Archiv für Dezember, 2006

22.12.2006

Veröffentlicht in Allgemeines am Dezember 22, 2006 von skeltem

Hallo Alle!

Wie ihr sicher schon gemerkt habt, gibt es eine Miszellenpause. Die dauert erstmal bis zum nächsten Dienstag. Wie es danach weitergeht weiß ich nicht genau. Mir geht es gesundheitlich nicht so gut und ab Mitte Januar muss ich die Tore hier für unbestimmte Zeit schließen.

Deswegen wird auch (vorläufig) aus dem Projekt „Medienseite“ nichts. Ich hab aber ganz fest ein „Update 2006″ für Anfang Januar eingeplant und eine Miszelle in der ich ein wenig aus dem Nähkästchen plaudere ist ebenso in der „Pipeline“.

Ich wünsche euch alle ein frohes, stressfreies Chanukka, Weihnachten, Wintersonnenfest, Auferstehung der unbesiegten Sonne, Mammonfron und Goldenes-Kalb-Tanzfest.

Euer,
Skeltem

Alberich

Veröffentlicht in HomeStory, komisch - ist aber so am Dezember 17, 2006 von skeltem

Ich hätte mein Windows bestimmt schon seit einem halben Jahr neu installieren müssen. Aber wegen der Nerven, die mich so etwas kostet, konnte ich mich immer noch nicht dazu durchringen. Ein Argument, mit dem ich es immer wieder vor mir her schob, ist die Frage der Datensicherung. Um mich dieser Ausrede zu entheben, habe ich letzte Woche bei einem großen deutschen Supermarkt einen 2 Giga Byte USB Flashspeicher gekauft. Nach diesem Einkauf hatte ich nicht nur „2GB onna Stick“. Mir waren auch die letzten Zweifel vergangen, warum dieser Laden so billig ist. Dafür frage ich mich jetzt, ob es das gesparte Geld wirklich wert ist, ein Tor in die Welt der Dummheit zu öffnen.

Von vorne. Ich ging also in den Supermarkt der „Alberich“-Kette, wo Geiz schon seit 50 Jahren geil ist. Ich war willens und dank meiner Oma auch in der Lage mich von einem Teil meines Geldes zu trennen. Nach einigem Suchen entdeckte ich den gesuchten Stick in einer Vitrine zwischen billigem Silberschmuck (wohl Ausschussware eines Home Shopping Kanals) und billigen Supermarkt Handys.

Über der Vitrine prangte ein Schild, dass man dessen Inhalt an der Kasse erbeten solle. Ich sah zu den Kassen und wunderte mich nicht, dass die Schlange vor der einzig geöffneten fast durch den halben Laden reichte. Aber zum Glück kam gerade die andere Mitarbeiterin vorbei, die einen Wagen mit ca. 47182 Paketen billiger Nahrungsmittel schob. Ich fragte sie also höflich, ob sie mir bitte den Stick aus der Vitrine holen könne. Allein, wer für ca. € 3.50 die Stunde einen Wagen mit fast 50000 Paketen bewegen muss neigt dazu, Kundenanfragen nicht wie das Wort seines Königs zu betrachten. Deswegen sah ich also über den Schwall mühsam kontrollierter Wut hinweg und konnte als Quintessenz immerhin ausmachen, dass ich an der Kasse nachfragen solle, wie es schließlich auf dem verdammten Schild stehe.

Also machte ich mich doch zu der offenen Kasse auf, vorbei an der Schlange, die inzwischen fast die Tiefkühltruhen im hinteren Teil des Supermarktes erreicht hatte. Ich wartete, bis die ältere Dame ihre 22,67 in Centstücken bezahlt hatte und schlüpfte dazwischen um der Kassiererin meinen Wunsch nach dem USB Stick aus der Vitrine mitzuteilen. Die junge Frau schien vor ihrem Kassendienst auch die eine oder andere Dose gestemmt zu haben und deutet auf einen Punkt nahe der Kasse und sagte etwas, das ich nicht verstand. Da der Mann mit den 200 Dosen Ravioli ungeduldig wurde, verzichtete ich darauf, nachzufragen und stellte mich in der Nähe der Kasse auf. Ich rechnete fest damit, dass die Kassiererin gleich nach dem Raviolimann irgendjemanden darüber informierte, dass hier ein Kunde darauf warte, der „Alberich“-Kette nicht unerhebliche Summen Geldes zukommen zu lassen.

Nach den Ravioli kam eine Frau mit einer großen Ladung Windeln und einer Anstaltspackung Baldrian im Einkaufswagen. Danach zwei ältere Herrschaften, die sich offensichtlich für einen Winter in einem eingeschneiten Dorf eindeckten. Dann ein Mädchen, das vielleicht 15 war und mehrere Vodkaflaschen und Zigarettenpackungen anschleppte, welche die Kassiererin abzog. Danach eine Frau im Pelzmantel, die große Mengen Lebensmittel auf das Band legte und irgendwie schuldbewusst aussah. Dann eine stark geschminkte Frau in einem knappen Overall, die sämtliche billigen DVD-Rohlinge an der Kasse zu ihren 5 Laptops aufs Band legte und mantraartig „geil, geil, geil“ murmelte. Dann Dieter Bohlen der eine CD mit billiger klassischer Musik kaufte. Dann Verona, die nichts kaufte, aber fragte, wie sie mich helfen könne. Dann wachte ich auf.

