Letztens habe ich zur Vorbereitung einer Miszelle mal wieder in meine Magisterarbeit geguckt. Außerdem bin ich zwangsverpflichtet worden, die Diplomarbeit einer Bekannten Korrektur zu lesen. Die beiden Tatsachen haben eigentlich gemeinsam, dass ich mich durch viele Seiten relativ langweiligen Textes wühlen musste. Aber, Junge, kann man dabei lernen.
Vor allem, wenn dieser Zen-Moment einsetzt und das Geschriebene jeden Sinn zu verlieren scheint und dein Geist eins mit einem gnädigen Universum wird, wo es keine Korrelation, Diagnosehaupt- und Nebengruppen oder Fundamentalcharakter des Offenbarungserlebnisses im Bezug auf wirklichkeitsrelevante Interaktionsrituale gibt.
Das erste was ich gelernt habe war, dass meine Magisterarbeit nicht so schlecht war, wie ich seit 10 Jahren gedacht habe. Sicher, ich habe ein, zwei Dinge übersehen, die mir heute die Schamesröte in das Gesicht treiben. Vor allem, dass meine Thesen völlig banal waren. Aber ich habe das gemacht, was eine Magisterarbeit leisten soll. Ich habe gezeigt, dass ich zu wissenschaftlicher Arbeit fähig bin. Trotzdem hätte ich damals das Maul wirklich nicht so weit aufreißen müssen. Na ja, ihr kennt mich.
Bei Ds Arbeit merkte man, dass ihre Muttersprache nicht Deutsch ist. Ich kann zwar keinen ganzen Satz auf *** sprechen, aber ich will ja auch kein Diplom dort. Immerhin zeigte mir der Text, wie gewohnheitsmäßig man bestimmte Floskeln benutzt. Normalerweise überliest man „stellt … dar“ oder „zeigt …. auf“. Natürlich sind es schludrige Konstruktionen, aber man gewöhnt sich an vieles ![]()
Wenn die Konstruktionen aber überbordend benutzt werden, also mehrere dieser Füllwörter ineinander verschachtelt werden, zeigt das Unsicherheit. Der Leser mag sich bitte das Richtige aussuchen.
Und dann fiel mir auf, was bei Ds Arbeit wahrscheinlich das größte Problem war: eben diese Unsicherheit. Ich weiß nicht, ob sie es wirklich so meinte. Aber ihre Sprache vermittelte, dass sie das Thema noch nicht so ganz durchdacht habe. Und dass ihre Schlussfolgerungen vielleicht auch andere hätten sein können.
Mächtig großer Fehler! In wissenschaftlichen Arbeiten geht es darum, keine Zweifel aufkommen zu lassen. Zweifel sind etwas für Erstsemester. Wenn ich mein Publikum schon mit 120 Seiten über ein spezielles Thema, das normalerweise nur die wenigsten Gemüter in Erregung versetzt, traktiere, dann muss ich wenigstens wissen wovon ich spreche. Oder zumindest so tun.
Ironischerweise ging es bei meiner Magisterarbeit darum, dass wir gar nicht wissen können und alles Wissen letztendlich Vermutung ist. Meinung. Aber immerhin dessen war ich mir offensichtlich sicher.
Zweifel ist der Feind des Glaubens und hat deswegen in Religionen einen schlechten Geruch. In der Wissenschaft ist Zweifel eine Voraussetzung. Denn was ist Wissenschaft anderes als das permanente In-Frage-Stellen? Aber was sich Wissenschaftler gegenseitig mitteilen hat den Anspruch, dass es Antworten auf Fragen gibt. Warum sollte man sonst etwas publizieren? Mann will ja die anderen nicht mit noch mehr verunsichern.
Guten Wissenschaftlern gelingt es, nach innen immer offen für neue Möglichkeiten zu sein, aber in ihren Publikationen feste Überzeugungen zu vertreten.
Archiv für August, 2009
Nur keine Zweifel aufkommen lassen
Veröffentlicht in Wissen schaffen am August 27, 2009 von skeltem26.8.2009: Umpf!
Veröffentlicht in HomeStory, Zeitnah am August 26, 2009 von skeltemDas hatte ich mir so nett gedacht. Wieder einmal eine „Zeitnah“-Miszelle. Ich wollte über das aktuelle Angebot eines Discounters schreiben, der Pfifferlinge aus Weißrussland für 2,80 die 400g Schale verkauft. Deutsche Pfifferlinge gehen gern mal für 5 Euro das Pfund weg. Aber die Pilze zu kaufen schien mir aus so vielen Gründe falsch, dass das Angebot mich fast kriminell, auf jeden Fall unverantwortlich den Verbrauchern gegenüber deuchte. Es sollte eine Investigativ-Miszelle sein.
