5.3.2009: Hockendes Volk, auch Sesselpupser genannt

Moin.
Heue fahren meine Frau und ich nach München. Ich bin am Samstag wieder hier.
Das macht meine Unruhe allerdings nicht kleiner. Es ist albern. Aber wenn ich verreise, und sei es noch so kurz, bin ich total nervös, gereizt und im Großen und Ganzen unausstehlich. Lapis könnte dafür bestimmt ein schöne Wort aus ihrer Praxis finden. Ich nenne es Reisefieber. Zum Glück ist es nach Antritt der eigentlichen Reise meist wieder weg und weicht dem Zustand, den ich bei mir “Reiselethargie” nenne. Man könnte auch sagen, dass ich jenseits aller Vernunft entsetzt bin und mein Gehirn beruhigende Hormone in men System pumpt.
Wo ist die Zeit, als ich in der Welt rumgereist bin, andere Länder, andere Kontinente sah und feststellte, dass es am schönsten immer noch da ist, wo ich nicht bin? Temps perdu! Heute, so sieht die schnörkellose Wirklichkeit aus, bin ich das genaue Gegenteil meiner glorreichen, wenn auch mythischen Vorfahren. Die kurvten in bunt bemalten Wagen durch Europa, machten feurige Musik, aßen feuriges Essen und wurden von allen gehasst und verachtet.
Ich bin vom fahrenden zum hockenden Volk gekommen. Ein echter Sesselpupser und Stubenhocker eben.
Meh.
Skeltem

Veröffentlicht in:  on 5. März 2009 at 12:16 Hinterlasse einen Kommentar

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