hatte.

Nach einer Woche im Palast seiner Mutter – und fett von Oliven und Käse und frischem Gemüse – verließ er den Ort, um sich wieder gen Heimat auf zu machen, wo ihn sein treues und schönes Weib Lapis Lazuli sehnsüchtig erwartete. Er sollte an einem Ort namens Antalia ein geflügeltes Pferd zurück nach Nuremberge besteigen, von wo aus ihn eine eiserne Kutsche zu seinem, Weib tragen würde.

Wenn die Uhr die vierte Mittagsstunde verkündet und eine halbe, hatte der Pferdevermieter auf die Tafel geschrieben. Weil Pferdevermieter notorisch unzuverlässig sind, hatten sowohl seine Mutter als auch sein treues Weib sich vorher noch einmal per Taube erkundigt. Vierte Stunde? Und eine halbe? Dann steht sein Pferd bereit? Ja doch, so antwortete der Flugpferdestall. Vierte Stunde. Und eine halbe! Dann fliegt das Ross gen Nuremberge.

Also geschah es, dass unser Held im Flugpferdestall von Antalia sich einer monströsen Schlange gegenübersah. Drei Köpfe hatte sie und er stellte sich, natürlich, wieder an die langsamste. Doch ach! Das Unglück nahm seinen Lauf. Das Schicksal zürnte und jede Menge Scheiße kommt auf ihn zu.

Der Pegasus-Stallknecht nahm die Tafel mit seiner Flugerlaubnis entgegen, las sie und stutzte. Dann, ohne Skeltem anzusehen, rief er andere Knechte und redete in Asiaminorisch auf sie ein. Unser Held war etwas beunruhigt, sah aber das beruhigende Wort „Nuremberge“ über dem Mann prangen. Ein anderer Knecht tauchte auf, nahm vom Pegasus-Heinz die Tafel mit der Flugerlaubnis und ging davon, Skeltem, Böses ahnend, rannte mit samt seinem Marschgepäck hinterher.

Der Knecht ging zu dem Stall eines Pferdes, das „Himmel“ hieß. Und hier überkam Skeltem ein kalter Schock: Auch beim „Himmel“-Stall stand „Nuremberge“!

Ihm wurde dann erklärt, dass seine Abflugerlaubnis nicht für Pegasus galt, sondern seine Schwester Himmel. Und: „Huch. Könnt Ihr sie da oben sehen?“ Während Skeltem sich wacker vor Pegasus’ Stall die Beine in den Bauch gestanden hatte, war seine Schwester zur vierten Mittagsstunde gen Heimat entschwebt. Schock.Schwere.Not.

Nun waren viele Faktoren Schuld an dieser Verwechselung. Skeltem, der nicht auf weitere Pferde nach Nuremberge geachtet hatte (und auf das klitzekleine Detail „Himmel“ auf seiner Flugerlaubnis), traf sicher nicht die Geringste, sondern eher den Nemeanischen Löwenanteil. Aber Klagen hilft nicht. Was tun, spricht Zeus und Skeltem ebenso: Was tun?

Er hatte fast kein Gold mehr. Und so blieben ihm nur wenige Optionen, die nicht in eine lächerlich peinliche Flugpferdentführung („Flieg mich nach Nuremberge, Scherge!“) mündeten. Er könnte zu seiner Mutter zurückkehren. Allein, würde er sich dafür durch fremdes Territorium nach Aspendos durchschlagen müssen. Allein und des Asiaminorischen nicht mächtig. Er hätte Pegasus besteigen können, aber der gierige Pferdehalter wollte stolze 200 Goldstücke für einen Flug sehen, den er ja eigentlich schon bezahlt hatte. Das nächste Pferd nach Nuremberge würde Tage später fliegen und er würde es sich ebensowenig leisten können. Einzig ein Pferd flog am selben Tage ins ferne Alemannen-Land. Nach dem Hafen Friedrichs am See des … Ach Mist. Am Bodensee.

Das würde ihn sein letztes Gold kosten, aber in Allemannien hatte er einen Passierschein für die meisten der langsameren Eisenrösser. Eine alten Heldenverletzung und der König war dankbar und so weiter.