Ich hatte was über „die letzte Diktatur Europas“ herausgesucht, die Weißrussland sein soll. Die Entfernung Coburg Minsk hatte ich rausgefunden (1554 km), die die Fungi mutmaßlich schon hinter sich hatten.
Dann natürlich der Knaller: Radioaktivität! Weil Pilze das Isotop Cäsium 137 besonders gut speichern, sind sie quasi Isotopen-Mahlzeiten. Und wenn sie in Deutschland 23 Jahre nach Tschernobyl immer noch belastet sind, wie verstrahlt sind dann erst weißrussische?! Was ja viel näher an Tschernobyl liegt als Deutschland!! Deswegen ist das Zeug so billig, weil die Weißrussen ihre giftigen Pilze hier bei uns in meinem Supermarkt loswerden wollen! Quod est demonstrandum und „Elementar, mein lieber Watson“.
Aber bei einer kleinen Rechenaufgabe, zugegeben ich stinke im Rechnen, kam die erste Ernüchterung. Wenn 400g 2,80 kosten, ist das Pfund Pfifferlinge bei 3,40. Das ist zwar immer noch sehr günstig, aber nicht mehr geschenkt. Auch nicht im Vergleich zu deutschen Pilzen. Dann stieß ich hier drauf und die Miszelle fiel in ein Kartenhaus in sich zusammen. Der Artikel ist zwar zwei Jahre alt, aber auch neuere sind sich einig, dass die Pilze zwar immer noch belastet seien, es aber kaum Gesundheitsgefahr bestünde. Zumindest solange man sich nicht ausschließlich von ihnen ernähre.
Die Pointe in dem MDR-Bericht war übrigens, dass die Pilze, die die größte Cäsium Belastung aufwiesen ausgerechnet aus Thüringen stammten. Und dann fiel mir natürlich auch wieder ein, was ich vor 23 Jahren in den Nachrichten gehört habe. Nach dem Reaktorunglück in der Ukraine breitete sich die Radioaktivität in ganz Europa aus. Als besonders belastet galten Waldpilze und – Elchfleisch. Mein Opa, der damals auf dem Großmarkt neben seinem Job auf der Zeche Gemüsekisten stapelte musste jede Kiste unter einen Geigerzähler legen. Also ist die Herkunft der Pilze, solange sie aus Europa stammen, relativ egal. Zumindest, was das Cäsium angeht.
Natürlich sind es immer noch Pilze, die in einer Präsidialdiktatur von armen Lauten zu Hungerlöhnen gepflückt, 1500 Kilometer durch die Gegend gefahren und in einer Supermarktkette verkauft werden, deren Lohnniveau (im Vergleich) nicht wesentlich höher ist als das der Pilzpflücker (na ja, fast). Außerdem gilt natürlich die alte Weisheit „Du bekommst, wofür du bezahlst„. Ob man sich das für die paar Kröten antun will, ist natürlich letztendlich eine Gewissensfrage.
… Schock
Veröffentlicht in Kurze Geschichten, komisch - ist aber so am August 15, 2009 von skeltemEr: Hast du das gelesen? Eine unbemannte Drohne hat den Anführer der Taliban in Pakistan zerfetzt. Außerdem seine Leibwächter, eine seiner Frauen, seinen Neffen, einen Cousin, die Freundin seines Cousins und ein paar andere Leute, die nicht mit ihm verwandt sind. Oh, und seine Katze.
Sie: Was sind Drohnen?
Er: Das ist eine christliche Sekte aus dem Libanon. Schlimme Leute. Die haben damals im Auftrag der Zionisten die ganzen Palästinenser in den Flüchtlingslagern umgebracht. Entsetzliche Killer, diese Drohnen.
Sie: Und warum unbemannt?
Er: Glaubst du, irgend ein Mann mit Verstand würde so eine Mörderin heiraten?
Sie. Ah, stimmt.
Sie: Weißt du, was ich nicht verstehe?
Er: Wo soll ich anfangen?
Sie: Was?
Er: Was verstehst du nicht?
Sie: Wieso hassen die uns so, diese Christen, dass sie ihre Drohnen auf uns jagen? Ich meine. Sie haben alles, was man sich wünschen kann. Und wir wohnen in diesem Dreckloch und ich habe nicht mal eine Waschmaschine. Unsere Töchter müssen drei Mal am Tag zum Brunnen rennen, die Wäsche wird kaum sauber bei der miesen Seife, die es hier gibt. Und vom Staub überall will ich gar nicht anfangen….
