Archiv für April, 2009

29.4.2009: Die Rache der Schneeeulen

Veröffentlicht in Allgemein, HomeStory am April 29, 2009 von skeltem

Hallo Alle.

Wie ihr vielleicht wisst, sind Raben Trickster. Das heißt, dass sie es zwar generell gut meinen oder zumindest Dinge tun, die sich am Ende als positiv heraus stellen. Aber bei der Wahl ihrer Mittel sind sie nicht sonderlich zimperlich. Vielleicht kennt ihr die Haida-Geschichte, in der der Rabe der Welt das Licht bringt? Er stiehlt es von einem eifersüchtigen Schöpfergott. Hört sich ein wenig nach Prometheus an, oder? Im Gegensatz zum Titanen mit Leberschaden will der Rabe das gute Licht aber nicht der Allgemeinheit zur Verfügung stellen, sondern einfach nur für sich selbst. Und dass er dabei die Tochter des Gottes schwängert und quasi zu seinem eigenen Sohn wird, ist ein Bonus. Was ich damit sagen will ist, dass man Raben nicht unbedingt jedes Wort glauben muss. Cum granum salis, wie die Lateiner sagen.

Eulen sind da ganz anders. Sie wägen ihre Worte sehr genau ab und sind allgemein weise und wissen, was sie tun. Und sie sind langweilig, humorlos und riechen aus dem Hals nach Mäusen. Aber ich schweife ab.

Ich würde gerne ein paar Dinge richtig stellen, damit niemand auf die Idee kommt, sich nach Rabenart selber zu kurieren, wie es in der Geschichte angedeutet wurde. Also: Zuerst einmal waren beide „Flügel“ krank. Nur der Eine, der linke, schmerzte nicht so. Dafür lief er aus. Fragt nicht. Die „Schneeeulen“ haben natürlich auch beide „Flügel“ operiert. Ohne Betäubung. Und erfolglos. Den linken „Flügel“ konnte ich sowieso schon seit ein paar Jahren nicht mehr benutzen. Also fällt es gar nicht auf, dass ich den mit Salbe zukleistere. Der Rest war in etwa so, wie geschildert. Nur über einen längeren Zeitraum. Aber, Jungs und Mädchen, macht das nie zu Hause. Ich komme zwar klar mit dem „rechten Flügel“, aber er hat immer noch Beschwerden. Mit der „Salbe“ wären die vielleicht weg, aber auch die Flugfähigkeit. Das ist ein Risiko, das ich eingehen muss. Es ist mein Risiko.

Gestern habe ich die „Schneeeulen“ noch einmal aufgesucht. Und weil die Konsequenz bestimmt einen Namen hat, der aber sicher nicht „Rabe“ (oder Skeltem oder Pascal) lautet, kann es sein, dass ich ihnen noch einmal eine Chance geben werde. Zumal sie gesagt haben, es diesmal mit Betäubung zu machen. Ganz ehrlich.

Also, wenn es demnächst wieder mal eine kleine Miszellen-Pause gibt, wisst ihr ja, woran das liegen kann.

Meine Mutter kommt zu Besuch.