Die Kassiererin fing meinen Blick auf und deutete noch einmal sehr bestimmt auf das Ende der Schlange in meiner Nähe. Diese hatte eine „U-Biegung“ gemacht. Also stellte ich mich an und nach wenigen gefühlten Jahren befand ich mich wieder vor der Frau hinter der einzig offenen Kasse zur Hauptgeschäftszeit. Diesmal aber legitim. Sie fragte mich, was ich denn wolle und ich wiederholte meinen Wunsch nach dem 2 GB USB Stick. Daraufhin erhob sie sich vor meinen verblüfften Augen, verließ ihren Posten und schlurfte an den wartenden Kunden und der Kollegin vorbei, die inzwischen von einem Berg billiger Maccharoni verschüttet worden war. Sie schlenderte in Richtung Lager, in dem sie verschwand und nach einer schnellen Tasse Kaffee wieder hervorkam, einen kleinen Schlüssel in der Hand. Den steckte sie in das Schloss an der Vitrine, ruckelte, zog, drehte. Als nichts geschah, steckte sie den Schlüssel wieder weg und schlug einmal kurz zu. Die Vitrine sprang auf und die Kassiererin nahm den Stick heraus. Dann ging sie wieder in das Lager, machte eine Toilettenpause, rauchte schnell, las ein wenig und kam zurück. Vorbei an der geretteten Kollegin mit Nudeln im Haar und einem Suchhund auf dem Schoß, den Zelten, dem Paar das auf dem Baumkuchen kopulierte und den spielenden Supermarktkindern. Sie setzte sich wieder hinter ihre Kasse und zog mürrisch meine EC-Karte durch das Gerät. Dann fiel ihr ein, dass sie den Stick in der Vitrine gar nicht ersetzt hatte. Sie stand auf ….

Da bin ich aber mit meiner Beute schon ins Abendrot gegangen. Vorbei an der Kassenschlange, die inzwischen einmal um Coburg reichte.

 

 

Konfusion

Veröffentlicht in Gehör gefordert, HomeStory am Dezember 14, 2006 von skeltem

 

… oder: „Der Mann, der seine Frau mit der Spülmaschine verwechselte“

Lapis hatte eine angenehme Stimme. Ein schöner Alt. Ich habe ihr gerne zugehört, was bei ihrem Mitteilungsbedürfnis auch die Voraussetzung einer gelungenen Ehe ist. Heute höre ich ihr immer noch gerne zu. Weil ich sie liebe. Weil sie wichtige, witzige und interessante Dinge sagt. Allerdings kann es heute vorkommen, dass die Spülmaschine ein Geräusch macht, und ich es für Lapis’ Worte halte.

Für diejenigen, die noch nie eine Miszelle gelesen haben, muss ich das erklären. Ich bin seit etwa zwei Jahren gehörlos. Taub, wie man früher sagte. Durch das Wunder der modernen Technik kann ich trotzdem hören. Man hat mir während der letzten OP ein Implantat auf den Gehirnstamm gesetzt. Genauer gesagt, auf den Teil, der für das Hören zuständig ist. Jetzt trage ich einen Computer hinter dem Ohr, mit dem man zum Mond fliegen könnte. Der rechnet die Töne eines eingebauten Mikrofons in elektrische Impulse um. Die schickt er an das Implantat, das sie wiederum an ein „Paddel“ in meinem Gehirn weiter gibt. Das Paddel reizt die für das Hören zuständigen Areale und heraus kommt ein Höreindruck. It’s all in your Brain.

Das hört sich vielleicht nach Science Fiction an. Für mich ist es auch ein bisschen so. Die Technik ist auch relativ neu und wird immer weiter verbessert. Das Implantat ermöglicht mir eine fast normale Kommunikation, wenn die Umstände günstig sind. Leider hat sie auch Grenzen. Hintergrundgeräusche, Stimmenwirrwarr und Männer mit Bärten sind die größten Hindernisse. Dazu kommen Menschen, die nuscheln, sehr schnell sprechen, in die Gegend schauen oder eine Hand vor den Mund halten. Denn in Wirklichkeit „höre“ ich nicht, sondern verarbeite eine Vielzahl von Eindrücken zu einem Höreindruck. Jeder für sich nützt nicht viel. Zwar klappt das reine „Hören“ mäßig gut. Lapis hat mal ein schönes Bild benutzt. Wenn das normale Hören eine Klaviersinfonie ist, so ist mein „Hören“ die gleiche Sinfonie, nur mit Boxhandschuhen gespielt. Ich kann in etwa erahnen, wie die Melodie ist, brauche aber Zusatzinformationen. Zum Beispiel die Lippenbewegungen (allerdings stinke ich beim reinen Lippenabsehen) oder ganz allgemein die Info, worum zum Teufel es geht. Wenn ich das Thema nicht kenne kann es gut sein, dass ich einer Unterhaltung folge, die nie geführt wurde. Nur wenn die Sätze dann immer bizarrer werden, komme ich auf die Idee, dass ich etwas falsch verstehe. Neulich hat mir eine völlig fremde Frau von ihrer Monatshygiene erzählt. Manchmal ist es ein Problem, bei Menschen, die ich nicht kenne, nicht mit der Frage „Entschuldigung, Sie haben mir jetzt nichts über Ihre Eierstöcke gesagt, oder?“ heraus zu platzen.

