Szene 1:
Redaktionskonferenz eines großen deutschen Computerspielmagazins.
Redakteur 1: Sie lesen uns nicht!
Redakteur 2 (schwermütig): Das haben wir nicht verdient.
Redakteur 1 (den Tränen nah): Was haben sie gegen uns?
Redakteur 3: Undankbar! Das sind sie. Haben wir ihnen nicht Vollversionen gegeben? Demos?
Redakteur 2: Bilder von Booth Babes!
Redakteur 1: Einen fast kostenlosen und nur wenig durch Werbung verunstalteten Internet-Auftritt.
Redakteur 3 (grollend): Verwöhnt haben wir sie. Mit immer neuen Layouts und noch komplexeren Bewerungssystemen.
Redakteur 1 (weinerlich): Und dabei wollte ich doch gerade einen objektiven und unvoreingenommenen Test schreiben.
Die beiden anderen Redakteure sehen sich an, sehen Redakteur 1 an und räuspern sich.
Redakteur 2: Äh, genau.
Redakteur 3: Was wollen sie denn noch?
Redakteur 2 (nach einigem Überlegen): Keine Ahnung.
Redakteur 1 (weint jetzt offen): Was können wir denn noch machen?
Der Vertreter einer weithin bekannten Spielefirma, deren Spiele immer Zahlen im Titel tragen, betritt den Raum.
Redakteur 2 (murmelt): Wenigstens haben wir Arbeit.
Szene 2:
Krisenkonferenz eines großen deutschen Radrennstalls.
Radrennfahrer 1: Sie lassen uns nicht!
Radrennfahrer 2 (schwermütig): Das haben wir nicht verdient.
Radrennfahrer 1 (den Tränen nah): Was haben sie gegen uns?
Radrennfahrer 3: Undankbar! Das sind sie. Haben wir ihnen nicht unser Bestes gegeben? Traumfinishs?
Radrennfahrer 2: Bergetappen!
Radrennfahrer 1: Eine fast Doping freie Tour vor drei Jahren?
Radrennfahrer 3 (grollend): Verwöhnt haben wir sie. Mit immer neuen Publicity trächtigen Geschichten für den Sponsor..
Radrennfahrer 1 (weinerlich): Und dabei wollte ich doch gerade eine Etappe ohne Mittelchen fahren. Egal, wieviel Zeit mich das gekostet hätte.
Die beiden anderen Radrennfahrer sehen sich an, sehen Radrennfahrer 1 an und räuspern sich.
Radrennfahrer 2: Äh, genau.
Radrennfahrer 3: Was wollen sie denn noch?
Radrennfahrer 2 (nach einigem Überlegen): Keine Ahnung.
Radrennfahrer 1 (weint jetzt offen): Was können wir denn noch machen?
Der Vertreter einer weithin bekannten Pharmafirma betritt den Raum.
Radrennfahrer 2 (murmelt): Wenigstens haben wir Drogen.
Szene 3:
Vorstandssitzung einer großen deutschen Volkspartei.
Politiker 1: Sie wählen uns nicht!
Politiker 2 (schwermütig): Das haben wir nicht verdient.
Politiker 1 (den Tränen nah): Was haben sie gegen uns?
Politiker 3: Undankbar! Das sind sie. Haben wir ihnen nicht Reformen gegeben? Eine Agenda?
Politiker 2: Kugelschreiber!
Politiker 1: Eine fast komplette Legislaturperiode mit schönen neuen Gesetzen, von denen alle profitieren?
Politiker 3 (grollend): Verwöhnt haben wir sie. Mit immer neuen Vorsitzenden und Kompromissen. Politiker 1 (weinerlich): Und dabei wollte ich doch gerade das eine oder andere Wahlversprechen halten.
Die beiden anderen Politiker sehen sich an, sehen Politiker 1 an und räuspern sich.
Politiker 2: Äh, genau.
Politiker 3: Was wollen sie denn noch?
Politiker 2 (nach einigem Überlegen): Keine Ahnung.
Politiker 1 (weint jetzt offen): Was können wir denn noch machen?
Der Vertreter einer weithin bekannten Volkspartei, der er noch nicht ganz so schlecht geht, betritt den Raum.
Politiker 2 (murmelt): Wenigstens haben wir eine Koalition.