Euer „Rabe“ Skeltem

Glaubensfrage – ein Prolog

Veröffentlicht in HomeStory, relativ religiös am April 27, 2009 von skeltem

Manchmal spricht die Welt zu mir.
Sie tut das nicht mit Donnerstimme oder brennender Vegetation. Engel sind mir auch noch nie erschienen. Zumindest haben sie sich nie vorgestellt. Auch hat mir Jesus nie befohlen, irgend jemand in Stücke zu hacken und zu verspeisen. Nein, die Welt spricht eigentlich auch nicht wirklich. Was gut ist, weil ich sie ja eh nicht hören kann.
Aber zum Beispiel: Letztens war ich wieder mal ziemlich in Gedanken über dieses Religions-Ding. Ich war eigentlich schon vor Monaten oder Jahren zu dem Schluss gekommen, dass es einen gravierenden Unterschied gibt zwischen erlebtem und institutionalisiertem Glauben gibt. Also Glaube vs. Kirche. Mir fehlte nur noch ein fetziger Aufhänger.
Da trug es sich zu, dass ich in der Landesbibliothek Coburg ein paar Bücher abgeben musste. Ich schlenderte wie üblich zu den Neuerscheinungen in „Theologie/Religion, Geisteswissenschaften und Zeug“. Da fiel mein Blick fast automatisch auf „Die Vermessung des Glaubens“ von ZEIT Wissenschaftsjournalist Ulrich Schnabel. Ich nahm das Buch mit, las es und, zack, da war es. Nicht nur werden viele meiner Gedanken zum Thema Glauben angesprochen. Schnabel bringt auch eine Systematik hinein, die mir bislang gefehlt hatte. Und, am allerwichtigsten, er erwähnt William James. Einen Religionspsychologen, der von 1847 bis 1910 gelebt hat und Dinge sagte, die ich stellenweise exakt so sagen würde. Ich hatte eine Trittmöglichkeit, von der aus ich meine eigenen Nachforschungen vorantreiben kann. So spricht die Welt zu mir. Sie zeigt mir manchmal genau das, was ich brauche.
Ok, bevor es jetzt unangenehm für uns alle wird eine kleine Erklärung für vernünftige Menschen. Ich beschäftige mich wie ihr wisst ja schon eine ganze Zeit mit dem Thema. Und jedes Mal, wenn ich in die LBC gehe, gucke ich, was es so Neues gibt. Dass ich an diesem Tag vor drei Wochen genau das Buch sehe, was ich brauche ist zwar ein Zufall, aber kein wirklich großer. Ob das Buch nun da gestanden hätte, wenn ich nicht in den Lesesaal gekommen wäre ist natürlich ein schöner Koan. Aber ich kann zumindest genau sagen, welches Geräusch der Baum macht, wenn er im Wald umfällt und nur ich bin da: gar keins. Die Welt besteht aus Milliarden und Abermilliarden Sinneseindrücken, aus denen wir das heraus filtern, was wir brauchen. Der Rest ist ein weißes Rauschen. Wenn wir uns mit bestimmten Dingen beschäftigen, tritt einfach alles, was damit zu tun hat in den Vordergrund. Als ich vor Jahren mit meiner Freundin Jasmin am Rhein saß und Kaffee trank, fuhr plötzlich das Schiff „Jasmin“ vorbei. Keine Zauberei, einfach nur ein Ereignis, das mit der aktuellen Situation zu tun hat.
Es kann auch sein, dass ich an gar nichts besonderes dachte, als ich zu dem Regal schlenderte. Das Buch löste dann eine bestimmte Reaktion in mir aus und ich war mir sicher, genau das gesucht zu haben. Nur wusste ich 2 Sekunden vorher gar nicht, dass ich etwas Bestimmtes suche. Sprich, erst der Fund brachte mich darauf, dass ich etwas suche.
Wenn ich mich konzentriere, kann ich „die Welt“ besser „hören“. Ich bin einfach aufmerksamer für das, was um mich passiert. Das ist keine neue und tolle Erkenntnis und auch kein Geheimnis, für das ich jetzt auf dem Esoterik-Markt hunderte von Euro verlangen könnte. In der Tat machen Menschen das seit Jahrzehntausenden. Sie werfen Knochen, lesen in Gedärmen oder schlagen willkürlich heilige Texte auf. Wer oder was immer da zu ihnen spricht: verstehen und interpretieren müssen sie es selbst.
Wer aber sagt mir, wie ich die Dinge „richtig“ sehe?
Und glaube ich ihnen?
Ich frage mal die Welt.

The Verlust of the Muttersprache

Veröffentlicht in HomeStory, komisch - ist aber so am April 24, 2009 von skeltem

Dear Miszellen Leserinnen und Miszellen Leser!

Look, was passiert ist! Seit heute morning can ich nur noch Kauderwelsch schreiben. What für ein Mist. How soll ich denn now vernünftige Miszellen verfassen? Nobody wird diesen nonsense lesen wollen. Jeder wird at me lachen! Oh, my Gott.

But eigentlich had ich me das denken können. Ich mean, das fing on, als ich in der school english gelernt have. I mochte english so gerne, that ich andauernd versuchte, all in english zu übersetzen. Als ich then einen computer bekam, war sowieso alles over. All war in english. Von ‘Basic’ zu ‘Disk Drive’. I vermute, that ‘Datasette’ is auch an english Wort. But vielleicht ist es auch francais?

And, natürlich, habe ich ganz schön much english pop music gehört. Even wenn es damals die time der „Neuen Deutschen Welle“ war. I bevorzugte eindeutig „Just New Wave“ und hörte die „Sisters of Mercy“ und „The Cure“ und „Siouxsie and the Banshees“. Was für eine great time!

When ich auf die university ging, war die gesamte Fachliteratur of course auf english. With der Zeit konnte ich ebenso good english lesen wie Deutsch. Zumindest in my Fachgebiet. Und because ich Englisch wirklich like, habe ich in my Freizeit auch englische books gelesen. That mache ich heute noch gerne. But heute vor allem wegen des price. English Books unterliegen not the Buchpreisbindung. And mit Amazon and andere internet stores ist es wirklich easy geworden.

Außerdem spiele ich ein Online-game, where ich ganz often englisch tippen must. Weil meine mit-Gamer from the ganze Welt kommen. English is sozusagen die lingua franca von EVE Online. Because das so is, have ich auch mein Game auf english gestellt. Weil nobody weiss, wie die einzelnen things auf german heißen.

That ich in this situation bin, kann natürlich also daran liegen, that es heutzutage wirklich easy ist, sich im language Wirrwarr zu verheddern. Als in 2000 die Expo in Germany war, konnte man in and around Hannover eigentlich only mit english überleben. Die government from Niedersachsen was so international, dass they schlicht the Einheimischen vergessen haben. And the Deutsche Bahn tut das bis today. Sie haben „Service Points“, „Lounges, „Ticket Stations“ and what noch alles. All for their scheiß Börsengang, how ich vermute.