Die andere Grenze ist Musik. Sie ist ein einziger furchtbarer Krach. Und selbst der furchtbare Krach, den ich früher mochte, hört sich heute schrecklich an. Ich habe allerdings entdeckt, dass ich bei bekannten Stücken „Untertitel“ in meinem Kopf zuschalten kann. Wenn ich das Lied höre, spielt mein Gehirn das Stück mit, wie ich es mal mit den Ohren gehört habe. Mein Gedächtnis rekonstruiert die Musik aus dem Lärm. Hier helfen auch Zusatzinformationen. Etwa das Video dazu oder Gesangstexte. Leider kann ich so keine neue Musik hören. Obwohl. Kürzlich hörte ich ein neues Ska-Stück, dass eine sehr schöne Melodie hat. Und aus hier nicht weiter auszuführenden Gründen entdeckte ich, dass Marilyn Manson, den ich früher nie leiden konnte, einige sehr schmissige Stücke gemacht hat.

Die ultimative Grenze allerdings sind Geräusche. Sprache ist ja eigentlich auch ein Geräusch. Zumindest die Konsonanten. Geräusche und Sprache unterscheiden sich für mich lediglich darin, dass Geräusche überhaupt keinen Sinn ergeben. Allein die Identifikation der Geräusche stellt mich vor manchmal unlösbare Probleme. Autohupen, Hundegebell oder Kinderschreien „hört“ sich für mich absolut identisch an. Bei vertrauteren Geräuschen wie dem Miauen unserer Katzen erinnere ich mich zwar inzwischen, was das ist. Aber im Allgemeinen kann ich Geräusche, zu denen mir das Bild fehlt, nicht identifizieren. Schlimmer sind die Geräusche, die sich anhören, als würden sie Sinn ergeben. Manchmal sagt Lapis etwas zu mir, das ich nicht ganz verstehe. Dann frage ich nach und bekomme die Antwort: „Ich habe nichts gesagt. Draußen hat ein Auto gehupt.“

Engel

Veröffentlicht in Wissen schaffen, relativ religiös am Dezember 13, 2006 von skeltem

Als kleiner Junge hing über meinem Bett eine blonde, vollbusige Frau. Sie trug ein Bettlaken, zwei unpraktische Flügel und eine altmodische Frisur. Außerdem war sie entweder dumm oder sadistisch. Denn anstatt die blöden Blagen mit ihr auf dem Bild zu warnen, dass diese Kante am Abgrund da gleick abbröckelt und sie in die Tiefe reißt, grinste sie nur. Das war mein Schutzengel. Sobald ich aus dem „Stellvertreter Gottes e.V.“ ausgetreten war verschwand auch Frau de Sade und ward nie wieder gesehen.

Engel blieben immer am Rande meines Religionsradars. Einerseits sind sie Figuren, die faszinierende Frage aufwerfen. Andererseits hat die geballte Christenheit seit Ende des Mittelalters beschlossen, dass Engel „gut“ und niedlich sind. Basta. Die Speerspitze engelischer Verniedlichung sind die Putten, die das Christentum den griechischen Darstellungen des Gottes Eros entliehen hat. Seit dem Spätbarock kommt man in katholischen Kirchen kaum noch an kleinen nackten Jungs mit Flügeln vorbei.

Dabei sind Engel ursprünglich alles andere als debil grinsende Frauen in Nachthemden oder kleine dicke Kinder mit lächerlich kleinen Flügeln. Zuerst einmal muss man sich vergegenwärtigen, dass Gott im alten Testament kein Kumpel war. Gott war wie der Vater, der nach einem harten Tag im Büro nach Hause kommt und echt schlechte Laune hat. Ein Vater, der sich von keinem verdammten Jugendamt vorschreiben ließ, wie er seine verdammten Sprösslinge zu erziehen hat. Da setzte es auch mal was. Ein freches Wort und, zack, der Arsch hatte Kirmes. Wenn Sterbliche Gott sähen würde ihr Gesicht schnelzen. Wenn sie ihn hören würden, platzte ihr Kopf. Mit einigen seiner Lieblinge kommunizierte er zwar indirekt auch, aber meistens überließ er das Angestellten, Engeln. Dabei ist es im offiziellen Buch immer ein wenig ambivalent, was genau diese Engel denn nun sind. Sind sie ein Teil Gottes oder sind sie Wesen, die Gott vor den Menschen schuf und die ein Bewusstsein besitzen? Haben Engel einen freien Willen? Das sind Fragen, mit denen sich Religionswissenschaftler bis heute beschäftigen.

Wie stehen die Engel zu den Menschen? Wie bei allen Mythen sind auch hier die Bösewichter wieder einmal die interessanteren Figuren. Im apokryphe“ „Buch der Beobachter“ von Enoch (oder Henoch) wird geschildert, was in der Zeit zwischen der Vertreibung aus dem Paradies und der Sintflut geschah.