Also kaufte er einem Asiaminorer die Tafel mit der Flugerlaubnis für sein letztes Gold und der Türke legte sogar noch eine Flasche drauf. Aber WERT war sie 10 Gold! Dann sieht man Skeltem zum Stall des Flugpferdes rennen …..

Jetzt habe ich keinen Bock mehr :P

Friedrichshafen ist vom hellen Zentrum des Universums (und Nürnberg) wohl am weitesten entfernt. Ich hatte eine vage Ahnung, wo das ist, aber das ich in so ein Loch in vielerlei Hinsichr geflogen bin …

Anyway. Ich war also Abends da, aber außer mir kaum jemand oder etwas. Mein Plan war, mit meiner Wertmarke bis nach Hause zu fahren. Mit 10 Euro, die ich noch hatte. Leider habe ich nicht mit der Kaffigkeit der Gegend gerechnet. Es ging noch genau ein Zug: die Schwäb’sche Eisebahne nach Ulm. Da würde ich dann im Bahnhof übernachten und am morgen weiter nach Hause. Zum Glück hatte meine kluge Frau ein bessere Idee, eine Kreditkarte und der Concierge des einzigen Hotels am Platz offensichtlich Mitleid.

Am nächsten Tag war ich dann geduscht, unausgeschlafen und panisch, ob ich es wirklich nach Hause schaffen würde, nur auf meiner Karte und 10 Euro. Ich fuhr also zuerst nach Ulm, um Ulm und um Ulm herum. Durch Meckabeure, Durlebach und Biberach.

Und, was soll ich sagen: es ging! Ohne Schwarzfahren (ich hatte mich innerlich darauf vorbereitet, von einem hartherzigen Schaffner in Untergriemelshausen ausgesetzt zu werden)!

Der Rest sind 6,5 Stunden wenig heldenhaftes Bahnfahren. Wenn ich jemals das Bedürfnis verspüren werde, den Bodensee zu sehen, weiß ich jetzt wenigstens, dass mich das bloß Zeit kosten würde. Vieeeel Zeit.

Moral von der Geschicht’? Verpass’ das verdammte Flugpferd nicht!

12.4.2011: Wieder da

Hallo Alle.

Etwas später als geplant (ich werde berichten) und vor allem sehr viel weiser was Notfälle im Ausland angeht, bin ich wieder zu Hause und vor meinem PC.

Gottseidank!

Ich habe mir in Asia Minor einige Gedanken über die Zukunft der Miszellen gemacht und werde, hoffe ich, schon vor dem “Relaunch” im Juni einiges davon umsetzen. Zuerst einmal werde ich die “Leidkultur”-Serie streichen. Oder besser: das ganze Format.

Was ich mir noch überlegt habe und plane, werde ich in einer Reihe von “Dev-Blogs” bis zum Juni immer mal wieder verlauten lassen, wenn die Dinge spruchreif sind.

Jetzt muss ich erst mal einen Epos schreiben.

Bis dann,
Skeltem

2.4.2011: April, April

Hallo Alle.

Ja ja, ich weiß: “Haben wir gelacht!”

Eigentlich bin ich kein Freund von Aprilscherzen, aber gestern konnte ich nicht widerstehen. Der Hintergrund: Es war nur ein halber Scherz.

Ich fahre heute für eine Woche zu meiner Mutter und mache eine “(re)kreative Pause”. Abgesehen von meinen ewigen Augenproblemen bin ich bei den Miszellen wirklich an einen Punkt gekommen, wo ich in mich gehen muss, wie es weiter gehen soll. Im Juni wird das Blog (Tatsache!) fünf Jahre alt und ich wollte eigentlich einen “Relaunch” machen.

Bis auf eine Veränderung des Mottos und ein neues Logo sind mir aber noch kaum sinnvolle Änderungen eingefallen. Außer natürlich, wie immer wieder ;) , mehr Miszellen zu schreiben.

Also. Ich bin dann mal weg, komme aber wieder.

Ohne Scherz.

Skeltem

1.4.2011: Tschö mit Ö

Hi Alle.

Ich habe mehr und mehr die Lust an den Miszellen verloren. Deshalb mache ich den Laden dicht.

Ciao und danke, dass ihr keine Fische gebracht habt.

Skeltem