Und don’t erzählt mir von den Fast Food Ketten! McDonald’s was schon schlimm. Bei Burger King hatte man Mühe ein deutsches Word auf the Karte zu finden. But since es überall Subway gibt are Leute, die kein word english sprechen in danger zu verhungern. Zum Glück can die Bedienungen exacto so wenig english. Deswegen ist es immer ein funny Spiel, when ich zum Subway gehe. I versuche to raten, what zum Henker die me verkaufen wollen. Und they versuchen to raten, what zum Henker ich want. Sometimes bekomme ich exactly das Sandwich that ich wollte.

Was can ich bloß machen? I mean, eigentlich sollte ich mich nicht wonder. When ich mir zum Beispiel so some Miszellen angucke, find ich da einige english Wörter. But how übersetzt you „anyway“? Anyway ist so ein beautiful Wort. Ich weiß, I know: „Jedenfalls“. But ich bevorzuge ‘anyway’. Or ich konnte zuletzt die meaning von einigen Redewendungen nicht more richtig übersetzen. How sagt man: „Pot meets kettle“ auf Deutsch? It bedeutet, dass etwas good zusammenpasst, that sich two gefunden haben. There war irgendwas with einem Topf and einem Deckel. Oh my!

But seit ich versucht have, something gegen meine confusion zu tun, is alles only schlimmer geworden. Ich have versucht, my spanish aufzupolieren.

¡Y MIRAD QUE SE OCCURIÓ*!

Yo bin so desparado.

Euer/Your/Su
Skeltem

*Look what happened!

Sex, Gewalt, Religion und lauter fetzige Sachen

Veröffentlicht in Wissen schaffen, relativ religiös am April 23, 2009 von skeltem

Am Anfang war die Grundschule. Und der katholische Geist schwebte über den Kindern und zwang sie, Gott zu loben und zu preisen. Und der Sinn der Worte, die sie zu singen hatten war wüst und leer. Aber Gott, durch seinen stellvertretenden Priester war unerbittlich. Da stand ein Knabe auf und fragte, was Menschen immer gefragt haben: „Warum?“ Doch Gott gab keine Antwort. (Der Priester sagte: „Darum!“) Und das Kind sah, dass Reli schlecht war.
Oder so ähnlich. Mein Gott, das ist jetzt 32 Jahre her. Jedenfalls war das mein religiöses Erwachen, wie auch in dieser Miszelle beschrieben. Andere Menschen finden Gott, Allah, Buddha oder wen-auch-immer. Ich fand Fragen. Diese Fragen haben mich seitdem nie mehr los gelassen. Ich bin geradezu süchtig danach. Warum? Warum das Alles? Und kommt mir nicht mit „42“!
Fast forward ein kurzes christliches Erwachen, jede Menge obskure und unappetitliche religiöse Erfahrungen, einige genuin spirituelle Erkenntnisse und ein Hochschulstudium später sitze ich heute hier und die Fragen sind nie weniger geworden. Eher im Gegenteil. Zumindest bin ich heute in der Lage, meine Frage in ein System zu bringen und ein paar gebildete Vermutungen anzustellen. Und weil ich so gerne teile, teile ich sie euch gerne mit.
Die Reise, auf die ich euch mitnehmen will begann hier. Was ich über den Glauben und das Wissen schrieb ist eine sehr subjektiv geprägte Position der Erkenntnistheorie: wir können nie mit Gewissheit etwas wissen. Ergo ist unser Wissen über die Welt Glaube.
Danach versuchte ich, den Religionsbegriff zu erläutern, bin aber über meine eigene Fasziniertheit gestolpert und habe im Grunde mehr schwadroniert als meine Position erklärt. Immerhin habe ich das erkannt und eine Miszelle über mein Scheitern verfasst. Ja, auch so kriege ich mein Pensum voll ;)
Immerhin konnte erkennen, was mich in den nächsten Monaten und Jahren beschäftigt. Religion nicht als abstraktes Phänomen, sondern religiöse Wirklichkeit. Also: was macht Religion? Wie wirkt sie? Konkret, warum gibt es religiös motivierte Gewalt und Unterdrückung? Außerdem habe ich in der „Gegen die Wand“ Miszelle ein eigenes, noch relativ ungeformtes, Konzept eingeführt: die Aufklärung.
Das führe ich dann auch sofort aus. „Aufklärung“ ist für mich nicht nur das, was der Papa seinem Sohn errötend erzählt oder eine Epoche der europäischen Geschichte oder ein Aufsatz Kants. Die Aufklärung ist eine Geisteshaltung, und ihre Ausbreitung ist geographisch ebenso wenig festzumachen wie die Pepsi/Cola Cola Grenzen. Die Aufklärung ist analytisch und anthropozentrisch. Sie will die Natur beherrschen und ihr Gott ist die menschliche Vernunft. Die „Religion“ der Aufklärung ist die Wissenschaft und ich bin einer ihrer Priester. Laienpriester.
Nach einem kurzen Versuch über religiösen Fundamentalismus, in dem ich einige wichtige (für den Verlauf dieser Miszellenreihe) Gedanken in einigen zu emotionalen Absätzen äußerte, kam ich schließlich zum einem Knackpunkt meiner Religionsmiszellen: Sex und Religion.
Als erstes Ergebnis stelle ich fest, dass es einen wichtigen Zusammenhang gibt, nämlich die Kontrolle über die Fruchtbarkeit, bzw. die reproduktiven Kräfte einer Gemeinschaft. Sobald die Kulturen weniger stark von natürlichen Einflüssen abhängig sind, werden auch die religiösen Vorstellungen weniger vom beherrscht-sein als vom beherrschen diktiert. Die Fruchtbarkeit in der jeweiligen Gesellschaft, meist repräsentiert von Frauen, wird politisch und kultisch unterworfen.
Diese Miszelle behandelt zwar nicht direkt den religiösen Aspekt des Themas, sie gehört aber zwingend in den Komplex. Letztendlich ist Wort „beherrschen“ nämlich gleich bedeutend mit „Gewalt ausüben“. Es geht bei allen Formen der Herrschaft darum, dass die Beherrschten tun, was die Herrscher sagen. Mit einem kurzen knappen Wort: Macht.
Der Zusammenhang von Sex, Gewalt und Religion ist Gewalt.
Ist also eine der Antworten, die ich seit 32 Jahren suche so simpel, dass ich auch als achtjähriger darauf hätte kommen können? Dass wenn ein katholischer Priester versucht, ein Kind dazu zu bringen, etwas zu tun, was es nicht will (und bei mir war es Gott sei Dank nur Singen!), das eine religiös motivierte Form von Gewalt ist? Dass Religion ein Machtinstrument von vielen ist?
Die Annahme ist so verbreitet in der Aufklärung, dass es verführerisch ist, ihr zuzustimmen. Aber ich werde nicht in diese Frucht vom Baum der Ignoranz beißen. Denn, und da schließt sich ein Kreis, was ist mit dem Glauben?
Bleibt dran.