Er: Dann lass es.
Sie: .. oder Ehemännern und Söhnen, die sich einen Dreck darum kümmern, wie sie angezogen sind. Warum lassen die uns nicht einfach in Ruhe, die Christen?
Er: Das geht nicht, weil in deren Koran steht, dass sie alle Moslems töten sollen.
Sie: Das steht da drin?
Er: Sicher. Gleich hinter der Stelle, wo es den Frauen erlaubt wird, außerehelich Unzucht zu treiben.
Sie: Du spinnst. Die nette Dame vom Roten Kreuz sieht nicht so aus, als wolle sie mit irgend jemandem Unzucht treiben. Und die hat auch sicher noch keine Moslems getötet, das wüsste ich.
Er: Erstens ist die dürr und hässlich. Da will eh keiner ran. Und zweitens ist die Deutsche und keine Libanesin.
Sie: Also keine Drohne.
Er: Mein Gott, jetzt hat sie’s.
Sie: Warte mal. Ist unser Koran nicht nach dem der Christen geschrieben wurden? Wie kann da drin stehen, dass sie Moslems töten sollen? Du ziehst das alles aus deiner Nase, Mann.
Er: Das liegt daran, dass die keinerlei Ahnung von Relion hast.
Sie: Religion.
Er: Relion. Das ist wie Religion, nur .. äh. wissenschaulich.
Sie: Aha.
Er: Du weißt doch, dass es nur den einen Koran im Himmel gibt, oder?
Sie: Das weiß jedes Kind.
Er: Und nur der Koran, der dem Propheten offenbart wurde, ist dem im Himmel am nächsten. Deswegen lernen wir guten Moslems arabisch und es ist nicht erlaubt, den Koran in anderen Sprachen zu lesen.
Sie Ja ja. Aber meine arabisch ist …
Er: Nicht wichtig jetzt. Jedenfalls hat Isa, der Prophet der Christen, gemerkt, dass seine Version irgendwie nicht so das war, was Gott sich gedacht hat. Und er fürchtete, dass ein anderer Prophet kommen würde, der die ganze Sache richtig stellen wird.
Sie: Mohammed!
Er: Genau. Aber weil er sich mittlerweile als Erlöser aufgespielt hat war ihm das peinlich. Er wollte nicht zugeben, dass er da irgendwas nicht richtig verstanden hat, was ihm der Engel diktierte. Ich glaube sogar, er hat den Engel einfach unter den Tisch fallen lassen.
Sie: Den Engel? Das ist doch das Beste!
Er: Isa dachte sich wohl, dass er besser raus kommt, wenn er den Engel nicht erwähnt. Jedenfalls hat er dann eine Stelle in die Bibel geschrieben, in der steht, dass er wirklich und echt der Erlöser und Prophet Gottes ist und man solle keinem glauben, der eventuell nach ihm kommt. Und Arabern sei sowieso nicht zu trauen. Schlagt sie tot, bevor sie Lügen erzählen können, sagt er.
Sie: Da hat die Frau vom Roten Kreuz aber nie etwas von erwähnt.
Er: Glaubst du, das würden die Christen so offen sagen? Die lullen uns ein mit Brunnen und Hilfslieferungen und dann schicken sie uns die Drohen.
Sie: Entsetzlich! Da geh ich nicht mehr hin.
…
Sie: Was ich nicht verstehe ….
Er: Keine Sorge, ich habe dich nicht wegen deines Verstandes geheiratet.
Sie: Wie gut. Ich dich auch nicht.
Er: Hmpf. Was verstehst du nicht?
Sie: Wieso machen diese Drohnen das? Ich meine Religion, oder Relion, gut und schön, aber Frauen, Kinder und Greise zu töten?
Er: Das war schon immer so, dass die Kreuzritter zu uns gekommen sind und versucht haben, uns auszurotten. Dass die Drohnen aus dem Libanon kommen ist kein Zufall. Da waren doch die letzten Kreuzritterburgen. Aber Gott hat uns bis jetzt immer beschützt. Wenn du mich fragst, sind die Christen neidisch auf uns. Und der Neid frisst sie auf. Sie können es nicht ertragen, dass es uns trotz allem besser geht als ihnen.
Sie: Besser geht? Wir haben nicht mal einen Fernseher! Jeder in unsere Straße hat wenigstens einen Fernseher.
Er: Mag sein. Aber wir haben Lior und Baram. Und Amir, Alisha, Ela und Nuria.