Offenbar reichte es Gott nicht, dass er die Menschen von seinem Campus ausgeschlossen hatte, als sie sein „Wissen von Gut und Böse“© OpenSource gemacht hatten. Er schickte seine Angestellten hinterher, damit sie auf die Racker aufpassen. Die Engel hatten den Auftrag, zu beobachten, aber nicht einzugreifen. So much for Schutzengel. Aber einer von ihnen, Asael (manchmal auch Azazel geschrieben), fand die Töchter Evas wohl echt niedlich und pfiff auf die Ermahnung seines Bosses. Er zeigte sich den Menschen und schneller als man „Sünde“ sagen kann, war eine der Töchter schwanger und Asael pater familiaris. Aber es reichte nicht, dass er sich verbotener Weise gezeigt hatte und „Unzucht“ mit einer Frau getrieben hatte. Er zeigte seinen neuen angeheirateten Verwandten auch, wie man schmiedet, Schmuck bastelt und den Frauen brachte er die Geheimnisse der Kosmetik bei. Asael war also der erste Avon-Berater. Diese liefen also bald aufgebrezelt durch die Gegend, während die Männer mit den neuen Waffen Versuche anstellten. Asaels Kollegen, gelangweilt von der ewigen Spannerei, spähten die Schnitten und sch…. pfiffen auf ihren Auftrag. Die Männer, völlig versunken in ihre neuen Schwerter und Äxte, bemerkten diese feschen anderen Männer nicht, die sich alsbald der einsamen und vernachlässigten Frauen annahmen. Als Morgengabe brachten sie ihren Gespielinnen weitere Geheimnisse des Chefs. Magie, Kräuterkunde, Astrologie, alles wurde von den Ex-Engeln gelehrt. Gott war wohl gerade auf Geschäftreise, er bekam von all dem nichts mit oder es interessierte ihn nicht.

Jedenfalls, neun Monate nachdem der Avon-Berater geklingelt hat, kommt ein Baby zur Welt. Ein schrecklicher Schreihals! Und größer als alle seine Altersgenossen. Die Frage, was heraus kommt, wenn man Engel und Mensch kreuzt wurde definitiv mit „Nichts Gutes“ beantwortet. Ohne auf die anatomischen Einzelheiten einzugehen berichtete Enoch, dass die Frauen Riesen gebaren. Diese Riesen, oder Nephilim“ wüteten dermaßen schlimm, dass sie sogar Einzug in die Hauptbibel erhielten (Gen 6, 1-5). Das Ende vom Lied kennen wir: Sintflut.

Die gefallenen Engel sollen in die Hölle verbannt worden sein und spukten dort als Dämonen rum. Asael wurde angeblich in einen Knast in der Wüste gesperrt, wo er bis heute auf seinen Prozess wartet. Und das 3000 Jahre vor Guantánamo!

Interessant ist vor allem, dass Enoch es als größte Sünde der gefallenen Engel betrachtete, dass sie den Menschen die geheimen Künste zeigten. Nachdem sie schon wegen Geheimnisverrates aus dem Garten Eden vertrieben wurden (einige Legenden behaupten übrigens, dass die Schlange auch ein getarnter Engel gewesen sei), wird bei der Geschichte der Beobachter wiederum Wissen als „Böse“ dargestellt. Beruhen alle rezenten Verherrlichungen der Dummheit und den Nichtwissens (Hollywood-Komödien, Degeto-Filme, George W. Bush, Neonazis) auf urchristlichen Traditionen?

 

 

Weihnachtsmarkt

Veröffentlicht in HomeStory am Dezember 9, 2006 von skeltem

Ich bin ein bekennender Weihnachtsmuffel. Ich bin zwar kein Christ, aber Gerüchten nach entkommt man nicht einmal in Feuerland-Mitte dem Großangriff auf Brieftaschen und Nerven im Namen des allmächtigen Mammon. Allerdings habe ich eine Schwäche für Weihnachtsmärkte. Und das nicht nur, weil man sich da so unauffällig mit gewürztem Wein betrinken kann.

Glühwein ist meiner Meinung nach die herausragende Sache an dem ganzen Weihnachtsrummel, die den Tanz um den Tannenbaum fast wieder sympathisch macht. Auch wenn in den letzten Jahren etwa 1000 modische Sorten dazu gekommen sind, die alle in etwa gleich schmecken. Zum Kotzen. Letztes Jahr schoss hier der „Glühcaipirinha“ den Vogel ab. Gummibärchen, geschmolzen und lauwarm serviert. Bäh. Leider bin ich aber auch neophil uns muss alles Neue erst einmal probieren.

Aber die Weihnachtszeit ist ja auch irgendwie dazu da, den Masochisten in uns allen hervorzulocken. Zu anderen Zeiten würde die Krankenkasse jedem, der sich draußen in die Kälte stellt um völlig überzuckertes, überteuertes Zeug in sich reinzuschütten, dabei grinst wie die debile Version von Mutter Beimer (Stichwort: Overkill) ohne nachzufragen 100 Therapiestunden bezahlen. Oder der Stress in der Adventszeit, ohne den das Fest anscheinend nicht das gleiche ist.