17.4.2009: Updates kommen wieder

Veröffentlicht in Allgemein am April 17, 2009 von skeltem

Hallo Alle!

Kürzlich hat ein netter Mensch die Miszellen in einem Forum gehyped. Daraufhin sind einige Leute an den Anfang, also vor knapp 3 Jahren gesprungen, um Miszellen aufzuholen. Ich lese manchmal mit, was die Leute so lesen und habe festgestellt, dass vieles, vor allem persönlichere Sachen, völlig an meiner jetzigen Situation vorbei gehen. Bei anderen Miszellen hat sich meine Sichtweise ergänzt, geändert oder die äußeren Bedingungen sind längst nicht mehr die selben. Lange Rede, kurzer Sinn: sie sind völlig veraltet.
Am Anfang habe ich einmal im Monat ein Update geschrieben, wenn sich irgend etwas, Miszellen betreffend, geändert hat. Ich werde in den nächsten Zeit damit beginnen, alte Miszellen durchzusehen, ob sich etwas Neues, Schreibens wertes ergeben hat. Den Anfang mache ich heute mit „redo from start“. Den neuen Eintrag werde ich jeweils auf den älteren Miszellen verlinken, damit die Leserinnen und Leser „up to date“ bleiben können ;)

Ich hoffe, ihr bleibt meinen Miszellen gewogen.