Sie: Nicht zu vergessen Mirjam und Ayden unsere Enkelkinder.
Er: Und guck dir die Deutsche an. Wie alt ist die? 27? 28 Jahre alt? Glaubst du, die hat einen Ehemann? Sicher nicht, denn sonst wäre sie in Deutschland bei ihren Kindern.
Sie: Sie ist eine unbemannte Deutsche. Die Arme!
Er: Die Christen haben Angst vor uns, weil sie genau wissen, dass sie eines Tages einfach weg sind. Keine Kinder, keine Christen.
Sie: Keine Drohnen.
Er Genau. Dann können wir Moslems endlich in Frieden leben. Jamal hat gesagt, er habe im Radio gehört, wie in Amerika eine Frau einer Schwangeren den Bauch aufgeschnitten hat, um an deren Kind zu kommen. Siehst du, wie verzweifelt sie sind?
Sie: Widerlich.
Er: Salim, der ein bisschen deutsch gelernt hat, hat erzählt in der deutschen Zeitung würde andauernd von Frauen berichtet, die ihre eigenen Kinder umbrächten und äßen.
Sie: Was? Wieso das denn?
Er: Das weiß keiner so genau. Aber ich denke, es ist wegen der Juden.
Sie. Was haben denn die Juden damit zu tun?
Er: Weil die Christen früher Juden waren, haben sie bestimmt auch ein paar jüdische Rituale übernommen. Und jeder weiß, dass die Juden zu bestimmten hohen Feiertagen kleine Babys essen.
Sie: Wahrscheinlich kriegen die Christinnen deswegen keine Kinder. Warum die Mühe, wenn sie sowieso gegessen werden.
Er: Genau. Du siehst. Wir müssen einfach nur abwarten, dann haben die Christen sich gegenseitig aufgefressen.
Sie: Wenn die Christen ausgestorben sind ….
Er: Ja?
Sie: Meinst, wir können und dann die Waschmaschine aus der Kaserne nehmen?
Kultur …
Veröffentlicht in Kurze Geschichten, komisch - ist aber so am August 13, 2009 von skeltemSie: Hast du das gelesen? Die Ätta hat auf Mallorca gebombt. Jetzt haben sie alle Angst um die deutschen Touristen. Aber die Spanier und die Regierung sagen, dass das alles nicht so wild ist und man immer noch Urlaub machen kann auf Mallorca. Komisch. Sind die von der Ätta nicht selber Spanier?
Er: Das sind Basken.
Sie: Was ist das denn?
Er: Basken, das sind spanische Mohammedaner. Die sind über von als Spanien noch den Muselmanen gehörte. Die sind dann erst von Franco vertrieben worden. Da gab es einen Krieg in den 30ern und Spanien war wieder katholisch. Und die Basken sind jetzt sauer auf die richtigen Spanier. Und weil sie eben Moslems sind, bomben sie auf Malle.
Sie: Was du nicht alles weißt.
…
Sie: Was ich nicht verstehe …
Er: … damit könnte man 3 Bibliotheken füllen.
Sie: Was?
Er: Schon gut. Was denn?
Sie: Warum tun die das? Die spanischen Mohammedaner. Warum bringen die Leute um? Können die nicht einfach sagen: Das finde ich jetzt aber blöd, dass Spanien wieder katholisch ist. Ich zahl keine Kirchensteuer an den Papst. Leckt mich anne Füße!
Er: Weil das im Koran steht.
Sie: Was steht im Koran?
Er: Na, dass die alle Ungläubigen umbringen müssen.
Sie: Das glaub ich nicht. Wenn das da drin steht, warum verkauft mit der Özel vom Gemüseladen Tomaten und, was weiß ich, wirft uns nicht eine Bombe durch den Briefkasten. Der weiß doch, wo wir wohnen.
Er: Özel ist auch Türke und kein Baske.
Sie: Und Türken sind keine Mohammedaner?
Er: Doch, aber nicht so richtig. Die waren doch unsere Verbündeten im Ersten Weltkrieg.
Sie: Was hat das jetzt damit ..
Er: Ach, Mutter. Du verstehst nichts von den Großen Zusammenhängen. Die Türken waren mit uns verbündet, weil sie kein Bock mehr auf Mohammed hatten und lieber Deutsche wären. Und heute sind alle hier, weil sie sich so wohl fühlen und keiner ihnen was vorsingt. Wenn die Merkel die in die EG lassen würde, wäre die Türkei leer bis auf so ein paar Islamistissen.
Sie: Singt?