Aber Weihnachtsmärkte haben wenig mit gesundem Menschenverstand zu tun. Vielleicht ist das ihr Reiz. Ich gehe immer mit einer Mischung aus ethnologischem Interesse, Abscheu und diesem „Was tue ich hier eigentlich?“-Gefühl an dem Stand mit schrecklichem Holzspielzeug vorbei. Jedes Kind würde die Trennung von seinen Eltern beantragen, wenn die zu Weihnachten den Holzkasper unter das Nadelholz legten. Oder die aromatisierten Seifen. Hmmm, Myrrhe. Damit möchte man gerne dieses Schwein beschenken, dass eine Beule in den Wagen gefahren hat und einfach weg fuhr. Oder die lustigen bunten Kerzen. Oder die süßen Lampen, die aussehen, als habe man einen Gartenzwerg enthauptet, ein Loch in den Schädel gebohrt und eine Glühbirne rein gesteckt. Ich finde, dass heutzutage entschieden zu wenige psychedelische Drogen im Umlauf sind, um Stände mit solchem Zeug zu rechtfertigen.

In Coburg kommen die Stände mit Würsten, Käse und Fisch dazu. Sieht ja lecker aus, aber warum kostet das Zeug, dass man ein paar Meter weiter im Laden kaufen kann, plötzlich das Doppelte? Ja, die Standmiete. Aber … warum? Es ist mir ein absolutes Rätsel. Es ist mir ein Rätsel, wer den Kram auf dem Weihnachtmarkt kauft. Warum er es kauft. Und vor allem warum er es jedes Jahr aufs Neue tut. Ich war bei schmanischen Séancen in Mexiko. Ich war bei einem Architekturvortrag in einem Bio-Laden in Santa Monica. Ich habe in Kiew einen orthodoxen Gottesdienst besucht. Ich hatte sogar Freunde in Bielefeld. Aber Weihnachtsmärkte habe ich nie wirklich begriffen.

Vor allem verstehe ich nicht, warum ich trotz allem gerne drüber schlendere. Weihnachtsmärkte müssen etwas tief im primitiven Sektor unsere Gehirne auslösen. Denn selbst die härtesten Adventseinkauf-Kriegerinnen werden auf dem Weihnachtsmarkt zahm. Wer beim Scheißwetter unter der Bude seinen Glühkirsch mit Amaretto-Rosinen trinkt, reibt sich gerne mal an den anderen Besuchern, statt ihnen den Ellenbogen dahin zu rammen, wo es weh tut. Auf dem Weihnachtsmarkt werden die genervten Weihnachtskämpfer zu einer leicht beschwipsten Herde zahmer Zimtsterne. Friede auf Erden findet in unserem Kulturkreis nicht am Geburtstag von J.C. statt, sondern im Advent auf den Marktplätzen unserer Städte.

So, ich muss jetzt einkaufen gehen. Schönes Wochenende. Vielleicht gehe ich nach dem Einkaufen noch mal auf den Markt. Ich habe einen Stand mit einer neuen Glühweinsorte gesehen: Lebkuchenwein!

Weiberrunde

Veröffentlicht in HomeStory, Rollenspiele, analog am Dezember 7, 2006 von skeltem

Die „Weiberrunde“ ist die Homestory-Fortsetzung von „Spielfrauen“.

 

Wie die meisten weiblichen Rollenspieler in meiner Bekanntschaft, kam Adia völlig zufällig zum Rollenspiel. Ein Freund startete eine Midgard-Runde in Göttingen. Einer der Spieler hatte eine Mitbewohnerin, die ab und zu mal zuschaute. Irgendwann fehlte ein Spieler, mein Freund bat Adia, es doch einmal zu versuchen. Und das war es dann. Wie bei vielen Spielfrauen war Adia gleich eine Rollenspielerin mit Herz und Seele. Es gab kein „mal schauen“ oder „ich probier das mal“. Sie war ihr Zwerg und blieb ihr Zwerg. Die kleinen Bartträger lagen ihr und in jedem Fantasy-Spiel stellte sie einen dar. Dabei beileibe nicht immer den gleichen Zwerg sondern charakterlich durchaus unterschiedliche Rasenornamente. Sie hatte auch Liverollenspiel-Tendenzen. Das Bild von Adia (ca. 1.79) als Zwerg mit angeklebtem Bart war einfach toll. Sie gehörte zu der Gruppe Spielerinnen, die gerne einmal ihre im Alltag unterdrückten Seiten ausleben. Ich erinnere mich gerne an das Earthdawn-Rollenspiel, wo Adias Zwerg Ragon eine Privatfehde mit meiner Elfen-Schwertmeisterin führte. Normalerweise ist Adia sehr Harmonie suchend.

Bemerkenswerte Charaktere: Ragon, Zwergen-Waffenschmied bei Earthdawn. Nüchtern und streng. Hat die Gruppe oft zur Weißglut gebracht, das er (im Gegensatz zur Spielerin) kein Iota Humor in ihm wohnte. Insbesondere La’El, meine Schwertmeisterin, die als Söldnerin durch die Gegend zog, die sozialen Talente von Dick Cheney besaß und deren erklärtes Ziel es war, genug Geld für ein eigenes Edelbordell zu verdienen.