Cheers, Skeltem

redo from „Start“

Veröffentlicht in Allgemein am April 17, 2009 von skeltem

Wenn ich mir die erste Miszelle heute ansehe und die Gefühle, die ich damit verband Revue passieren lasse, bekomme ich einen Kloß im Hals.
Hallo Alt-und Neuleserinnen und Leser. Seit „Start“ sind jetzt fast drei Jahre vergangen. Ich heiße immer noch Pascal, bin immer noch gehörlos und habe immer noch keine bezahlte Arbeit gefunden. Meine Frau, die ich hier Lapis nenne, hält es immer noch mit mir aus. Ich wohne immer noch in Oberfranken. Nur zunehmend unwilliger. Und ich schreibe anscheinend immer noch ein Blog. D’oh.
Andere Sachen, die mir damals wichtig waren, sind mir heute nicht mehr ganz so wichtig. Spielkram z.B. Als ich noch andere Dinge zu tun hatte und Spielen ein Hobby und besonders war, lag es mir sehr am Herzen. Heute könnte ich die ganze Zeit daddeln. Aber es ist nicht mehr besonders. Sondern langweilig. Ich spiele zwar immer noch gerne EVE Online, aber auch der Reiz wird immer stumpfer. Grow up, Skeltem! Du bist jetzt 40 Jahre alt. Zeit, erwachsen zu werden.
Ich denke immer noch, dass ich ein Wissenschaftler bin. Sicher. Ihr werdet hier keine wissenschaftlichen Texte finden. Aber eine bestimmte Geisteshaltung, ein Erkenntnisinteresse wird man (hoffentlich) nie los. Ich interessiere mich vor allem für religionswissenschaftliche Themen. Nicht, weil ich besonders religiös wäre, sondern weil es mich seit meiner Kindheit fasziniert hat, wie „Religion“ Menschen beeinflusst. Im Guten wie im Schlechten. „Religion“ ist der Sieg der Ideen über den reinen Materialismus. Heute weiß ich, meine ich zu wissen, dass die Ideen entscheidender Bestandteil der menschlichen Existenz sind. Konsequenter Weise habe ich mich sehr mit der abendländischen Ideengeschichte (Philosophie), Geschichte und Kulturwissenschaften (Ethnologie, Soziologie, ein bisschen Philologie) beschäftigt. Wie gesagt, streng wissenschaftlich geht es in den Miszellen nicht zu (wäre auch nicht sehr unterhaltsam), aber ihr könnt mir glauben, dass ich meistens weiß, wovon ich schreibe.
Das mit dem Journalismus hat sich, denke ich erledigt. Als ich begann, die Miszellen zu schreiben hatte ich die spinnerte Idee, dass das Blog quasi eine Fingerübung sei, damit mein Schreiben nicht einrostet, und ich was vorzeigen kann, bei einer Bewerbung als Online-Journalist irgendwo. Das ist auf so viele Arten nicht mehr relevant, dass es mich fast deprimiert, darüber zu schreiben. Ich lasse es dabei, dass ich immer noch gerne schreibe und die „Miszellen“ sind bestimmt nicht das dümmste Blog im Internet. Aber ich bin ganz bestimmt kein Journalist.
Dafür habe ich aber die Freiheit, so zu schreiben, wie ich will. Wer die Miszellen liest, stößt (wahrscheinlich nach etwa einer Zehntelsekunde) darauf, dass ich meine Sicht der Dinge gerne humorvoll rüber bringe. Andere würde sagen: sarkastisch. Wieder andere würden mich einen Zyniker nennen. Ich bin vielleicht zynisch. Aber ich versuche, dem Ganzen, immer noch etwas Witziges abzugewinnen. Wenn euch manchmal das Lachen im Halse stecken bleibt, ist das nicht unbeabsichtigt. „Meine Miszellen“ sind immer „cum granum salis“, also nicht wörtlich, zu lesen. Bei den „Wissen schaffen“ Miszellen stimmen die Fakten nach meinem besten Wissen. Bei den anderen Kategorien schlage ich gerne mal über die Stränge ;)
Letztlich bin ich nur ein Kasper mit Uni-Abschluss, der ihm soviel nützt wie ein Walkman. Ich bin ein Geschichtenerzähler. Manchmal sind die Geschichten wahr. Manchmal gelogen. Aber darauf kommt es nicht an, oder? Hauptsache ist, die Geschichten sind nicht langweilig. Und wenn man noch den einen oder den anderen Gedanken dabei entwickelt, ist das ein nicht zu unterschätzender Bonus.
Ich wünsche allen viel Spaß mit „Meine Miszellen“. Mindestens so viel Spaß, wie es mir macht, sie zu schreiben.

Euer,
Skeltem

Der Rabe und die Schneeeulen (Teil V und Schluss)

