51% – 22% = Deutschland

Ein Sitzungssaal irgendwo in einer deutschen Großstadt. Alles strahlt Geld, Macht und kalten Zigarrenrauch aus. Drei Männer in konservativen, maßgeschneiderten Anzügen in diversen Schattierungen von Blau sitzen an einem schweren Tisch. Die Getränke vor ihnen sind unberührt und werden auch während des Gesprächs nicht angebrochen. Die drei Männer sitzen im Vorstand eines börsennotierten Konzerns.

CEO: Meine Herren, die Lage ist ernst. Ich habe Sie zu diesem informellen Gespräch gebeten, um die aktuelle Krise unseres Unternehmens zu diskutieren.

CFO: Krise? Ich verstehe nicht. Unserem Unternehmen geht es glänzend. Die Kurse schießen in den Himmel. Die internationale Situation ist sehr zu unseren Gunsten. Mit anderen Worten: Wir machen mehr Geld, als wir jemals …

CEO: … und weil Sie nicht verstehen, bin ich der Chef und Sie mein Chefbuchhalter. Weil es uns so gut geht haben wir diese Krise. Uns fehlen schlicht die Humanressourcen, um vernünftig auf den Märkten agieren zu können. Bei unserer letzten „Personal Freisetzungs Aktion“ waren wir vielleicht etwas übereifrig.

CFO und CHR: (atmen hörbar ein)

CFO: So etwas sagt man nicht, Herr Vorsitzender.

CHR: Wir haben unsere Rendite um 5 Prozent gesteigert! Die Aktionäre haben gejubelt. Gejubelt!

CEO: Tatsache ist, dass wir einfach zuviel Geld haben …

CFO und CHR: (springen auf)

CEO: (hebt beschwichtigend die Hand) … um es vernünftig zu verwalten. Wir müssen investieren, re-investieren, Steuern erklären …

CHR zu CFO: Wir zahlen Steuern?

CFO: (grinst) In Tortuga.

CHR: Tortuga? Aber das … oho! (grinst auch)

CEO … etc. pp. Uns fehlen einfach die Managment Kapazitäten. Vorschläge?

CFO: Stellen wir einfach welche ein? Ich kann ja mal rechnen lassen, ab wann es besser ist, das Geld in der Matratze zu verstecken, als einen Buchhalter anzustellen.

CHR: Das Problem ist, es fehlen einfach gute Männer. Die werden meist schon von den Unis weg geholt und in die USA gelockt. Meine Headhunter sind schon in Bukarest, um nach Kandidaten zu suchen. Dazu kommt, dass China lockt. Was die da zahlen! PLUS einen persönlichen Tibeter für jeden Manager! Da kommen wir kaum gegen an.

CEO: Ich habe mit den Vorständen der anderen Konzerne geredet. Bei denen sieht es ähnlich düster aus. Die guten Manager sind schon alle weg. Was bleibt sind höchstens noch alte Männer. Vielleicht sollten wir so ein, ein „Revitalisierungsprojekt“ starten. Moment. Kaffee? Kaffee? (spricht in die Sprechanlage) Frau Dr. Müller? Können Sie uns bitte Kaffee bringen?

Eine attraktive Mittdreißigerin in strengem Businesskostüm betritt den Raum, knallt ein Tablett mit Kaffeetassen auf den Tisch und verschwindet wortlos.

CHR: Mann, seit ihrer Babypause ist die aber ganz schön kratzbürstig.

CFO: Ja, Schwangerschaften machen das mit Frauen.

CEO: Ach ja, bei Ihrer auch?

CFO: Woher soll ich das wissen?

Alle lachen.

CEO: Also. Wo bekommen wir qualifiziertes Personal her …

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Schule. 6. Klasse. Sozialkunde

Lehrer: Wie heißt die Wirtschaftsordnung der Bundesrepublik Deutschland? Wer weiß es? Kommt schon Zwei Worte. Fängt mit „F“ an. Ja, Carlotta?

Carlotta: Frauen Feindlich?

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Guten Tag, Frau Dr. Kleinschmidt. Sehr nett, dass Sie kommen konnten. Sie haben sich ja mit unserem Personalchef unterhalten und Ihre Bewerbungsmappe hat uns wirklich beeindruckt. Alle Achtung. Das Jahr, das Sie an der Universität in Massachusetts gelehrt haben, war dann ausschlaggebend für das zweite Gespräch. Sie konnten uns glaubhaft versichern, nicht schwanger zu sein und keine Schangerschaft zu planen. Ich hoffe, Sie verstehen uns. Eine Mitarbeiterin in der Position, die Sie anstreben ist eine Investition für unser Unternehmen und die wäre gefährdet, wenn Sie bald wieder wegen eines, natürlich verständlichen, Kinderwunsches ausfielen.

Gut, der Attest ihres Frauenarztes und die eidesstattliche Erklärung liegen vor, nun bleibt nur noch die Frage Ihres Gehaltes. Wären Sie bereit, für etwas weniger zu arbeiten, als der Gehaltsspiegel vorsieht? Immerhin haben Sie bei dem Bewerbungsgespräch so enthusiastisch von unsere Firma gesprochen, und dass es eine Ehre und Freude wäre für uns zu arbeiten. Sagen wir: 22 Prozent weniger. Ist das in Ordnung?

3 Antworten zu “51% – 22% = Deutschland”

  1. Das Gerede von der ewigen Benachteiligung der Frau, die ja auch real existiert hat, ist mittlerweile doch bereits ins Gegenteil umgeschlagen.
    Das frühere Bewußtsein des dominanten Männchens und seinem braven Frauchen gibt es in unserer Gesellschaft doch allenfalls noch als Randerscheinung.
    Ich kann Dir gerne mal berichten welch Freude es ist mit dem Jugendamt und der Zeugerin meiner Kinder mit zig Frauenvereinen im Rücken, um jede Minute zu feilschen die ich meine Kinder sehen darf.
    Ich hab Sie nicht geschlagen, gefoltert oder ihr verbal Gewalt angetan…….Sie hatte lediglich das Gefühl sich selbst verwirklichen zu müssen.

    Und da bin ich weiß Gott kein Einzelfall, die Zeiten der armen ausgebeuteten Frau sind längst passé.

  2. Ich kenne dich als intelligenten Menschen. Deswegen frage ich dich: Was hat das Eine mit dem Anderen zu tun?

    Es ist eine Tatsache, dass Frauen wesentlich weniger Geld verdienen als Männer. –> z.B.: http://www.n-tv.de/929596.html?080320080800
    oder –> http://www.frauenlohnspiegel.de/main/Lohncheck/Paygap

    Das ist auch im Jahr 2008 so. Dein persönliches Schicksal in Ehren, aber du bist nicht Deutschland.

  3. Eine Studie des „Frauenlohnspiegel“ halte ich grundsätzlich mal für befangen. Ich kenne die nackten Zahlen der Umfrage nicht, deswegen kann ich mir leider nicht eine eigene Interpretation erlauben. Die Gründe für die unterschiedliche Entlohnung führen Sie sogar noch selber an und dort wo nach Tarif gezahlt wird, üblicherweise auch die Jobs die aufgeführt sind, wird nicht nach Geschlecht unterschieden.
    Der Aufchrei der Entrüstung wegen einer Ungleichbehandlung der Frau ist Aufgrund der betriebenen Überkompensation einfach nicht mehr Zeitgemäß. Das hat das eine mit dem anderen zu tun.

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