Allister Wilson, furchtsamer Vampir vom Clan Tremere. Spitzname: „Die Spaßbremse“. Eine der Säulen meiner Vampire-Gruppe. Eher der Bücherwurm-Vampir. Immer ein wenig weltfremd. Hatte eine Nemesis, seine Schwester Adia (!) von einem verfeindeten Clan, bei deren Nennung der sonst so zurückhaltende Allister regelmäßig ausflippte und ‘Mord’ schrie. Denkwürdige Szenen waren z.B. als er seine Mitvampire bat, eine Prostituierte festzuhalten, damit er sie ansaugen könne und ein Feuergefecht in einem Museum, bei dem Allister völlig aufgelöst durch die Gegend lief und die Kontrahenten bat, doch die Kunstwerke zu schonen.

Charlotte war ebenfalls in der Vampire-Runde und das Beispiel par excellance für die soziale Spielerin. Als Spielerin hatte sie ein paar Probleme, weil sie einfach nicht schnell auf neue Situationen reagieren konnte. Ihre Vampirin „vergaß“ sehr oft ihre übernatürlichen Fähigkeiten. Dafür hatten Charlottes Charaktere den am besten ausgearbeiteten Hintergrund. Für einen Rom-Charakter wälzte sie dicke Bücher, um den Hintergrund der „Zigeuner“ zu studieren. Elena selber blieb leider etwas farblos.

Bemerkenswerte Charaktere: Darkmoon, der Werwolf vom Stamme der Shadow Lords. Das war der Charakter, bei dem Charlotte wirklich mal „die Sau rausließ“. Er war fies, manipulativ, arrogant und vollkommen von sich selbst überzeugt. Er intrigierte ständig gegen Spiritdancer (s.u.), um ihn als Alpha des Rudels abzulösen. Wenn wir weiter Werewolf gespielt hätten, wären Lapis und Charlotte sicher mano a mano gegangen.

Lapis kam zum Rollenspiel wie viele Freundinnen von Rollenspielern. Sie wurde mitgeschleppt. Aber als sie erst mal Blut geleckt hatte (im wahrsten Sinne des Wortes) blieb sie dabei und spielt heute noch in meinen Gruppen. Lapis tobt sich bei ihren Charakteren gerne aus und spielt meist genau das Gegenteil ihrer Person. Ihre Charaktere sind verrückt, verstockt, intolerant, dümmlich, unerträglich besserwisserisch, irrational, aufdringlich, männlich. Kurz: sie sind der Schmerz im Allerwertesten. Aber dabei sind sie meist so überdreht, dass sie schon wieder liebenswert sind. Dazu kommt, dass Lapis meist auf einem unerträglichen Niveau anfängt, sich mit der Zeit aber beruhigt und aus den ursprünglichen Karrikaturen „lebende“ Wesen werden. Zudem habe ich wirklich ganz ganz wenige Rollenspielern erlebt, die sich dermaßen mit ihrem Charakter identifizieren können wie Lapis. Sie hat es geschafft, einen wahnsinnigen Vampir, glaubhaft rüber zu bringen. Das sollte alles sagen.

Bemwerkenswerte Charaktere: Hobbs! Hobbs war die Seele der Vampire-Gruppe. Mit 11 Jahren zu einem Vampir des Clans Malkavian gemacht, war er/sie vollkommen wahnsinnig. Nicht nett wahnsinnig. Er/Sie war „ich fuchtele mit einer UZI vor deiner Nase rum und wenn du eine falsche Bewegung machst, mich komisch anguckst oder ich Langeweile habe, puste ich dir den Schädel weg“-wahnsinnig. Ein großer Charakter. Spiritdancer war ihr Fianna-Werwolf mit einer tragischen Neigung zu Vampiren. Er tötete sie nicht on sight, sondern versuchte sie zu erziehen. Ein crossover Abenteuer in Mexiko ergab großartige Szenen, in denen er sich als Autoritätsperson für die Vampire aufspielte.

Meine neue „Weiberrunde“ macht mir schon viel Spaß. Lapis spielt einen muslimischen Prediger. Achat eine autistische Kunstfälscherin und Melisandre eine Schrottplatz-Tussi. Insbesondere bei Achat und Melisandre kann man das von 0 auf Rollenspiel gut beobachten. Die beiden haben noch nie gespielt, sind aber schon beim ersten Treffen in ihren Rollen aufgegangen. Achat schaffte es, bei ihrer allerersten Aktion meine sorgfältigen Planungen über den Haufen zu werfen. Oft müssen neue Rollenspieler sich orientieren und tun erst mal das, was der Spielleiter ihnen anbietet. Nicht Achat, die tat was ihr Charakter getan hätte. Lapis Prediger hat auch wieder das gewohnte „in-den-Sichtschirm-beißen“ Potenzial und Melisandres Nancy entwickelt sich gut im Zusammenspiel mit ihrem Bruder, der von der Geschichte überhaupt keine Ahnung hat und sie für eine Schlampe hält. Ich bin schon sehr gespannt darauf, wie sich die Gruppe als Vampire entwickeln wird.