Veröffentlicht in Kurze Geschichten am April 15, 2009 von skeltem

Teil I
Teil II
Teil III
Teil IV

Als es Zeit wurde, die vermaledeite Salbe wieder aufzutragen, ließ er es einfach sein. So hockte er für Stunden im Nest und tat sich vor allen Dingen selber leid. Er pickte an ein paar Knöchelchen herum, aber eigentlich hatte er nicht mal mehr Hunger.
Dann geschah etwas seltsames. Das Pochen und Klopfen in seinem rechten Flügel ließ nach. Auch das Zerren und Reißen. Einzig der Gestank war immer noch schwer erträglich. Um ihn zu lüften, wedelte er ihn vorsichtig hin und her. Bröckchen getrockneter Salbe, Schorf und Schlimmeres flogen davon. Er schmerzte zwar immer noch etwas, aber er fühlte sich definitiv besser an.
Der Rabe schmierte etwas auf seinen linken Flügel, denn der hatte inzwischen wieder begonnen, weh zu tun. Vorsichtig, ganz vorsichtig, schwang er sich aus dem Nest in die Luft. Fast wäre er wieder einmal abgestürzt, konnte sich aber fangen und stieg über die Wipfel der Bäume. Das hatte er schon lange nicht mehr gemacht. Der rechte Flügel war immer noch verklebt und entzündet. Aber weil fast einen ganzen Tag keine neue Salbe dazugekommen war, konnten seine Federn sich besser entfalten und die Luft zwischen ihnen tat ihr Übriges.
Als seine Frau gegen Einbruch der Dunkelheit, schwer an der Schiene tragend, zum gemeinsamen Nest zurück kehrte, fand sie ihren Lebensvogel fröhlich krächzend über einem tot gefahrenen Karnickel sitzen.
„Hallo, meine Süße. Ich habe dir einen halben Hasen über gelassen. Du hast bestimmt noch nichts gegessen.“
Die Räbin war perplex. „Ich hatte ein paar Maden auf dem Weg. Was ist passiert? Du bist so .. anders.“
Der Rabe krähte wie ein Hahn (mit Polypen): „Nii – ichts! Niichts ist passiert. Hahaha. Nichts! Ich habe nichts gemacht. Ahahaha.“
Die Rabenfrau beäugte ihn skeptisch mal mit dem einen Auge, mal mit dem anderen. Hatte er wieder vergorene Früchte genascht? Er war auf jeden Fall berauscht.
„Ich habe dir die Schiene mitgebracht. Die Schneeeulen waren sehr hilfsbereit. Natürlich durfte ich erst mal ein paar Stunden warten. Ich weiß nicht, warum, ehrlich gesagt. Außer mir war niemand da und die Schiene hatten sie auch …“
„Schiene, Trine, böse Miene!“, sang der Rabe. Und es hörte sich furchtbar an!
„Jetzt sag mir sofort, was los ist mit dir, Rabe!“, herrschte die Räbin, am Ende ihrer Geduld und ihrer Kräfte ihn an. Die letzten Wochen waren für sie mindestens ebenso schlimm gewesen wie für ihn.
Ihr Hahn grinste sie an. Dann wurde er aber ernst. „Ich denke immer, dass ich so schlau bin. Aber manchmal bin ich einfach dumm.“ Für Raben ist so ein Satz gleichbedeutend mit dem Eingeständnis einer schweren existentiellen Krise und wird üblicherweise auf Abschiedsreden gehalten. Permanente Abschiede.
„Ich habe auf die Schneeeulen gehört und nicht auf meinen Körper. Ausgerechnet ich habe zugelassen, dass ich Vögeln, bloß weil sie klug daher reden mehr vertraue als meinen Instinkten. Ich war ein Idiot.“
Sein Weibchen widersprach ihm nicht.
Mit der Salbe experimentierte er in der ersten Zeit danach viel herum. Er verringerte die Dosis immer mehr. Aber jedes Mal, wenn er sie benutzte, begannen sofort wieder die Probleme. Es schien, dass wirklich das Weglassen der Salbe der Schlüssel war. Manchmal half sie aber, wenn die Narbe wieder sehr schmerzte. Und der linke Flügel hörte nie auf, weh zu tun. Mit ein wenig Salbe war das aber erträglich. Seine Frau baute die Schiene geschmackvoll in das Nest ein und es war fast wieder wie vor der Zeit, als „Dingus Weißnichtwas“ in das Leben des Raben (und seiner geplagten Frau) gekommen war.
Aber es war nie wieder so, wie vor der Operation. Die Wunde entzündete sich häufig und der Rabe musste seinen Flügel öfter und ausgiebiger putzen als vorher. Auch bereitete er ihm immer noch große Probleme, wenn er viel geflogen war. Dann musste er oft im Nest hocken und die Flügel schonen. Die unbeschwerte Leichtigkeit des Fliegens war wohl dahin.
Aber Raben sind unverwüstlich. Wenn er so im Nest saß unterhielt er seine Frau mit gekonnten Imitationen von Tieren (vorzugsweise Eulen), bis der nähere Wald von krächzendem Gelächter widerhallte. Und ich sehe ihn auch heute noch oft durch die Gegend fliegen, seinen linken Flügel schonend und hinter irgendwelchen genervten Tieren her jagen, denen er unbedingt seine neuesten Erkenntnisse verkünden muss. Und die Tiere laufen nicht mehr so schnell weg wie früher, weil der Rabe langsamer fliegen muss. Wenn man weiß, wonach man sucht, kann man meistens ein erleichtertes Grinsen in ihren Zügen aufblitzen sehen.

Moral: Wie jede Fabel hat auch diese eine Moral. Sie lautet: Manchmal weiß dein Körper besser Bescheid als du, wenn sich die Schneeeulen im Flügel irren ;)

14.4.2009: Wir rocken!

Veröffentlicht in HomeStory am April 14, 2009 von skeltem

Ein bei allen Mietern gefürchteter Tag ist jener, an dem die Nebenkostenabrechnung ins Haus flattert. Vor allem, wenn man immer wieder von den gestiegenen Energiepreisen gelesen hat. Lapis und ich sahen dem auch mit Sorgen entgegen.
Vor allem, weil wir letztes Jahr unseren Stromanbieter per Internet gewechselt hatten und das für uns alte Leute immer noch ein komisches Gefühl ist. Was ist, wenn wir das falsche Knöpfchen gedrückt haben? Wen ziehen wir zur Verantwortung, wenn plötzlich das Licht ausgeht?
Im März kam dann der erste Schock: eine Rückzahlung! Wir haben zuviel Geld für Heizung, Wasser etc. bezahlt, weil wir so gar nichts verbraucht haben. Wow. Man merkte unserem Vermieter förmlich die Verblüffung an. Er betonte extra, dass die Energiekosten gestiegen seien und unser Verbrauch entsprechend noch mehr gesunken. Da hat sich das Bibbern im Winter doch gelohnt (Just kidding. Wir hatten ein Feuer in der Spüle ;) )
Heute dann die Stromabrechnung. Vor der hatte ich etwas Dusel, weil ich doch andauernd am Computer hocke. Aber, oh Wunder, noch eine Rückzahlung! Eine richtig deftige sogar.
Wie machen wir das nur?
Ganz einfach: Wir haben in der ganzen Wohnung Energiesparbirnen drin. Außerdem läuft bei uns nichts auf Stand-By. Alle Elektrogeräte sind an Schaltern, die den Strom unterbrechen. Hier sind noch ein paar Tipps, die ich spontan gfunden habe. Es lohnt sich.
Und ein Tag mehr, der seinen Schrecken verliert.