Er: Na, von den Moscheetürmen. In der Türkei singt da jede Stunde so ein Muselmane runter. Nicht mal die Türken selber verstehen, was der da singt, weil das aramäisch ist. Das spricht heute keiner mehr. Aber es heißt sicher: „Habt ihr auch geguckt, dass sich kein Ungläubiger bei euch versteckt? Passt auf auf die fiesen Ungläubigen. Nur ein toter Ungläubiger ist ein guter Ungläubiger.“
Sie: Na, da hätte ich auch keine Lust drauf.
Er: Jede Stunde! Karl hat das erzählt, als er in Antala war.
Sie Auch nachts?
Er: Auch nachts!
Sie: Mein Gott! Kein Wunder, das die so durchdrehen, die Molukken …
Er: Mohammedaner!
Sie: … da macht man doch kein Auge zu. Und du regst dich Sonntags wegen so ein paar Glocken auf. Was ich nicht verstehe ….
Er …
Sie … was ich nicht verstehe ist, warum die nicht ihre Pfarrer, oder wer auch immer da nachts rum brüllt kalt machen, sondern den Ballermann bomben. Ich meine wenn das Gesinge ihnen so auf die Nerven geht.
Er: Das kann niemand verstehen, wahrscheinlich nicht mal die Muselmänner selbst. Das ist so eine kulturelle Sache.
Sie: Was ist das?
Er: Na Kultur. Wagner, Demekratie, äh, Kohl, äh, Heino, Rühmann. Du wirst doch wohl wissen, was Kultur ist.
Sie: Und was haben Heinz Rühmann und der fette Kohl mit den baskischen Bomben auf Malle zu tun? Ich glaub langsam, du denkst dir das alles aus.
Er: Das liegt daran, dass du keine Ahnung hast, Mutter. Ich erkläre dir das.
Sie Na, da bin ich mal gespannt.
Er: Also. Wir Christen ….
Sie: Was denn? Bist du wieder eingetreten?
Er: Nein. Aber in einem … kulturellen … Sinn … sind wir Christen.
Sie: Dazu muss man nicht in der Kirche sein?
Er: Man muss nicht mal an Gott glauben. Aber weil die Leute, die unsere Kultur gegründet haben an Gott und Jesus geglaubt haben, sind wir quasi Erb-Christen.
Sie: Du meinst, ich muss nicht jeden Sonntag in die Kirche rennen und komme trotzdem in den Himmel? Na, wenn ich das gewusst hätte.
Er: Du rennst sowieso nur zum Tratschen mit den anderen Weibern hin. Und jetzt unterbrich mich nicht mehr. Das ist hoch … spiritistisch für mich.
Sie: Was? Schon gut.
Er: Also. Wir Christen. Also wir „im weitesten Sinne“ Christen. Wir sind die überlegene Kultur auf der Erde, ne? Und das war schon so bevor Jesus überhaupt geboren wurde. Denn bevor wir Christen waren, waren wir Griechen. Ja doch. Unsere Kultur kommt von Platos, der hat nämlich die Demekratie erfunden. Und als Jesus geboren wurde, fand er es doof, das er Jude ist und wollt lieber Grieche sein. Deswegen steht in der Bibel auch, dass Demekratie klasse ist und man soll bloß keine irakischen Diktatoren am Leben lassen.
Sie: Das steht in der Bibel?
Er: Ja doch. Irgendwo beim Apostat Johannes. Der Bush hat das doch dauernd vorgelesen.
Sie: Der muss eine andere Bibel haben als ich.
Er: Ja, eine englische. Die ist viel genauer als unsere. Jetzt lass mich weiter erzählen.
Er: Wo war ich? Ah ja. Die Juden fanden es nicht gut, dass Jesus kein Jude mehr sein wollte und seine Demekratie sollte er sich sonst-wo-hin stecken und deswegen haben sie ihn ans Kreuz genagelt. Die Römer waren damals wie die Griechen, nur ohne Demekratie. Und weil sie Jesus aber auch ans Kreuz genagelt hatten, da tat denen das irgendwie leid und so sind sie auch Christen geworden und Demekraten.
Sie: Aber die Römer hatten doch Könige und Kaiser!
Er: Ja. Erst. Hör doch zu. Aber als sie Christen wurden, waren sie auch Demekraten. Und dann kam die Völkerwanderung und das Mittelalter und ganz Europa war christlich und demekratisch und kulturell. Aber irgendwann war Mohammed geboren worden und der wollte mit den Christen und der Demekratie nichts zu tun haben. Der war Araber und die Araber wollen lieber viele Frauen haben. Und weil das nicht demekratisch ist, haben sie die Christen zum Teufel gejagt und gesagt. Mohammed, der hatte viele Frauen. Wir sind Mohammedaner.