Spielfrauen

Veröffentlicht in Rollenspiele, analog, Spielkram am Dezember 5, 2006 von skeltem

Trotz der knappen, Ziel gerichteten Art meines schriftlichen Ausdrucks, unter Auslassung aller überflüssigen Wendungen und Abschweifungen, ist diese Miszelle wieder einmal so lang geworden, dass sie geteilt werden muss. Heute gehe ich allgemein auf die Unterschiede zwischen weiblichen und männlichen Rollenspielern ein. In der nächsten Miszelle „Weiberrunde“ werde ich diese Beobachtungen an Beispielen ausführen.

So weit ich informiert bin, gibt es keine Zahlen über die Geschlechterverteilung bei Rollenspielern. Mein Vermutung ist, dass diese von Spiel zu Spiel variiert, obwohl die männlichen Rollenspieler immer noch in der Überzahl sein dürften. Ich möchte anhand meiner persönlichen Erfahrung aus über 20 Jahren Rollenspiel mal ein wenig über den „kleinen Unterschied“ berichten. Die Beobachtungen sind bewusst allgemein gehalten und sollen bitte nicht verallgemeinert werden. Ich bin mir völlig im Klaren darüber, dass DU Spielerinnen und Spieler kennst, die ganz anders sind ;)

Am Anfang schuf Gary Gygax Dungeons und Dragons. Hm, das ist vielleicht ein bisschen sehr weit zurück. Am Anfang meiner persönlichen Rollenspielgeschichte war eine Frau. Besser gesagt, ein Mädchen. Meine Cousine wurde 16 und ich schenkte ihr eines dieser coolen neuen Spiele: „Das schwarze Auge“. Ja, sie spricht noch mit mir :) Zusammen mit ihren Eltern und ihrem Freund hatten wir wohl ein halbes Jahr eine regelmäßige Runde, bis Sabine andere Interessen entwickelte. Außerdem, wenn wir ehrlich sind, war das nicht ihr Ding. Trotz schwarzer Maske und Papp- “Werkzeugen des Meisters“.

In den folgenden Jahre bewegte ich mich in rein maskulinen Spielerkreisen. Wie übrigens auch Sabines Freund, der unserer Runde länger treu war als ihr. In der zweiten Rollenspielphase auf der Uni kamen auch wieder Frauen ins Spiel. Von den durchschnittlich sechs Mitgliedern der Rollenspielgruppen waren Anfang der Neunziger immer mindestens zwei Frauen dabei. Später wechselte ich das System zu „Vampire“. Daraufhin machten die Frauen die Hälfte der Spielerunde aus. Am Ende des Jahrzehnts waren die Männer in den Gruppen, die ich leitete in der Minderheit. Was ist das mit Frauen und Vampiren? Das ist vielleicht ein Thema für eine andere Miszelle. Seit der Rollenspiel-Zwangspause leite ich hier eine gemischte Gruppe und seit Neuestem eine reine „Weiberrunde“.

Vom Typ her sind Spielerinnen sehr angenehm. Ich habe zum Beispiel noch nie einen weiblichen „Rules Lawyer“ getroffen. Und obwohl Lapis „Min/Max“-Neigungen hat, ist sie hundert Mal harmloser als die softesten männlichen „Powergamer“. Dafür erschaffen Frauen gerne großartige Kunstwerke, die mit dem Spiel selbst nicht viel zu tun haben. Eine Zeichnung des Charakters im Stile Botticellis? Muss von einer Frau sein. Und kaum ein Mann entwirft den Hintergrund seiner Spielfigur so liebevoll. Leider neigen einige Frauen dazu, sich in einen Zustand „künstlicher Dumheit“ zu versetzen. Das unterstützen einige Männer, indem sie Frauen für weniger fähig halten, Regeln zu erfassen. Das ist allerdings ein Armutszeugnis für diese Herren. Oder ein Beweis für deren erotische Qualitäten. Was für mich als I-K sehr angenehm ist, ist der Umstand, dass Frauen die Geschichte lieber ist als die Einhaltung der Regeln. Oder ich irre mich und ihnen ist einfach der soziale Event wichtiger.

Im Spiel verhalten sich Frauen gerne einmal abwartend und man muss die weiblichen Spieler häufiger aus der Reserve locken. Im Normalfall gehen sie klüger als ihre männlichen Pendents vor, dafür fehlt ihnen häufig das „Huzzah!“, das Männer gerne beim Angriff gegen alle Chancen begleitet, um am Ende doch ruhmreich über den Feind triumphiert zu haben. Leider gehen in einer gemischten Gruppe Frauen oft unter und so manche Gruppe ist gestorben, weil „Kareena, die Elfendiebin“ ihren brillanten Plan nicht zu Gehör gebracht hat und die Gruppe statt dessen Operation „Huzzah!“ durchgeführt hat. Überhaupt stellen Spielerinnen gerne zuerst Fragen, um dann zuzuschlagen. Und ich möchte betonen, dass einige der (im Spiel natürlich) brutalsten Rollenspieler die ich erlebt habe Frauen waren. Ihre Spielfiguren pflegen im Allgemeinen aber nicht zu brüllen und zu drohen, sondern konsequent und hart zuzuschlagen. Dann haben sie aber keine Skrupel. Wie ich gerade bei Gruppen mit mehreren Frauen gemerkt habe, verstehen sie es auch sofort, als Gruppe zu handeln und sind meist mit dem Abenteuer fertig, wenn sich die Männer darauf geeinigt haben, wer denn nun der Boss ist. Dafür sind Männer eher die treibende Kraft einer Gruppe. Denn häufig verlieren Frauen das Interesse am Geschehen und können sich wunderbar mit anderen Dingen amüsieren, weil sie das Spiel im Grunde nicht ernst nehmen.