Aahmdmahl

Veröffentlicht in komisch - ist aber so, relativ religiös am April 12, 2009 von skeltem

Ethel: Du machs’ dat falsch, sach ich dir.
Rachel: Ich hab’ schon Fische gefillt, da bist du noch unter dem Baum der Erkenntnis dein Geschäft verrichtet. Bloß weil du mal in der Karawanserei an der Straße nach Kanaan gekocht has’, musst du mir nich’ erzählen, wie ich Fische fillen soll.
E: (schweigt beleidigt)
R: Is’ schon komisch…
E: Was?
R: Na, die Gesellschaft da draußen. 13 Jungs und keiner lacht oder macht schweinische Witze oder so. Nich’ mal in den Po haben se mir gekniffen.
E: Dir hat keiner mehr in den Po gekniffen, seit de Römer hier sin’. Un’ dat is’ nu auch schon …
R: Du weiß’ was ich mein’. Sitzen da, als würd einer sterben. Nur der kleine schwarzhaarige versucht, etwas Stimmung zu machen. Der, der auch für alles zahlt.
E: Sind auch komisch viele Römer in die Gegend.
R: Gib mir mal die Milch.
E: Bis’ du meschugge? Nachdem du den Fisch angefasst hast? Sollen die uns den Laden dicht machen?
R: Mein ****! Als ob da ein Hahn nach …
E: Und ob die da nach krähen tun. Einmal nich’ koscher geblieben und, schwupps, is’ de Lizenz weg. Scheiß Religion.
R: A propos. Der da in der Mitte soll auch so einer sein.
E: Koscher? Ich weiß nich’. Rennt mit 12 Jungs durch de Gegend, kneift dir nicht in den Hintern, lange Haare, gepflegt. Würd’ mich nicht wundern, wenn der bald am Kreuz is’. Sodom und Gomorrha sach’ ich nur. Den’ Römern tut dat egal sein, aber unsere sin’ da hinter her.
R: Ne, so einer is’ dat nich’. Das is’ ein Prophet.
E: Profit? So wie der aussieht? Und bloß sein Kumpel bezahlt? Würd mich wundern, wenn der 30 Shekel in der Tasche hätte.
R: Prophet. Die, die prophezeien tun.
E: Ach nää, geh weg. Dat sin’ doch die Spinner, die in der Wüste hocken oder auf nem Baumstamm oder so. Und den lieben **** nen guten Kerl sein lassen und der Allgemeinheit auf der Tasche liegen tun. Wie mein Jupp immer gesagt hast: ‘Tu’s die Stimme eines Rufers in der Wüste hören, hasse meistens schon nen Sonnenstich’.
R: Der scheint aber besonders gut zu sein.
E: So? Wat hat der denn proffezeit? Dat am Morgen die Sonne aufgehen tut und am Abend wieder unter? Oder dat de Welt am unter am gehen is’? Oder sacht er, dat wir alle Sünder sind, weil wa unsere Kinder nich’ durch Hand drauflegen machen tun, sondern f ….
R: Ethel!
E: Ne, watt ma’. Er sacht sicher, dat er der Sohn vom lieben **** is’.
R: Ja, tut er.
E (stöhnt): Noch einer. Anscheinend hat **** noch mehr Bälger als der alte Herodes.
R: Tu dat nich’ so sagen. Herodes war ein feiner Mann. So gebildet. Un’ hat Massala….
E: Massada.
R: gebaut. Und der Kerl hat eine schöne weit tragende Stimme.
E: Dat beweist also, dat er der Sohn vom lieben *** is’, ja? Ne aschöne Stimme. Un’ woher wills’ dat wissen? Hat doch kaum den Mund aufgemacht, seit die hier sin’. Nur einmal bei der Vorspeise is’ der aufgestanden und hat ne kurze Rede gehalten.
R: „Nehmt, dat is’ mein Laib“. Hörsse, wie nett der is’? Gibt sein Brot wech.
E: Ham doch noch genug hier.
R: Un’ dann sacht er noch, dat er kein Wein mehr will.
E: Dat is’ nu wieder nich’ sehr proffetisch. Wo die doch so Schluckspechte sind. ‘Da kommt der Geist ****es besser über ein’!’
R: Mann, Ethel. Der Mann gibt alles für seine Jungs. So’n Netter is’ das. Und guck mal, wie der immer am gucken is’.
E: Als hätt’ der zu viel von dem indischen Zeuch geraucht. Geh weg mit die Religiösen. Machen nur Ärger. Die Römer sind auch schon am Durchgreifen wegen die Piloten.
R: Zeloten
E: Wat auch immer. Wer als Motto hat, ‘Egal ob ich gehe drauf, **** nimmt uns gnädig auf’ hat se nich mehr alle. Scheiß Mehrtürer.
(kurze gedankenvolle Pause)
R: Der da soll Wunder vollbracht haben.
E: Wat für Wunder?
R: Zum Beispiel soll er mir nur einer Amfore Wein 3000 Gäste bewirtet haben.
E: Dat machs’ du doch auch.
R: Pscht, muss ja nich’ jeder wissen.
E: Un’ wieso hat der 3000 Gäste? Passen die alle bei dem in sein Haus?
R: Das war bei ner Hochzeit. Und geheilt hat der auch. Die Ruth deren Nachbar hat ein Sohn und der ist mit einem auf der Schule, dessen Vater gesagt hat, er hat gesehen, wie er einen Aussätzigen geheilt hat.
E: Die Ruth lügt doch wie gedruckt. Wenn die einem ‘Gu’n Tach’ sacht, musste gucken, ob nicht schon Nacht is’.
R: Trotzdem.
E: Wat gibt et eigentlich zum Essen?
R: Als Vorspeise ‘Hummus Oriental auf ungesäuertem Brot’.
E: Hmm, Hummus. Aber von die Kichererbsen tu ich immer so Blähungen …
R: Fischgang is ‘Gefilter Fisch aus dem See Genezareth, handgepflückt’.
E: Handgepflückt?
R: Ja, weiß auch nich. Hat einer von denen mitgebracht. Hat mir den Fisch gegeben,wie blöd gezwinkert und gesacht, dass der Meister die mit seinen Hände gefangen hat.
E: Eklig. Dat tut doch so stinken an die Finger. Un’ dat Hauptgericht?
R: Zicklein, gemästet mit Trauben von den Weinbergen des Engadi.
E: Du tus’ dich aber ins Zeuch legen.
R: Un als Desert gibt es Balsam-Birnen in Blattgold, mit Weihrauch geräuchert und Myrrhe-Sorbet.
E: Man meint, du hätts’ einen Könich hier und nich’ bloß nen langhaarigen dauerbekifften Profeten.
R: Wer weiß …
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Petrus: Und?
Jesus: Zehn Punkte.
Philippus: Du gibst immer zehn Punkte, J.
Jesus: (lächelt milde)
Petrus: Hier soll es einen netten Garten geben. Judas, zahl mal. Wir machen einen Verdauungsspaziergang.
Judas (nervös): Also der gefilte Fisch war nicht so gut wie einer, den ich mal …
Andreas: Wie kommst du eigentlich zu der ganzen Kohle, Judas?
Judas: Erbschaft. Ein Onkel aus Sikariot ist gestorben und hat mir ein paar Denare hinterlassen. So ein Glück, was? Haha.
Jesus: (lächelt milde)