Sie: Das mit den Frauen hat’s dir angetan, was? Willst wohl auch noch eine Frau?
Er: Darum geht’s nicht. Aber siehst du nicht, dass die Mohammedaner eine ganz andere Kultur haben als wir? Während wir, ichsagmal, den Kompass erfunden haben oder Amerika entdeckt, haben die mit ihren ganzen Weibern im Harem rumge….
Sie: Ich sehe nur, wie deine Bäckchen plötzlich glühen. Und was ist jetzt mit den Bomben? Da dürften sie ja gar keine Zeit für haben, die Muselmänner, wenn sie so viele Muselfrauen haben.
Er: Irgendwann haben die gemerkt, dass es so nicht weitergeht. Während wir Christen auf dem Mond waren, hockten die in ihren Zelten und haben nichts gemacht außer Kinder. Und die Frauen sehen auch so aus. Plötzlich haben die gemerkt, dass sie ganz arm dran sind. Keine Demekratie und ein Haufen fetter Weiber. Und die ganze Zeit das Gejaule von den Moscheetürmen! Da sind sie neidisch auf uns geworden, weil wir alles haben: Geschirrspüler, Waschmaschine, Mikrowelle, Claudia Schiffer. Und da, und auch um weg von ihren vielen Frauen zu sein, ziehen sie los und Bomben was das Zeug hält. Und im Koran steht auch, dass wenn du möglichst viele Ungläubige tötest, kriegst du pro zehn toter Ungläubige eine junge, schlanke Frau. Deswegen sind die so, die Mohammedaner.
Sie: Hm. Wenn man da als Frau auch einen jungen Kerl abkriegt, lass ich mich morgen in der Moschee taufen.
Gier
Veröffentlicht in HomeStory am August 7, 2009 von skeltemHeute morgen flüchtete ich aus unserer Wohnung. Es ist nicht zu ertragen heiß und stickig in der Bude. Unsere liebe P-Katze war erkältet und deswegen dürfen wir keinen Zug haben, deswegen dürfen wir nicht mehr als ein Fenster öffnen, deswegen schmeckt die Luft in unserer Wohnung nach Rockkonzert und Sportumkleidekabine.
Ich ließ also alle häuslichen Pflichten Pflichten sein, tat als sei ich im Urlaub und frühstückte in einem Café in der Coburger Fußgängerzone. Ich hatte mir ein Buch von Jonathan Franzen mitgenommen. Allein das Lesen gestaltete sich schwierig. Denn jede junge Frau schien die andere darin übertreffen zu wollen, wer denn am wenigsten anhabe, aber noch als bekleidet durchgeht. Ich kann das gut verstehen. Am liebsten würde ich mit nichts anderem als einem Lendentuch und einer Sonnenbrille angetan durch den Sommer gehen. Vermutlich würde ich dann auch Blicke auf mich ziehen.
Um nicht wie ein alter geiler Bock auf die so freigiebig dargebotenen Reize zu gaffen (warum eigentlich nicht?) und weil Franzen nicht so interessant war wie das ungewohnte Leben vor meinen Augen beobachtete ich eine Szene am Nebentisch.
Eine ältere Frau saß mit einem kleinen Jungen dort und machte offensichtlich Pause während eines Einkaufsbummels. Die Frau trank ein Kaffeegetränk, der Junge mitgebrachten Zucker und hatte ein Stück Kuchen vor sich. Er hatte es sich ausgesucht und als es kam, biss er einmal ab und ließ es dann stehen.
Beide waren in mitgebrachte Lektüre vertieft. Sie in irgend eine Zeitschrift, der Junge in einen Spielwarenkatalog. Er betrachtete die Spielsachen hungriger als er wohl je ein Stück Kuchen ansehen würde. Ab und zu reichte er seiner Oma das Heft und deutete auf irgend ein futuristisches Plastikding. Die alte Dame betrachtete den „Vulcan X Riesenwarpschlachtkreuzer der E’nghi-Allianz“ mit dem gleichen wohlwollenden Blick wie ein besonders hässliches Kind, das ihr von stolzen Eltern präsentiert wird. ‘Oh, das ist aber hübsch.’
Was mir auffiel war, dass der Junge nie eine wirkliche Emotion zeigte. Er schien alles unter einem Aspekt von „Was springt für mich heraus? Wie ziehe ich den größtmöglichen Gewinn aus diesem Tag?“ zu betrachten. Mit anderen Worten: er war echt unbegeistert und wollte dafür entschädigt werden, dass er sich langeweilte.