Am Spieltisch gestehe ich, dass mir Frauen eindeutig lieber sind. Sie spielen meistens ruhig und diszipliniert, wo ich bei männlichen Spieler schon (oft) Diskussionen über das Vorgehen der Gruppe gesehen habe, die von demjenigen gewonnen werden, der am lautesten schreit. Dann haben sie nicht diese tragische Tendenz, die uns Männern zu eigen ist, Reviere abstecken zu müssen. Folglich pinkeln sie einem wirklich selten ans Bein. Ihrem Drang zu Kommunikation folgend, quatschen Frauen gerne. Lang. Ausdauernd. Am liebsten „Blabla“. Ich habe manchmal das Gefühl, das es bei weiblichen Rollenspielern weniger um das Spiel als vielmehr um die Möglichkeit geht, Leute zu treffen und zu reden. Aber eines muss gesagt werden: sie reden vor dem Spiel. Sie reden nach dem Spiel. Sie reden in Pausen. Aber sie reden fast nie während des Spiels, es sei denn ein ungeschickter Spielleiter schweift selber vom Spiel ins Blabla ab.

 

 

 

 

Update November

Veröffentlicht in Allgemeines am Dezember 1, 2006 von skeltem

Bevor ich auf die einzelnen Miszellen eingehe, ein Update in eigener Sache. Ich plane, eine Seite mit DVD- und Buchempfehlungen. Es ist ja schon aufgefallen, dass es eigentlich nach dem ersten Monat keine Amazon-Links mehr gab. Das liegt unter anderem daran, dass die Bestellungen nie so zahlreich waren, dass Amazon tatsächlich etwas ausgezahlt hätte. Dafür war das Erstellen der Links unverhältnismäßig aufwändig. Ich hoffe, dass das Bündeln der Tipps (und vielleicht ein Banner) mehr Leserinnen und Leser dazu animiert, Bücher zu bestellen. Ich versichere euch aber sofort, dass es auch Medien geben wird, die nicht bei Amazon erhältlich sind und dass Mist nicht auf diese Liste gehört.

 

Händewaschen/korrupt: Wie das gesunde „Do ut des“ im lokalen Bereich funktioniert, konnte ich am eigenen Leibe erfahren. Wie in der Trost-Miszelle zu lesen, hatten wir am Montag Besuch von der Lokalpresse. Gestern war ein netter kleiner Artikel mit einem Foto der SHG in einer Lokalzeitung. Die Gruppe hat eine neue Technik, der Akustiker Publicity, die Zeitung konnte 5 Spalten (so klein war der Artikel dann doch nicht) füllen. Nur ein leicht grimmer Miszellator, der sich über die Veranstaltung, ein fehlendes Zitat und ein grässliches Bild ärgert, trübt die allgemeine Harmonie. Aber der wurde inzwischen offiziell zur „Zicke“ ernannt, also ist das wohl in Ordnung.
Auf der anderen Seite hat der im zweiten Teil der korrupt-Miszelle geschilderte Fall inzwischen Wellen geschlagen. Es scheint, dass die Konsumenten langsam die Schnauze voll davon haben, dass viele Hersteller von Computerspielen liebe jeden Euro ins Marketing und keinen in die Qualitätskontrolle stecken.

9.11.2006: Mir vorzuwerfen, einfach nur die Liste der Suchanfragen abzuschreiben (Eine Virtual Hottie mal 2) ist eine üble Verleumdung (Carmen im Nebel) und ich verbitte mir (nackt!) solche völlig (Lacklederhose) haltlosen (schwarzer Hengst) Unterstellungen. Sonst werde ich jemanden (Sex) übers Knie legen (und) Peitschen (einsetzen).
Übrigens ist die Zahl der Visits dann noch einmal auf 110 gestiegen und pendelt jetzt so zwischen 25 und 75.

Killer: Wie heute in der SZ zu lesen war, wurde in Köln ein „Killerspiel“ abgesagt. 200 Teilnehmer hatten eigentlich vor, andere Leute mit Wasserpistolen „umzubringen“, wobei jeder „Killer“ zugleich auch „Opfer“ eines anderen Spielers sein sollte. PvP in der Domstadt! Yeah. Ich weiß nicht, warum das abgesagt wurde, schließlich sollten ja keine PCs benutzt werden.

 

Terror: Meine Idee mit den persönlichen Antiterroristen ist wie eine Bombe eingeschlagen. Ich hatte schon Anfragen aus Peking, Washington und Moskau, die gerne mehr über das Konzept wissen wollten. Oh, und aus .. äh … Freiburg.