8.4.2009: Sehr unangenehm, Coburg

Veröffentlicht in Allgemein am April 8, 2009 von skeltem

Die Miszelle über die öffentlichen Verkehrsmittel in Coburg war für ein paar Tage verschwunden. Der Grund dafür ist, dass ich ein paar Sachen überprüft habe, bevor ich wegen Verleumdungen Ärger bekomme. Ich habe sie dahingehend bearbeitet. Wer den ersten Entwurf und den zweiten vergleichen würde, würde sehen, dass ich so gut wie nichts verändert habe.
Leider ist es tatsächlich so, dass ich, seit ich hier lebe, mit der SÜC, den Coburger Stadtwerken, die auch die ÖPNV beinhalten auf Kriegsfuß bin. Natürlich sind meine persönlichen Erlebnisse kein Grund den Coburger Nahverkehr allgemein als übel zu bezeichnen. Aber wenn man diese Erlebnisse, das unbefriedigende Netz, und die mangelhaften Alternativen zusammennimmt, kann man wirklich auf die Idee kommen, dass in Coburg der Autoverkehr über alles geht. Als gehbehinderter Coburger ohne PKW bleibt nur, die Zähne zusammenzubeißen und sich wirklich und ohne Scheiß nicht auf die Fahrpläne zu verlassen. Am Samstag habe ich einen Zug verpasst, weil der blöde Bus statt zum Bahnhof (wie angeschlagen) in eine ganz andere Richtung fuhr. Blöd von mir, bei zeitkritischen Situationen den Bus zu nehmen.

Aber: gestern hatte ich einen wichtigen Termin im Klinikum. Ich bin natürlich etwa eine Stunde vorher an der Bushalte gewesen. Und der Bus kam tatsächlich. Sogar fast pünktlich! Und am Samstag kamen Lapis und ich aus Nürnberg wieder und es stand ein Bus am Bahnhof! Früher fuhren die Busse grundsätzlich eine halbe Stunde vor und nachdem die Züge angekommen sind. Wenn das so weiter geht, kann man den Nahverkehr hier fast nutzen. Die HUK und Brose sind gewarnt.