Nicht, dass mir das fremd wäre. Als Kind habe ich oft gedacht, dass ich meinen Eltern oder Großeltern eine Gefallen tue, wenn ich mich mit ihnen abgebe. Wie selbstverständlich erwartete ich eine Belohnung. Weil die Verhältnisse so waren wie sie waren bestand die aus Eis oder Naschereien oder auch mal 50 Pfennig auf die Hand. Aber ich versuchte immer die Grenzen der Großzügigkeit, die ich selten als solche sah, auszuloten.
Ich erinnere mich an eine Familienfeier, auf der meine Cousine und ich unserem Großonkel K., der schon ziemlich einen im Tee hatte, 15 Mark aus der Tasche laberten für ein Spielzeug, das wir unbedingt haben mussten! Bitte, bitte, bitte! Das ist soooo toll! 15 Mark waren nicht die Welt, nicht mal Ende der 1970er, aber natürlich guckten wir das Zeug nie wieder an.
Es ist auch nichts dabei wenn Kinder wollen. Die Gier ist uns angeboren und erst später lernen wir, dass es nicht gut ist sie ständig zu befriedigen. Wenn wir Glück haben. Wer Pech hat bekommt immer das, was er will.
Dabei fiel mir eine Parallele zwischen dem kleinen Jungen, der alles haben wollte und der momentanen Wirtschaftskrise auf. Die miese Situation ist dadurch entstanden, dass der Gier der Banken keine Grenzen gesetzt wurden. Sie wollten haben, haben, haben und möglichst wenig bis gar nichts dafür geben.
Das finde ich legitim. Es ist, wie man so schön sagt, Systemimmanent. Banken und andere Unternehmen wollen Geld verdienen. Möglichst viel. Das ist ihr Ziel und ihre Aufgabe.
Aber sie brauchen genauso wie Kinder jemanden, der ihnen aufzeigt, dass sie nicht alles haben können, was sie wollen. Dass es nicht mal für sie selbst gut sei, sich immer weiter vollzustopfen, bis ihnen schlecht ist. Dass ihr Kinderzimmer voller Spielsachen ist, mit denen sie nie spielen. Und, vor allem, dass sie schreien, greinen und toben können wie sie wollen. Es ändert nichts daran, das irgendwann Schluss ist. Und wenn sie sich nicht beruhigen, werden ernste und moderne Erziehungsmethoden ergriffen.
Der Junge jedenfalls hatte bald genug von seinem Spielzeugkatalog. Als seine Mutter zu den beiden stieß, warf er ihn achtlos beiseite, fiel ihr um den Hals und lief begeistert zum Coburger Marktplatz, wo er sich wahrscheinlich in einem der Springbrunnen abkühlte. Der Glückliche!
Blut, Schweiß und Touchdowns
Veröffentlicht in Spielkram am August 6, 2009 von skeltemIn Göttingen war ich ein gefürchteter BloodBowl Spieler. Nicht, dass ich so gut gewesen wäre. Dafür waren meine Wutausbrüche berüchtigt, bei denen ich regelmäßig mit meinem Würfelbecher samt Inhalt um mich warf. Vom Leder des besagten Bechers kann man immer noch mein Zahnprofil abnehmen, weil ich manchmal aus schierer Frustration hineinbiss. Ich habe dann irgendwann aufgehört. Die Würfel nach zu kaufen, ging wirklich ins Geld. Von den Körperverletzungsklagen mal ganz abgesehen.
Aber von vorne. BloodBowl ist ein Brettspiel, das eine Mischung aus American Football, Kneipenschlägerei und Drittem Weltkrieg in der Warhammer Fantasywelt simuliert. Es spielen immer 2 „Coaches“ gegeneinander. Die Spieler gehören genretypischen Rassen wie Elfen, Zwerge oder Orks an. Dazu kommen die Ratten artigen Skaven, Echsenmenschen, Untote und was das Herz begehrt. Die Spieler haben bestimmte Positionen inne wie Werfer, Fänger oder Blocker. Je nach Position können sie auch Fertigkeiten – auf gut englisch „Skills“- haben, die sie besser werfen, Fangen oder den Rotz aus anderen Spielern prügeln lassen.
Im Liga-Spiel können Spieler Erfahrungspunkte, Starspielerpunkte, gewinnen. Mit diesen erreichen sie höhere „Level“, bekommen neue Skills oder auch bessere Attribute. Spieler können zu so genannten „Starspielern“ werden, Götter auf dem BloodBowl Rasen. Die Aufwertung der Spieler bringt noch einmal einen besonderen Reiz in das Spiel. Jeder Coach versucht sich ein Dream Team zu basteln. Allerdings sollte man sich nicht zu sehr an seine Stars gewöhnen. Das Spiel trägt „Blut“ nicht zu Unrecht im Namen. Als in einem Spiel gegen Orks gleichzeitig mein Star Blitzer (Wegschaffer) „Connor“ und meine Hexenelfe „Cynthia“ ins Gras bissen, war mein Dunkelelfenteam nicht nur plötzlich nur noch die Hälfte wert. Ich verlor auch ziemlich die Beherrschung und subsequent das erste Mal die Lust an BB. Das Hausverbot bei meinem Gegner hatte nichts damit zu tun.
Wie alle Games Workshop Spiele setzt auch BloodBowl ziemlich auf den Glücksfaktor. Jede Aktion wird ausgewürfelt. Man kann zwar die Chancen maximieren, aber Unsicherheit bleibt immer. Da alles mit sechsseitigen Würfeln (nur im Spielebereich ist das kein Pleonasmus) entschieden wird ist der Spielraum für Erfolg und Misserfolg relativ überschaubar. Deswegen leiden weniger Frustration resistente Personen (wie euer Miszellator) manchmal unter „Flüchen“. Ich könnte schwören, dass ich in einem Spiel sechs mal hintereinander eine „1“ geworfen habe. Ehrlich. Das passiert auch nur Trainern von Dunkelelfenteams. Oder mir.
Trotzdem ist BloodBowl ein sehr gutes Spiel. Es ist taktisch immer noch anspruchsvoll. Selbst unterlegene Teams haben eine Chance, wenn der Coach auf Zack ist, gerade auch durch das Zufallsmoment. Die Teams und Skills sind interessant, gut ausbalanciert und spielen sich alle ein wenig anders. Außerdem kommt der Warhammer typische schwarze Humor zu tragen, so dass man nicht mal die größten Gemetzel auf dem Spielfeld ernst nehmen kann. Beim Brettspiel sorgen auch die Spielfiguren von Citadel, der GW-Miniaturenschmiede, für einen zusätzlichen optischen Anreiz. Die Bemalung liegt natürlich im Vermögen der Spieler. Meine Dunkelelfen hat Lapis sehr schön für mich bemalt. Dafür habe ich auch (leichte) Schläge kassiert, als ich das Team nach dem „Connor-Cynthia-Debakel“ verkaufte. Zu Recht. Und heute reut es mich. In Coburg gibt es eine Liga, an der ich wieder teilnehmen würde. Wenn ich denn ein Team hätte. D’oh.
Im Internet hat sich vor Jahren eine Online BB Community gebildet, die so genannte FumBBL. Hier kann man umsonst mit hunderten anderer BloodBowler in verschiedenen Ligen sein Können messen. Fumbbl wird per selbst entwickeltem Java Client über das Internet gespielt und ist grafisch auf dem Niveau von „Solitär“. Aber es macht Spaß. Leider ist der Client nicht immun gegen die zwei großen Fallstricke des Spiels: Zufall und die Dauer der Spiele. Spieler sollten nämlich bis zu 2 Stunden Zeit mitbringen, je nach Erfahrung der Kontrahenten. Für das Live Spiel ist das nicht so viel. Eine schnelle Partie zwischendurch übers Netz ist da aber kaum drin.
Vor etwa einem Monat kam die neueste Iteration des Blutsportes auf den Markt: BloodBowl für den PC und Handheld-Konsolen von der Firma Cyanide Games und in Lizenz von Games Workshop. Das PC Spiel bespreche ich allerdings an anderer Stelle noch einmal ausführlich.
Meine Empfehlung ist sowieso: sucht euch echte Spieler, kauft euch Miniaturen und bildet kleine oder größere Ligen. Das Spiel ist gerade im Vergleich mit anderen GW-Titeln recht preiswert – weswegen es sicher an den GW-Katzentisch „Spezialistensysteme“ verbannt wurde.
Nichts lässt den Puls so schnell schlagen wie ein liebevoll bemalter und hochgezüchteter Starspieler, der sich beim Schinden des letzten Feldes vor der gegnerischen Endzone auf die Schnauze legt und stirbt. Verdammt! Warum musste ich 2 1er werfen? Und der versch… Sanitäter! So eine Lusche! Verf.. noch mal!! Äh. Also, wenn ihr euch zur Abwechslung mal bei einem Brettspiel entspannen wollt …. spielt „Siedler von Catan“.